Innovation trifft Immobilienmanagement
Auf der Expo Real 2025 diskutierten führende Vertreter aus Technologie, Beratung und Industrie über die Integration von Enterprise Resource Planning (ERP) und Integrated Workplace Management Systemen (IWMS): Unter dem Titel „Smart Facility and Real Estate Management and ERP with SAP and Planon“ lud Planon zu einer Podiumsdiskussion mit Experten von SAP, Deloitte, Hilti und Planon selbst ein. Moderiert wurde das Gespräch von Dr.-Ing. Liss Christine Werner, Business Consultant bei Planon, die die Diskussion in drei Themenfelder gliederte: Synergies & Solutions, Performance & Portfolio und Operations & Opportunities.
Synergien zwischen Technologie, Prozessen und Menschen
Zum Auftakt stand die Frage im Raum, welche Trends das Real Estate Management derzeit am stärksten prägen. Für Michael Kürschner, Senior Manager Real Estate Advisory Group bei Deloitte, ist die Antwort klar: „Künstliche Intelligenz ist das dominierende Thema – doch die eigentliche Herausforderung besteht darin, ihre geschäftlichen Vorteile messbar zu machen.“ Echten Mehrwert, so Kürschner, entfalte Technologie erst, „wenn sie die Art und Weise verändert, wie Menschen zusammenarbeiten“.
Auch Matej Pregarc, Global IT Program Manager Sustainability bei Hilti, sieht KI als zentrales Thema – allerdings unter der Bedingung klarer Rahmenbedingungen. „Wir wollen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenbringen. Doch der größte Stolperstein bleibt der Datenschutz. Transparente, sichere Datenstrukturen sind der Schlüssel, um Nachhaltigkeit wirtschaftlich umzusetzen.“
Für Marc Hoffmann, Chief Product Manager Real Estate bei SAP, liegt der Fokus auf der Integration: „Um echten Mehrwert aus KI zu ziehen, müssen End-to-End-Prozesse verstanden und unterstützt werden.“ Dazu brauche es nicht nur qualitativ hochwertige Daten, sondern auch eine enge Zusammenarbeit zwischen ERP und IWMS.
David Stillebroer, VP Solutions bei Planon, hingegen unterstrich vor allem die operative Perspektive: „Gebäude sind längst datengetriebene Systeme. Die große Herausforderung ist, die Informationen aus den Gebäuden zu heben und sinnvoll zu verknüpfen.“ Erst durch die Verbindung von Gebäudedaten mit Geschäftsprozessen werde es möglich, Immobilien wirklich smart und nachhaltig zu betreiben.
Performance und Portfolio – Integration als Wettbewerbsvorteil
Im zweiten Themenblock ging es um die Integration von operativen und strategischen Systemen. Hoffmann erläuterte, dass SAP-Kunden zunehmend danach streben, ihr Real Estate Management enger mit den Finanz- und Steuerungsprozessen zu verknüpfen. „Ob Corporate oder Commercial Real Estate – am Ende geht es immer darum, Transparenz über Kosten, Flächen und Leistungen zu schaffen und diese in den Geschäftskontext einzubetten.“
Stillebroer ergänzte, dass sich die beiden Welten ohnehin annähern: „Sowohl Investoren als auch Konzerne wollen attraktive, nachhaltige und wirtschaftliche Standorte. Der Unterschied liegt eher in der Perspektive – nicht im Ziel.“
Für Deloitte-Berater Kürschner hängt der Erfolg solcher Projekte stark von der Zusammenarbeit ab: „Ein Business Case funktioniert nur, wenn alle relevanten Stakeholder eingebunden sind – Betreiber, Nutzer und externe Partner. Integration ist kein IT-Projekt, sondern ein Organisationsprojekt.“
Hilti-Manager Pregarc bestätigte diesen Ansatz aus Kundensicht: „Wir betreiben rund 1.000 Gebäude weltweit. Durch die Integration von SAP und Planon werden wir erstmals vollständige Transparenz über unsere Verträge und Dienstleister in einem System erhalten – und schaffen damit die Voraussetzungen, um Kosten zu senken und unsere Nachhaltigkeitsziele besser zu steuern.“
Operative Exzellenz durch Integration
Im dritten Themenfeld Operations & Opportunities wurde klar, dass integrierte Systeme nicht nur strategische Steuerung, sondern auch den operativen Alltag verbessern. Pregarc beschrieb, wie durch die Kopplung von SAP und Planon regionale Unterschiede in Serviceverträgen sichtbar wurden. „Wenn man wie Hilti weltweit ein breites und diverses Portfolio betreibt, ist Vergleichbarkeit sehr wertvoll“, betont er.
Kürschner sieht darin ein Beispiel für die notwendige Herangehensweise: „Wir beginnen jedes Projekt mit der Analyse des Betriebsmodells, nicht mit der Technologie. Nur wenn Prozesse klar definiert sind, kann ein System echten Mehrwert liefern.“
Für Stillebroer bleibt entscheidend, dass Technologie, Organisation und Menschen zusammenspielen: „Software ist ein Werkzeug – aber keine Lösung für sich allein. Nur wenn Prozesse und Mitarbeiter darauf abgestimmt sind, entsteht Wertschöpfung.“
Zukunftsperspektiven: KI als Enabler für End-to-End-Prozesse
Im Ausblick waren sich alle Teilnehmer einig, dass Künstliche Intelligenz die Branche weiter transformieren wird. Hoffmann erwartet, dass künftig spezialisierte KI-Agenten über Systemgrenzen hinweg zusammenarbeiten werden: „Wenn Einkauf, Finanzen und Facility Management automatisiert miteinander interagieren, erreichen wir ein völlig neues Effizienzniveau.“
Stillebroer denkt darüber hinaus, und betrachtet das Thema aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive: „KI ist nicht nur ein Werkzeug zur Automatisierung, sondern ein Mittel, um unsere Unternehmen und die gesamte Gesellschaft neu zu gestalten. Resilienz und nachhaltiges Wirtschaften werden zum Leitprinzip der nächsten Jahrzehnte.“
Pregarc warnte zugleich vor einer einseitigen Betrachtung: „Innovation und Sicherheit müssen im Gleichgewicht bleiben. Nur wer beides vereint, kann langfristig erfolgreich digitalisieren.“
Fazit
Die Podiumsdiskussion auf der Expo Real zeigte eindrucksvoll, dass die Zukunft des Real Estate Managements nicht allein von Technologie abhängt, sondern vom Zusammenspiel aus Daten, Prozessen und Menschen. KI, Nachhaltigkeit und Integration sind keine isolierten Trends, sondern die drei Säulen eines vernetzten Immobilienmanagements, das Transparenz, Effizienz und Verantwortung miteinander verbindet.
