Modernisieren statt Abreißen: Strategien für mehr Energieeffizienz von Bestandsgebäuden

Vom Sanierungsfall zur nachhaltigen Immobilie

Neubauten werden heutzutage standardmäßig energieeffizient geplant. Ältere Immobilien hingegen sind oft teure Energiefresser und dabei auch noch wahre CO2-Schleudern. Die Verlockung ist daher groß, in die Jahre gekommene Gebäude zurückzubauen, was allerdings mit hohen Kosten und Aufwand verbunden ist. Ein gutes Beispiel für die gelungen Sanierung ist das ZMF in Tübingen, das nach Ende der Modernisierung im Jahr 2017 nun seine Einsparziele schon früher als geplant erreicht.

Den Energieverbrauch, speziell von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas, Kohle zu reduzieren und nach­haltig zu gestalten, ist eines der brennendsten Themen unserer Zeit. Insbesondere die Gaspreise sind durch den Krieg in der Ukraine immens gestiegen und da unklar bleibt, ob bis zum Winter wieder Gaslieferungen von Russland möglich sind, müssen Einsparungsmöglichkeiten gefunden werden. Da rund zwei Drittel des Energiebedarfs im Wärmesektor auf den Gebäudebereich entfallen (BMWI 2022) ist der Gebäudesektor besonders stark von diesem Thema betroffen.

Während es bis zu einem potenziell kalten Winter zumindest noch einige Monate dauert, ist eine andere aktuelle Problematik schon jetzt deutlich spürbar. Der heiße Sommer führt vielen die Klimaerwärmung und ihre Folgen noch einmal klar vor Augen. Dabei muss vor allem bei den großen CO2-Emittenten viel passieren, um die Situation nicht noch mehr zu verschärfen.

Kostensparen durch Monitoring

Ein Lösungsansatz ist veraltete Gebäude abzureißen und neue, effizientere und klimafreundlichere Gebäude zu errichten, was allerdings mit einem große ­Ressourcen- und Energieaufwand verbunden ist und dadurch nicht die nachhaltigste oder kostensparendste Option wäre. Stattdessen wird zunehmend eine sinnvollere und zeitsparendere Methode gewählt, unter dem Motto: Optimieren statt abreißen. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich durch die Modernisierung von alten, ineffektiven Gebäuden ein erheblicher Teil CO2 und einiges an Kosten einsparen. Der Spezialist für ­Gebäudeautomation Sauter bietet hier unterschiedliche Strategien, die eine ­Reduktion des Energieverbrauchs und CO2-Austoßes möglich macht. Sie setzt auf fortlaufende Verbrauchskontrolle und Monitoring und kommt bereits bei diversen Projekten zum Einsatz.

Modernisierungskonzept

Ein besonders erfolgreiches Anwendungsbeispiel ist das Laborgebäude ZMF in Tübingen. Das Gebäude aus den 1980er-Jahren hat über die Jahre verschiedene Nutzungsformen durchlebt und dient momentan als Forschungs­labor der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen.

Es wurde nie moder­nisiert und an seine aktuellen Anforderungen angepasst. ­Darum hat sich die Uni Tübingen zu ­einer energetischen Modernisierung entschlossen. Die Ziele der Maßnahmen waren die Reduktion der Energiekosten und eine komfortable Möglichkeit zur Steuerung und Überwachung für Nutzer und Betreiber. Wichtig war außerdem, das sichere Arbeiten an den Laborabzügen, beziehungsweise Digestorien durch moderne Regelungstechnik zukünftig zu gewährleisten.

Bis zur Modernisierung kannte die Anlage nur zwei Betriebsweisen und lief entweder auf Vollbetrieb oder war komplett ausgeschaltet. Durch die Renovierungsarbeiten ist nun eine Anpassung des gesamten Gebäudebetriebs an den tatsächlichen Bedarf möglich. Zur besseren Überwachung wurde die Regeltechnik der Heizungs- und Lüftungsanlagen mit dem Kontrollzentrum des Universitätsklinikums Tübingen verbunden. Für den Komfort der Nutzer sorgt nun die Heizungsregelung „Sauter ecoHeat“, eine automatisierte Raumsteuerung, womit die Heizung und Lüftung angenehm und individuell kontrolliert werden kann.

Um den Verbrauch noch weiter zu reduzieren, wurden die raumlufttechnischen Anlagen optimiert und die veralteten Komponenten durch hochwertige und effiziente Ventilatoren und Pumpen ­ersetzt. Die nicht mehr benötigte Abluftanlage konnte stillgelegt und die Kanal­führung der vorhandenen Raumluft­technik an die Nutzung angepasst werden. Visuelle und akustische Alarme sorgen für die Sicherheit beim Arbeiten im Labor.

Einspar-Contracting

Das Einsparungspotenzial durch diese Schritte war äußerst vielversprechend. Die Gebäudetechnik-Experten von ­Sauter kamen auf eine mögliche Verbrauchsreduktion von 27 %, 172 t weniger CO2 und eine Reduktion der Energiekosten um 39.282€/Jahr.
Eine Durchsicht der Zahlen nach dem ersten Betriebsjahr 2018 zeigte, dass die Ziele sogar leicht übertroffen werden konnten. Darüber hinaus zeigte eine genaue Analyse der Werte, dass weitere Reduzierungen möglich sind. Vor allem im Bereich der Wärmeerzeugung und -bereitstellung gab es noch Optimierungspotenzial. Daraufhin wurden mobile Energiezähler installiert und der Anlagenbetrieb nachjustiert. Nach dieser Einregulierungs- und Nachjustierungsphase arbeitet die Anlage endgültig nach dem tatsächlichen Bedarf und spart weiter Energie. Die prognostizierte Laufzeit des Einspar-Contractings lag bei 7,2 Jahren. Erfreulicherweise wurden die gesetzten Ziele schon im Frühjahr 2022 erreicht. Die Auftraggeber der Universität Tübingen sind äußert zufrieden mit der gefundenen Lösung und der frühzeitigen Erfüllung der angestrebten Ziele.

Fazit

Die energetische Sanierung des ZMF zeigt, wie erfolgreich ein solches Projekt sein kann und wie viel Einsparpotenzial in Bestandsgebäuden steckt. Um das Ziel der Nachhaltigkeit von Immobilien weiter zu bewerben, engagiert sich Sauter als Ecore Solution Partner und arbeitet an seiner eigenen, umfassenden ESG- Strategie mit innovativen Konzepten für die Gebäudeautomation, Digitalisierung und Energieberatung.

Aktuell ist Sauter bei der Modernisierung des Bürogebäudes GDS12 in Mannheim für das Unternehmen Verifort und dem Campus E in München ­involviert. In Planung ist außerdem der Einsatz für das Kugelhaus in Dresden, einem weiteren Projekt aus dem Bereich „Manage to Green“.

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