Tipps zu ordnungsgemäßen und energieeffizienten Betrieb von Klimaanlagen

Betreiberpflicht erfüllt –
sauber und standardisiert!

Der Sommer ist da, und damit auch die Hochsaison für den Betrieb von Klimaanlagen. Damit diese hygienisch, im Sinne des Klimaschutzgesetzes energieeffizient und entsprechend den einzuhaltenden Pflichten betrieben werden können, spielt eine regelmäßige Prüfung, Wartung und Reinigung der Luftleitungssysteme eine wichtige Rolle.

In der Praxis werden diese jedoch viel zu selten durchgeführt, obwohl die VDMA 24186-1, die VDI 6022-1, die VO (EU) 517-2014 oder die DIN EN 15780 anderes vorschreiben. Nur selten sind sich die Betreiber von Klimaanlagen bewusst, dass für deren ordnungsgemäßen hygienischen und energieeffizienten Betrieb regelmäßige Prüfungs- und Wartungszyklen sowie Reinigungsarbeiten einzuhalten sind. Werden diese nicht durchgeführt, sammeln sich auf den Oberflächen der Luftleitungssysteme sehr schnell Verunreinigungen, Keime, Pilze, Schadstoffe und Viren an. Diese können beim Überströmen in die Luft und damit in die angrenzenden Innenräume gelangen und zu hygienischen oder gesundheitlichen Probleme führen – nicht nur in Zeiten von Corona.

Weitere negative Folgen sind Verunreinigungen, die potenzielle Brandherde darstellen, den Reibungswiderstand ­erhöhen und dadurch zu höheren Betriebskosten und einer geringeren Energieeffizienz führen. Der in der Lüftungsanlage resultierende Druck­abfall führt zu geringeren Luftwechselraten, die wiederum ein schlechteres Raumklima zur Folge haben. So reicht eine Reduzierung der Luftwechselrate um 10 % aus, um ein gesundes in ein schlechtes Raumklima zu verwandeln. Regelmäßig prüfen für einen keimfreien Betrieb Ohne die regelmäßigen Prüfungen, Wartungen und Reinigungen werden Luftleitungssysteme entgegen den Vorschriften betrieben. Eigentümer oder Betreiber riskieren dadurch bei Kontrollen hohe Bußgelder, in einem Schadensfall ggf. sogar den Verlust des Versicherungsschutzes, da die Sicherheit von Menschen und Umwelt gefährdet ist.

Tritt ein Schaden auf, z.B. ein Brand oder eine Erkrankung, sind Eigentümer und Betreiber in der Nachweispflicht. Mit einer sauber geführten Dokumentation gilt es zu beweisen, dass alles erfüllt wurde, was gefordert ist. Dies bedeutet z.B. eine Begehung der Anlage, der Außenluftansaugung und der versorgten Räume sowie eine regelmäßige und fachgerechte Kontrolle der Luftleitungen und Filter. Ziel ist es, eine einwandfrei funktionierende und keim­­frei arbeitende raumlufttechnische Anlage ­sicherzustellen. Je nach Anlagentyp, Bundesland und anderen Kriterien sind dafür z.B. die Wartungen und auch Reinigungen alle zwei bis drei Jahre durchzuführen. Endlich eine Norm für die Reinigung Während die Wartungen und Prüfungen recht genau definiert sind, auch in puncto, wer darf was, war dies bei der Lüftungsreinigung lange Zeit nicht der Fall. Dabei geht es um die Reinigung eines Gewerks, welches das Gesamtergebnis vieler am Prozess beteiligter Akteure, wie Planer, Spediteur, Installateur, Trockenbauer, Architekt etc. darstellt und bei dem alle Versäumnisse aus Planungs-, Liefer-, Lager-, Montage- und Bauphase zusammenlaufen. Statt einem standardisierten Skript, das als Lehrbasis dient, müssen Lüftungsreiniger ihre Kenntnisse aus der Erfahrung sammeln. Sprich, eine Tätigkeit, die höchste Ansprüche an die ausführenden Unternehmen stellt, muss beim Kunden erlernt werden.

Richtlinien beachten

Um dies zu ändern, wurde in einer deutsch-österreichisch-schweizerischen Zusammenarbeit das neue Blatt 8 der Richtlinienreihe VDI 6022 erarbeitet, dessen Veröffentlichung 2022 als Weißdruck unter der Bezeichnung VDI/ÖFR/SWKI 6022 Blatt 8 „Lüftungsreinigung“ geplant ist. Ab dann wird erstmals ein technisches Regelwerk für die Dienstleistung Lüftungsreinigung vorliegen (auf Basis des Grundlagenpapiers RSOE 6000 des ÖFR (Österreichischer Fachverband für Raumlufttechnik)), das im Idealfall zu einer regelmäßigen Reinigung von Luftleitungssystemen beiträgt. Reinigung mit dem Weltmarktführer Einfach und unkompliziert ist die Reinigung von Luftleitungssystemen beispielsweise mit den Geräten des Anbieters LIFA Air möglich (in Deutschland vertrieben von der Mez-Technik GmbH). Mit den Handbohrerwellen, pneumatisch oder elektrisch angetriebenen Maschinen von LIFA Air können die Oberflächen runder und eckiger Kanäle mit Durchmessern von 160 mm bis 2.500 mm zuverlässig gereinigt werden.

Bei der Anwendung in zwei Richtungen lassen sich ausgehend von nur einer Öffnung Leitungslängen bis zu 75 m in einem Stück säubern. Reicht die Reinigungskraft der rotierenden Bürsten nicht aus, um Verschmutzungen von den Oberflächen zu lösen, können einige Maschinen zusätzlich schmutzlösende Substanzen auf die Oberflächen aufsprühen. Zudem kann die Drehrichtung der rotierenden Reinigungswelle geändert werden, um Leitungsbiegungen und -kurven sicher zu meistern. Sollen Hindernisse erkannt, das Reinigungsergebnis in Echtzeit bewertet oder die Lenkvorrichtung der Maschinen während der Reinigung überwacht werden, können einige Reinigungssysteme mit einer optional aufsetzbaren Kamera ausgestattet werden. Der Anwender kann den Reinigungsvorgang in Echtzeit auf einem Monitor verfolgen und/oder die Bilder sind für eine spätere Auswertung auf einem Datenträger speicherbar.

Für mehr Hygiene

Ist die Reinigung beendet, können die gelösten Verunreinigungen und Verschmutzungen mit Hilfe verschiedener Vakuum- und Unterdruckeinheiten (mit einer Saugleistung bis zu 2.500 m³/h) zuverlässig und effektiv aus der Leitung entfernt werden. In Kombination mit HEPA-Filtern lassen sich Partikel über 3 mm bis zu 99,97 % entfernen. Werden Aktivkohlefilter eingesetzt, können auch gasförmige Verbindungen aus der Raumluft isoliert werden. Eine Luftwäsche ist mit Hilfe eines Gasfilters möglich. Als letzter Schritt des Reinigungsprozesses sollten Desinfektions- und Kanalbeschichtungssubstanzen auf die gereinigten Leitungsoberflächen aufgesprüht werden. Diese verlangsamen eine erneute Verschmutzung und tragen damit zur Aufrechterhaltung hygienischer und gesundheitlich zuträglicher Bedingungen bei. Zudem können dadurch die Betriebskosten längerfristig gesenkt und die Energieeffizienz der gesamten Anlage erhöht werden.

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