Auf die richtige Methode kommt es an

Reinigung von Sonnenschutzanlagen

Ob Jalousien, Vertikal-Lamellen, Flächenvorhänge, Rollos oder Plissees – Sonnenschutz ist nicht nur ­Schattenspender, sondern spielt heute eine wesentliche Rolle im Energiemanagement moderner Gebäude.

Immer komplexere Ausrüstungen und Beschichtungen stellen die Reinigung allerdings vor neue Herausforderungen. Hohe Reflektionswerte werden bei Sonnenschutzanlagen durch aluminiumbedampfte oder perlexbeschichtete Stoffe erreicht. Darüber hinaus reicht die Palette der Spezialbeschichtungen von
Teflonbeschichtungen über antistatische Beschichtungen oder Versteifungsappreturen bis zu flammhemmenden Imprägnierungen. Der Einsatz der falschen Reinigungstechnik kann hier zur Ablösung der Beschichtungen führen und die Anlagen irreparabel beschädigen. Immer wieder kommt es in der Gebäudereinigung zu solchen Fällen, da auf Grund von Unkenntnis, die falsche Reinigungsmethode gewählt wurde.

Lange Zeit wurde zum Beispiel die Ultra­schallreinigung als die Methode propagiert, mit der man so gut wie alle Sonnenschutzsysteme reinigen kann. Dabei kann gerade die Ultraschallreinigung zum Problem werden, da der Ul­tra­schall nicht zwischen Verschmutzung, Beschichtung und Material unterscheiden kann, sondern alle Komponenten gleichzeitig versucht zu entfernen. Sind in der Beschichtung nur kleinste Risse oder Kratzer, kann die Ultraschallreinigung die komplette Beschichtung ablösen. Dem Gebäudereiniger bleibt dann nichts anderes übrig, als den beschädigten Sonnenschutz zu ersetzen. Auch die Reinigung mit dem Hochdruckreiniger verursacht häufig Schäden. Immer wieder kommt es zu Reklamationen, da versucht wurde, Außenjalousien direkt am Gebäude mit einem Hochdruckreiniger zu reinigen. Die Folge ist häufig ein Knicken oder Verbiegen der einzelnen Lamellen. Abgesehen davon, ist das Reinigungsergebnis bei stark verschmutzten Außenjalousien mit dem Hochdruckreiniger in den meisten Fällen unbefriedigend. Der Schmutzfilm bleibt, trotz Einsatz von Chemie und Wasserdruck, auf der Lamelle. Ein Nachpolieren ist dann unabdingbar, aber sehr zeitaufwendig und daher auch unökonomisch. Der VDS-Verband Deutscher Sonnenschutzreiniger e.V. empfiehlt hier ein mobiles Bürstenwalzensystem, das ohne Einsatz von Chemie arbeitet und vor allem zeitökonomisch reinigt.

Getestete Reinigungsmethoden

Der VDS-Verband Deutscher Sonnenschutzreiniger e.V. hat in unterschied­lichen Methodentests sämtliche Reinigungsmethoden für Sonnenschutz getestet und festgestellt, dass besonders technische Textilen wie Rollos, Flächenvorhänge, Plissees oder Screenvorhänge, aber auch Jalousien, nur in besonders schonenden Verfahren gereinigt werden können. Diese Reinigungsverfahren müssen, neben einem positiven Reinigungsergebnis, drei wesentliche Punkte sicherstellen:

1. Die Sonnenschutzanlagen müssen formstabil und knickfrei erhalten
bleiben.

2. Spezielle Beschichtungen dürfen nicht beschädigt werden.

3. Die Reinigung sollte, speziell in der gewerblichen Mengenabwicklung, ökonomisch sein.

Als beste Methode, die diese Kriterien erfüllt, hat sich das Bürstenwalzenverfahren herausgestellt. In diesem Verfahren werden textiler Sonnenschutz und auch Horizontal-Jalousien mittels rotierender Bürsten gereinigt. Je nach Sonneschutz-System gibt es die Methode der Bürstenwalzenreinigung in unterschiedlichen Reinigungsgeräten. Bei flächigem, textilem Sonnenschutz arbeitet die Methode in einem Vollautomaten in dem der Bürstendruck dem Material und der Beschichtung angepasst wird. Für Jalousien gibt es sowohl stationäre, als auch mobile Systeme. Die Entscheidung, welches System zum Einsatz kommt, hängt auch davon ab, ob es direkt am Gebäude eingesetzt werden kann, oder ob es sich um innen- oder außenliegenden Sonnenschutz handelt. Vertikal Lamellen werden dagegen in einem hubmechanischen Waschverfahren gereinigt.

Und textiler Sonnenschutz
im ­Außenbereich?

Textiler Sonnenschutz im Außenbereich dient nicht nur als Schattenspender, sondern auch als Regenschutz. Wind und Wetter setzen dem Material daher besonders zu. Schmutz, Feuchtigkeit oder Pflanzenteile können, in Verbindung mit starker Sonneneinstrahlung, in relativ kurzer Zeit hochwertigen Sonnenschutz äußerst unansehnlich werden lassen. Wartet man mit der Reinigung zu lange, kann die Verschmutzung das Material beschädigen und eine Reinigung wird unmöglich. Dann hilft nur noch der komplette Austausch des Stoffs. Zur Reinigung wird der Stoff in der Regel demontiert und in speziellen Wannen, unter Anwendung eigens dafür entwickelter Chemie, gewaschen, imprägniert und in speziellen Trocknungsanlagen getrocknet.

So gibt es für jeden Sonnenschutz die passende Reinigungstechnik. Vom hubmechanischen Waschverfahren, über ­Ultraschall bis zu Bürstenwalzentechnik reicht das Spektrum. Nur qualifizierte Fachbetriebe können garantieren, dass neben der entsprechenden Technik, auch das notwendige Fachwissen zum Einsatz kommt, um qualitativ hochwertige Produkte professionell zu Reinigen. VDS- Fachbetriebe übernehmen neben der Reinigung meistens auch den kompletten Service der De- und Montage der Anlagen, oder kooperieren mit Gebäudereinigern, Raumausstattern oder Jalousie – und Sonnenschutztechnikern vor Ort.

Der VDS empfiehlt...

Unterschiedliche Sonnenschutzsysteme erfordern auch verschiedene Reinigungs­methoden. Auch die Auswahl der richtigen Reinigungsmittel sowie Waschzeit und -temperatur spielen eine wichtige Rolle.  Im Zweifelsfall beim VDS- Verband Deutscher Sonnenschutzreiniger e.V. informieren. Hier werden neben fachlichen Informationen auch Fachbetriebe empfohlen.

Bei größeren Stückzahlen, unabhängig vom Sonnenschutzsystem und der Reinigungsmethode, immer vorab eine Probereinigung bei ein oder zwei Anlagen durchführen. Besonders textiler Sonnenschutz reagiert, abhängig vom Material, oft unterschiedlich.


Weitere Informationen unter www.vds-sonnenschutz.de       

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