Alles wird gut!
Ja, ich weiß, das haben Sie von mir schon öfter gehört. Aber was soll ein hoffnungsloser Optimist wie ich auch anderes tun? Natürlich ist die Gesamtlage derzeit eher schlecht. Oder optimistisch formuliert: ausbaufähig. Ja, und es fällt schwer daran zu glauben, dass am Ende doch alles gut wird, neben all den verpassten Klimazielen, Kriegen und zu hohen Energiepreisen. Und doch ist die Gesamtlage nicht hoffnungslos, denn es gibt sie, die positiven Prognosen und Ausblicke in 2026!
Anfang März beispielsweise veröffentlichte Lünendonk & Hossenfelder den neuen Konjunkturindex Facility Service, in dem die deutschen Facility-Service-Unternehmen trotz aller Herausforderungen positiv in das Geschäftsjahr 2026 blicken. Für das erste Quartal wird ein Umsatzplus von 5,5 % erwartet, für das Gesamtjahr sogar ein Wachstum von 6,6 %. Das ist keine naive Schönfärberei, sondern bemerkenswert realistisch – gerade weil die Probleme ja nicht kleiner geworden sind. Fachkräftemangel, steigende Kosten und anhaltender Preisdruck setzen die Branche weiter unter Druck. Aber entscheidend ist: Sie reagiert. Mit Digitalisierung, mit Künstlicher Intelligenz, mit neuen Wegen in der Personalgewinnung und mit dem klaren Willen, sich zukunftsfähig aufzustellen.
Und dieser Wille wurde auch auf den Messen und Kongressen der vergangenen Wochen gezeigt: Etwa auf der Light + Building, die sichtbar machte, mit welchem Tempo Innovationen in Gebäude, Technik und Infrastruktur gerade Einzug halten. Vernetzung, Elektrifizierung, intelligente Systeme und KI sind längst keine abstrakten Zukunftsbilder mehr, sondern konkrete Werkzeuge für effizientere, leistungsfähigere und nachhaltigere Gebäude.
Auch der World Workplace Europe in Den Haag (hier entstand auch unser FM-Superman-Foto) sendete ein starkes Signal: Facility Management rückt international immer klarer in eine strategische Rolle. Es geht nicht mehr nur darum, Betrieb sicherzustellen, sondern darum, Arbeitswelten aktiv mitzugestalten, Flächen intelligenter zu steuern, Daten besser zu nutzen und damit Produktivität, Nutzererlebnis und ESG-Ziele zusammenzubringen. FM organisiert eben nicht nur den Alltag – es schafft die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen überhaupt leistungsfähig und anpassungsstark bleiben.
Dass die Anforderungen steigen, aber daraus auch Chancen erwachsen, zeigte sich ebenso auf der MIPIM – auch hier waren die geopolitischen Unsicherheiten deutlich spürbar. In diesem Jahr gab es weniger Show, dafür mehr Substanz. Und die Erkenntnis: Kapital ist da, aber selektiver und datengetriebener, denn gefragt sind resiliente Gebäude, verlässliche Betriebsdaten, glaubwürdige Dekarbonisierungspfade und wirtschaftlich tragfähige Konzepte. Mit anderen Worten: Genau die Kompetenzen, auf die es in der FM- und Immobilienbranche jetzt ankommt.
Wird also automatisch alles gut? Natürlich nicht. Aber die Richtung stimmt. Die Branche wartet nicht ab, sie bewegt sich. Sie investiert, lernt, vernetzt sich und entwickelt neue Antworten auf neue Fragen. Und vielleicht ist genau das heute die realistischste Form von Optimismus: nicht blind auf bessere Zeiten zu hoffen, sondern sie entschlossen mitzugestalten.
Denn wenn die vergangenen Wochen eines gezeigt haben, dann dies: Es geht voran. Und das ist, gerade in diesen Zeiten, schon sehr viel. Und am Ende, da bin ich sicher, dass doch alles gut wird!
Ihre
Kerstin Galenza
