Her mit den neuen Strategien!

Um dem gefühlten Dauer-Krisen-Modus endlich zu entkommen, braucht es neue Strategien! Denn die Herausforderungen, die insbesondere der Klimawandel und die damit verbundene Forderung nach mehr Nachhaltigkeit an uns stellen, sind nach wie vor groß. Und es sind nicht die einzigen Themen, für die wir einen ­Strategiewechsel brauchen. Denn es steht noch viel mehr auf der Agenda: etwa die Energiefrage, die leider immer noch nicht hinreichend geklärt ist – und gerade jetzt dringlicher denn je beantwortet werden muss. Oder die Ressourcenwende, die eher heute als morgen kommen muss, denn die Lieferengpässe – vom Bauholz bis zum Computerchip – der vergangenen Monate ­haben gezeigt, dass auch hier neue Strategien hermüssen. Weitermachen wie bisher ist keine Option!

Das ist auch die Idee des „Neuen euro­päischen Bauhaus (NEB)“: Eine Ideenschmiede für Experten und Bürger gleichermaßen, die die große Vision des europäischen Green Deal mit konkreten Veränderungen vor Ort verbinden und anstoßen will. Im dritten Teil unserer Artikel-Reihe zum NEB ab Seite 12 erfahren Sie, wie eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen durch die Umsetzung einer echten zirkulären Wertschöpfung in der Bau- und Immobilienwirtschaft geschafft werden kann.

Aber alle hehren Ziele nützen nichts, wenn die Finanzwirtschaft sie nicht ­unterstützt. Das ist jetzt anders, denn EU-Taxonomie fordert genau dies ein. Mehr noch: Mit der Taxonomie-Verordnung ist wurde der technische Rahmen für die Umsetzung des EU-Green-Deals geschaffen. Durch die Verordnung müssen erstmals auch nicht finanzielle Qualitäten – also ökologische und nachhaltige – ­offengelegt werden. Und das führt natürlich dazu, dass wir uns intensiver mit diesen Themen auseinandersetzen. Es wird also schon bei der Kreditvergabe – beispielsweise für neue Immobilienprojekte – die Frage gestellt, welche Maßnahmen umgesetzt werden, um ein 'besseres Gebäude' zu errichten. Dieser und anderen Fragestellungen gehen wir darum in unserer aktuellen Ausgabe intensiv nach: In Interviews und Praxisberichten erfahren Sie, wie Sie etwa „auf die Taxonomie-­Verordnung reagieren“ (ab Seite 18) oder wie nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für einen Handelsstandort ­entwickelt werden können. Der Artikel „360-Grad-Fokus für grüne Handels­immobilien“ (ab Seite 22) beschreibt ­beispielsweise, wie Betreiber mehr ­Nach­haltigkeit für die Assetklasse der Fachmarktzentren schaffen.

Doch neben all diesen ressourcen-, energie- und klimawirtschaftlichen Aspekten stellt sich am Ende auch die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit, die ­besonders beim Thema ESG im Mittelpunkt steht. Im wahrsten Wortsinn steht Social zwischen Environment und Governance! ­Dieser Faktor wird oft vergessen, ist aber umso wichtiger, was auch die Initiative „Die Möglichmacher – Facility Management“ mit ihrer Anfang Februar präsentierten strategischen Neuausrichtung in den Fokus rückt (ab Seite 8). Die in der Ini­tiative organisierten FM-Unternehmen wollen damit neben den Kernthemen ­Systemrelevanz, Nachhaltigkeit und ­Klimaneutralität eben auch die Bereiche Diversity und Inclusion sowie die soziale Gerechtigkeit ins Bewusstsein rücken!
So stellt die Initiative das Facility Management ­in einen gesellschaftspolitischen ­Fokus. Ein Schritt in die richtige Richtung, und bestes Beispiel dafür, dass neue Strategien helfen Herausforderungen anzunehmen und schließlich zu meistern!