Dreißig

oder wenn Sie so wollen – drei Jahrzehnte – das klingt schon ziemlich viel. Und ein wenig Stolz schwingt bei uns auch mit, wenn wir auf die zurückliegenden Jahre blicken. Was haben wir nicht alles erlebt: Von den ersten Fachveranstaltungen und Kongressen bis hin zu den Grundsatzdebatten, was das FM denn nun eigentlich ist oder wie es zu sein hat. Besonders die Diskussion zu den Leistungsbildern und Begrifflichkeiten hat unsere frühen Jahre maßgeblich geprägt – wer erinnert sich nicht an die DIN 32736 (Schwarzdruck 2000)? Oder die großen Outsourcing-Wellen der nicht-kernbezogenen Tätigkeiten vieler Corporates, um Kosten zu senken und sich endlich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Vielleicht kennen viele von Ihnen auch noch die ersten Veranstaltungsformate wie die Constructec, die bereits 1994 an den Start ging, sich aber nicht durchsetzen konnte. Oder die IRW in Köln, auf der 1997 erstmals die gefma-Förderpreise vergeben wurden. An dieser Stelle herzliche Glückwünsche an die diesjährigen Preisträger. Auf dem zurückliegenden gefma Jahresevent in Düsseldorf wurden gerade neun Abschluss- und Projektarbeiten im Facility Management ausgezeichnet.

Aber was genau bedeuten dreißig Jahre im Facility Management? Wie hat sich die Branche in dieser Zeit verändert? Welche Entwicklungen haben die größten Veränderungen gebracht? Die wichtigste gleich zuerst: Das FM ist vom Kostenfaktor zum Wertetreiber geworden. Die Zeiten von „Sorgt einfach dafür, dass die Heizung läuft und die Schreibtische geputzt sind…“, sind vorbei. Denn das Facility Management als strategische Disziplin sorgt heute nicht nur für die berühmte Nutzerzufriedenheit oder rein operative Instandhaltung. Die zunehmende Professionalisierung durch Normen und andere Standards, Ausbildungswege und Studiengänge oder Zertifizierungen, hat uns weiter gebracht – vom einstigen Status ­„irgendwas mit Technik und Instandhalten“ hin zu einer wirklichen Schlüsselfunktion. Und ja, das FM hat einen unmittelbaren Einfluss auf den Unternehmenserfolg! Hilfreich dabei sind heute die großen Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und KI.
Als beispielsweise Anfang der 1990er Jahre die ersten CAFM-Systeme auf den Markt kamen, ging es meist nur um das bloße Erfassen von Anlagen- und Inventarlisten. Gern auch mit Excel-Listen. Vielleicht wurden auch Wartungspläne hinterlegt oder dann und wann die ein oder andere Störungsmeldung verarbeitet. Und heute? Vom Dokumentationswerkzeug für Flächen und Anlagen inklusive Wartungstermine, haben sich die Systeme zu ­integrierten, meist webbasierten Plattformen entwickelt. Sie vernetzen Daten aus vielen Quellsystemen, bilden End-to-End-Prozesse ab, unterstützen mobile Nutzer und liefern Management-Kennzahlen in Echtzeit. Der Schwerpunkt hat sich damit von der reinen Bestandsverwaltung hin zu Prozess-, Service- und Strategiefunktionen verschoben. Und diese liefern so belastbare Kennzahlen, die für die EU-Regulatorik und das ESG-Reporting unerlässlich sind.

Und in Zukunft? In der veränderten Gemengelage, die zum einen durch rasante digitale Entwicklungen, aber auch die Pandemie, Energiekrisen und Klima­wandel und nicht zuletzt durch Künstliche Intelligenz geprägt ist, braucht es starke Netzwerke und Innovationen. Wir wollen für Sie dranbleiben und wichtige, valide Informationen und Einschätzungen liefern. Und auch Impulse setzen, um gemeinsam zu gestalten und den branchenübergreifenden Dialog zu fördern. Denn am Ende bedeutet FM auch immer Faktor Mensch! Darum danke, für Ihre Treue und auf die nächsten gemeinsamen Jahre!

Ihre

Kerstin Galenza

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