Corona könnte das Nachfrageverhalten von Büromietern verändern

Der Ausbruch und die rasche Verbreitung des Coronavirus könnten auch die Gewerbeimmobilien-Branche vor Herausforderungen stellen. Weil die wirtschaftlichen Folgen derzeit noch nicht absehbar sind, verhalten sich bereits heute Büromieter teilweise am Markt zögerlicher als in der Vergangenheit. Oliver Schön, Geschäftsführer von blackolive: „Wir haben den Eindruck, dass unsere Geschäftspartner und Auftraggeber nicht in Panik verfallen durch die neue Situation. Eine gesunde Vorsicht ist allerdings zu spüren.“

Nachfrageverhalten könnte sich verändern

blackolive berät zum Beispiel aktuell einen großen internationalen Kunden, der in Frankfurt seine Flächenanforderung reduziert hat, weil laut Geschäftsleitung von „nachhaltigen wirtschaftlichen Einschränkungen“ durch das Coronavirus und seine Folgen auszugehen sei.

In einem anderen Fall stand ein Unternehmen, das aktuell ein unbefristetes Mietverhältnis in einem Business Center hat, vor der Unterschrift eines Fünfjahresvertrages. Der Abschluss wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, weil das Unternehmen zunächst die wirtschaftlichen Auswirkungen abwarten möchte. Oliver Schön: „Noch ist selbstverständlich nicht zu beurteilen, ob solche Beispiele Einzelfälle bleiben. Wir halten es aber für sehr realistisch, dass sich das Nachfrageverhalten kurz- bis mittelfristig dahingehend verändern könnte.“

Aufgrund der Befristung von gewerblichen Mietverträgen und dem damit einhergehenden Handlungsdruck seitens der Mieter gehen wir trotzdem von einer weiterhin „gesunden“ jedoch zögerlicheren Nachfrage aus.

Im Investment-Bereich ist nach Einschätzung von blackolive nicht mit einer Veränderung des Renditenniveaus zu rechnen. Allerdings könnten Verhandlungen über großvolumige Transaktionen in den kommenden Wochen ins Stocken geraten. Oliver Schön: „Gerade bei sehr großen Immobilien werden oft Teams von Gutachtern, etwa von technischen Dienstleistern oder Banken, benötigt. Allerdings ist die Bereitschaft, solch‘ große Teams aktuell einzusetzen, verständlicherweise rückläufig. Die Reisetätigkeiten werden zunehmend eingestellt. Hier gilt wie immer: Die Gesundheit geht vor.“


Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 03/2020 BIV und BG BAU

Coronavirus-Arbeitsschutzstandard für Gebäudereiniger veröffentlicht

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) haben Ende April gemeinsam einen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für...

mehr

ISS Deutschland: Corona verändert die Rolle der Cleaning Services

Bei der Eindämmung des Coronavirus spielen Hygiene und Reinigung eine entscheidende Rolle. Was vor der Pandemie häufig als nebensächliche Notwendigkeit oder Komfortfaktor angesehen wurde, erhält...

mehr
Ausgabe 05/2021 Wisag

Immer mehr Kommunen und Unternehmen werden mit Luftreinigern ausgestattet

Aerosole in schlecht belüfteten Räumen gelten als einer der Übertragungswege des Coronavirus SARS-CoV-2. Kontinuierliches Quer- und Stoßlüften hilft, ­Aerosole in der Raumluft zu verdünnen und...

mehr
Ausgabe 03/2021 …und warum die Pandemie führt zu langfristigen Marktveränderungen führen wird

Die Zukunft flexibler Bürolösungen

Die Zukunft des physischen Büros ist in diesem Kontext ein viel diskutiertes Thema und damit einhergehend steht auch die Flex Office-Branche aktuell vor großen Herausforderungen. Branchenexperten...

mehr
Ausgabe 05/2025 neoshare Real Estate

Studie analysiert Auswirkungen zentraler Megatrends auf Immobilienmärkte

Wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Spannungen dominieren aktuell das Nachrichten- und Marktumfeld. Allerdings prägen und verändern tiefgreifende strukturelle Trends die...

mehr