Legionellengefahr bei luftbefeuchteten Klimaanlagen: Hygieninspektion nicht auf die leichte Schulter nehmen

Angenehm gekühlte Kaufhäuser, Krankenhäuser, Restaurants, Hotelzimmer und Büros sind eine Wohltat, wenn draußen brütende Sommerhitze herrscht. Keine Frage: Klimaanlagen erleichtern uns das Leben. Sie können allerdings bei mangelnder Wartung und Reinigung zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem werden, warnt Willi Krüger, Betriebsleiter Technik bei der Niederberger Gruppe (www.niederberger-gruppe.de). Die VDI 6022, Richtlinie für Hygieneanforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte, schreibe sogar genaue Kontrollintervalle vor.

„Klimaanlagen müssen regelmäßig gewartet und gereinigt werden“, macht Krüger aufmerksam. Nur so könnten technische und hygienische Mängel rechtzeitig erkannt und behoben werden. Ganz besondere Vorsicht sei bei Anlagen geboten, die mit Luftbefeuchtung, beispielsweise Verdunstungs- oder Sprühbefeuchtung, ausgestattet seien. „Solche Nasskühlanlagen gelten als hygienische Schwachstelle unter den raumlufttechnischen Anlagen, denn sie bieten Legionellen und Schimmelpilzen einen besonders guten Nährboden.“

In den Filtern und Rohren sammeln und vermehren sie die Mikroorganismen und werden mit dem Luftstrom dann nach außen geschleudert. Eingeatmet können sie zu ernsthaften Atemwegs- bzw. Lungenerkrankungen führen. Eine regelmäßige Hygieneinspektion darf deshalb von Anlagenbetreibern keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Im Gegenteil: Arbeitgeber, Händler und Betreiber von Hotel- und Gastronomiebetrieben stehen in der Fürsorgepflicht, alles nach aktuellem Stand der Technik zu tun, um eine gesundheitliche Gefährdung durch technisches Gerät für ihre Mitarbeiter und Besucher auszuschließen.

Die Spezialisten der Niederberger Gruppe führen ebenfalls die „Wiederholungs-Hygieneinspektion“ für Betreiber von RLT-Anlagen durch. „Neben der Sichtprüfung der RLT-Anlage auf hygienische Schwachstellen und Problemzonen werden von unseren Fachleuten mikrobiologische Proben auf Oberflächen entnommen“, ergänzt Krüger. Bei Anlagen mit Befeuchter mit Umlaufwasser entnehme man zusätzlich auch eine Probe des Befeuchtungswassers.

Die Untersuchung erfolgt in akkreditierten Laboren. Über das Ergebnis der Hygieneinspektion erstellt das Unternehmen eine rechtssichere und individuelle Dokumentation des Hygienezustandes der inspizierten RLT-Anlage, einschließlich einer Auflistung von Empfehlungen für notwendige Maßnahmen. „Werden Legionellen oder Schimmelpilze gefunden bzw. nachgewiesen ist eine intensive Reinigung mit anschließender Desinfektion aber unumgänglich“, so Krüger.

Der Gebäudereinigermeister beruhigt aber: „Legionellen können in RLT-Anlagen ohne Luftbefeuchtung nicht gebildet werden. Da es sich beim Kondensat nicht um Frischwasser handelt, enthält es keine Legionellen und es können sich in solchen Sekundärluftbetrieben in aller Regel auch keine bilden. Das wäre nur per Fremdeintrag möglich. Ähnlich ist es auch bei Mono- und Multisplit-Klimaanlagen, die erfahrungsgemäß überwiegend im gewerblichen bzw. beruflichen Umfeld eingesetzt werden.“

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