Smart Buildings: Worauf kommt es bei der Gebäudedigitalisierung an?

Ohne Daten geht es nicht!

Die intelligente Vernetzung technischer Komponenten gewinnt in Immo­bilien aller Assetklassen immer mehr an Bedeutung. Sogenannte Smart Buildings erhöhen durch Digitalisierung den Komfort und wirken sich positiv auf die Energie- sowie Ressourceneffizienz aus. Der Artikel zeigt auf wie smarte Gebäude funktionieren müssen, damit alles rund läuft und vor allem der Betrieb nachhaltig und energieeffizient ist.

Ein Musterbeispiel für ein smartes Gebäude steht in Berlin: Der cube berlin. Die Immobilie wurde als smartes, volldigitalisiertes Bürogebäude entwickelt. Die integrierten digitalen Bausteine werden in einem zentralen System vernetzt – so wird das Gebäude effizienter betrieben und genutzt. Smarte Einrichtungen und Sensoren erfassen Informationen aus der Umwelt und vom Verhalten der Nutzer. Diese ganzheitliche Vernetzung sorgt für eine vollumfängliche Erhebung der Gebäudedaten. Alle relevanten Funktionen lassen sich über eine App auf dem Smartphone bedienen. Dies bietet einen hohen Komfort für den Mieter.

Die Innovation liegt aber nicht ausschließlich in der digitalen Anbindung einzelner, alltäglicher Prozesse, sondern insbesondere in der selbstlernenden Fähigkeit des Systems. Mit der Zeit erkennt die zentrale Steuerung die Gewohnheiten der Gebäudenutzer und passt sich mittels Algorithmen an. Das Nutzerverhalten und der Gebäudezustand werden durch Künstliche Intelligenz analysiert und ausgewertet, wodurch sich das Gebäude automatisiert, selbst steuert, optimiert und auf die eigene “Gesundheit” achtet. Dabei spielt die Informationsmenge eine entscheidende Rolle. Denn je mehr Daten preisgegeben werden, desto besser sind die Funktionen. Und desto größer die Vorteile, die man im Arbeitsalltag hat.

 

Betreiber und Inhaber profitieren

Bei einem Smart Building ergeben sich aber nicht ausschließlich Vorteile für den Nutzer. Insbesondere Gebäudebetreiber und letztendlich -besitzer profitieren erheblich. So werden Störungen, etwa des Aufzugs, schon vor dem Ausfall erkannt und können behoben werden. Das Stichwort hierfür lautet Predicitve Maintenance. Predicitive Maintenance ist in vielen Bereichen bereits gelebte Realität – so auch beim Aufzugsmanagement. Dabei kommt es darauf an, dass die technische Lösung direkt mit der Steuerung des Aufzugs verbunden ist. Mit den relevanten Daten wird in einer Cloud ein digitaler Zwilling aufgebaut, angereichert und dieser dann umfassend basierend auf künstlicher Intelligenz analysiert und optimiert. Somit stehen in Echtzeit ausreichend Informationen über den Zustand des Aufzugs zur Verfügung und relevante Entscheidungen können schnell getroffen werden. Predictive Maintenance erkennt Fehler frühzeitig – bevor sie entstehen. Das minimiert die Ausfallrate von Aufzugsanlagen, senkt die Kosten und erfordert weniger Ressourceneinsatz, reduziert also auch deutlich den CO2-Verbrauch und erhöht die Lebenszeit des Aufzuges.

Das Unternehmen Aufzughelden hat dazu die Aufzughelden-Box entwickelt, deren Technologie direkt mit der Steuerung eines jeden Aufzuges gekoppelt werden kann – unabhängig von Alter und Hersteller des Aufzugs. Damit kann in der Cloud in Echtzeit ein Digitaler Zwilling aufgezeigt werden, der Aufschluss über das “Innere” eines jeden Aufzugs gibt. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz werden so Gewohnheiten und vor allem Ungewöhnliches ermittelt. Das System alarmiert Techniker, bevor es zum totalen Stillstand kommt. Noch bevor das Wartungsunternehmen anreist und das Problem analysiert, sind die Informationen für eventuell benötigte Ersatzteile bereits weitergegeben. Und nicht nur das: Die Aufzughelden-Box stellt auch eine Schnittstelle zur Verfügung, mit der externe Geräte angesteuert werden können.

 

Einsatz eines Roboters

Ein Beispiel für eine Integration eines externen Gerätes ist ein Hotel in München. Gemeinsam mit dem Münchner Technologieunternehmen Robotise hat Aufzughelden einen Serviceroboter installiert, der den Gästen automatisch ihre Getränke bringen kann. Er interagiert mit dem Aufzug, sucht den optimalen Weg und digitalisiert ganz nebenbei den Prozess Minibar im Hotel. Damit die Kommunikation zwischen Roboter und Lift reibungslos gelingt, müssen viele unterschiedliche Parameter und Steuerungen zusammenarbeiten und funktionieren. Mit der innovativen Technologie von Aufzughelden gelingt das. Lift und Roboter kommunizieren miteinander, die Maschine gibt dem Aufzug Signale. Das passiert durch eine moderne Cloud-Technologie, über die der Roboter problemlos mit seinem Transportmittel kommunizieren kann: Der Lift bringt den Roboter auf die gewünschte Etage. Dafür muss ein Mitarbeiter nicht mal mehr den Knopf im Aufzug drücken. Aufzughelden befähigt Aufzüge unterschiedlicher Hersteller, indem sie diese über ihre digitalen Zwillinge in der Cloud kommunizieren lässt. Dies ist ein ganzheitlicher Ansatz, der dem Betreiber, in diesem Fall dem Hotel, langfristig einen großen Benefit bringt.

 

Worauf bei der Gebäudedigitali­sierung zu achten ist

Ein intelligentes Gebäude ist eine dynamische, empfindungsfähige Infrastruktur. Welche Kriterien sollten bei der Umsetzung berücksichtigt werden, um erfolgreich zu sein? Nachfolgend eine Übersicht der Do‘s and Don’ts:

Do’s in der Gebäude­­­digitalisierung

Der Mehrwert fürs Geschäft muss unmittelbar erkennbar und messbar sein (mittels KPI’s, Monitorings, Dashboards etc.)

Partnerschaften und bereits vorhandene und weiterentwickelte Lösungen nutzen, um diese gemeinsam weiterzuentwickeln

Lieber kleinere, aber schnelle Schritte als alles auf einmal wollen

Agil in kleinen Teams agieren (schnelle Abstimmungs- und Entscheidungswege)

Dabei wichtig: Fehlerkultur und schnelleres Lernen

Die gesamte Gebäudedigitalisierung als Ökosystem anlegen, um die Zukunftssicherheit sicherzustellen

Don‘ts in der Gebäude­digitalisierung

Der Einsatz von Technologien, die nicht eine essenzielle Funktionalität des Gebäudes spürbar verbessern und nicht zur Effizienzsteigerung beitragen

Sich nicht auf die Expertise anderer verlassen

Nicht zügig handeln – je weiter die Entscheidung zur Digitalisierung nach hinten geschoben wird, umso schwieriger und zeitintensiver wird es diese umzusetzen

Veraltete Hierarchien und Prozesse vor Modernisierung, Fortschritt und Innovation stellen

Investition in Innovationen als Risikoinvest mit ungewissem Ausgang betrachten

Falsche Prioritäten setzen (Bezogen auf Aufzüge: Fünf verschiedene Wartungsunternehmen zu vergleichen, als einmalig zu digitalisieren)

Fazit

Zusammengefasst hat die digitale Transformation in vielen Industrien und Branchen Einzug gehalten und verspricht vor allem Effizienz-, Komfort- und Qualitätssteigerungen. Hierbei ist der Haupttreiber der Entwicklung die immer stärker werdende Forderung nach Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Kostensenkungen. In der Kombination von Datenerfassung, Datenauswertung und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz liegt das Potenzial des Smart Building für die Zukunft.

Das digitale Aufzugsmanagement spielt bei der Digitalisierung eines Gebäudes eine entscheidende Rolle. Der Aufzug ist das digitale Rückgrat des Smart Building, denn er ist durch die Vertikale mit jeder Etage verbunden und kann dadurch als Datenlieferant für das ganze Gebäude genutzt werden. Ohne Daten geht es nicht, sie bilden die Grundlage aller Digitalisierungsprozesse und ebnen damit einen wesentlichen Weg hin zu Smart Buildings.

 

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