Zwischen kritischer Infrastruktur und Gebäudesicherheit auf dem Weg zur Corporate Security

Security 2026

Vom 22. bis 25. September 2026 trifft sich die Sicherheitsbranche in Essen. Kurz vor der Messe schärft der Veranstalter noch einmal einen Themenkomplex, der auch für das Facility Management zunehmend relevant wird: den Umgang mit neuen Bedrohungslagen und die Frage, wie Unternehmen, Betreiber, Sicherheitsorganisationen und Einsatzkräfte im Ernstfall zusammenarbeiten. 


Drohnen: Werkzeug und Sicherheitsrisiko zugleich Für Gebäudebetreiber hat das Thema zwei Seiten. Unbemannte Flugsysteme können beispielsweise bei der Inspektion von Gebäuden und kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden. Gleichzeitig können unbekannte oder unbefugt eingesetzte Drohnen die Sicherheit sensibler Areale beeinträchtigen. Als aktuelles Beispiel verweist die Messe auf den Drohnenfund am Leipziger Flughafen. Die Europäische Drohnen-Fachtagung am 23. und 24. September widmet sich deshalb nicht nur den Einsatzmöglichkeiten, sondern ebenso dem regulatorischen Rahmen, dem Schutz kritischer Infrastruktur sowie der Detektion und Abwehr von Drohnen. Rund 20 Vorträge sind angekündigt. Auf dem Programm stehen unter anderem der Schutz kritischer Infrastruktur anhand von Multicopter-Einsätzen sowie Konzepte für Drohnenmanagement, Detektion und Abwehr. Für Betreiber ist dabei insbesondere die Einbindung solcher Systeme in bestehende Sicherheitsprozesse interessant: Wie wird eine Drohne erkannt? Wo läuft eine Meldung auf? Welche internen und externen Stellen müssen reagieren? Und wie werden Videoüberwachung, Perimeterschutz, Leitstelle, Sicherheitsdienst und Notfallorganisation miteinander verzahnt? Damit wird Drohnensicherheit weniger zu einem isolierten Spezialthema als zu einem weiteren Baustein eines integrierten Sicherheits- und Gefahrenmanagements.   Zusammenarbeit im Ereignisfall Diesen organisatorischen Blick vertieft das neue Blaulichtforum am 22. September. Feuerwehr, Polizei, Bevölkerungsschutz, Sicherheitswirtschaft und Defence beschäftigen sich dort unter anderem mit Drohnen und autonomen Systemen, CBRNE-Lagen, hybriden Bedrohungen sowie mit Leitstellen- und Kommunikationstechnik. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie unterschiedliche Akteure im Ernstfall zu einem gemeinsamen Lagebild gelangen und organisationsübergreifend handeln können. Auch für das FM liegt hier eine wichtige Schnittstelle: Bei Brand, Sabotage, Stromausfall oder anderen größeren Störungen endet Betreiberverantwortung eben nicht an der Gebäudeleittechnik. Entscheidend sind vorbereitete Melde- und Eskalationswege, belastbare Kommunikationsstrukturen sowie funktionierende Übergaben an Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und weitere externe Kräfte.  

Physische und digitale Gebäudesicherheit wachsen zusammen

Rund 500 Aussteller aus 40 Nationen zeigen Lösungen von Zutrittskontrolle, mechanischen Sicherungssystemen und Brand- und Einbruchschutz über Perimeter- und Videosicherheit bis hin zu Cybersecurity. Dabei wachsen bislang getrennte Systeme zunehmend zusammen: Videotechnik, Zutrittskontrolle, Einbruchmeldetechnik, Sensorik und Gefahrenmanagement lassen sich vernetzen und teilweise standortübergreifend aus der Cloud steuern. KI soll bei der Erkennung und Bewertung sicherheitsrelevanter Ereignisse unterstützen.

  Das Smart Building macht Cybersecurity zum FM-Thema Besonders deutlich wird die Verbindung zwischen Gebäudebetrieb und IT-Sicherheit auf der Digital Networking Security Konferenz am 22. und 23. September. Die Messeverantwortlichen nennen vernetzte Firmengebäude, Videoüberwachung und cloudbasierte Zutrittskontrolle ausdrücklich als Beispiele dafür, warum Datenschutz und Informationssicherheit längst auch die physische Sicherheitswelt betreffen. Zum Programm gehören unter anderem Live-Hacking, Angriffe auf IoT-Komponenten sowie der Einsatz von KI in Angriff und Verteidigung. Damit betrifft Cybersecurity im Facility Management nicht mehr nur das Unternehmensnetzwerk. Vernetzte Zutrittsleser, Kameras, Sensoren, Gebäudeautomation und andere IoT-Komponenten erweitern die potenzielle Angriffsfläche eines Gebäudes – und machen die Abstimmung zwischen FM, IT und Corporate Security wichtiger.   Neues KRITIS-Forum: von Compliance zu Resilienz Im Mittelpunkt des KRITIS-Forum am 25. September in Halle 5 stehen der Schutz von KRITIS-Liegenschaften, das Zusammenspiel von physischer Sicherheit, Cybersecurity und Operational Technology sowie Anforderungen im Zusammenhang mit NIS2 und dem KRITIS-Dachgesetz. Auch Leitstellen, Lagebilder, Krisenmanagement und die Absicherung kritischer Prozesse sollen behandelt werden. Hinzu kommt das während der Messe laufende Protect and Prevent Forum. Hier reicht das Spektrum von der neuen Normung der Videosicherheit über KI in der physischen Sicherheit bis zu KRITIS, Resilienz und E-Mobilität. Vorgesehen sind beispielsweise Beiträge zu Ladelösungen für den Blackout-Fall und zur praktischen Drohnendetektion. Die Security Essen 2026 vor allem eines: Sicherheit lässt sich immer weniger in einzelne Gewerke aufteilen. Baulicher und technischer Schutz, Cybersecurity, Energieversorgung, Organisation und Krisenmanagement müssen zusammengedacht werden. Für Betreiber wird deshalb nicht nur die einzelne Sicherheitslösung interessant, sondern vor allem die Frage, wie sie sich in ein belastbares Gesamtkonzept für den Gebäudebetrieb integrieren lässt.
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