So sorgen Gebäudedaten für mehr Transparenz und Effizienz

Für ein professionelles Datenmanagement

Steigende Kosten, zunehmende Regulierung, Klimaziele und Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Ein professionelles Gebäudedatenmanagement schafft die Basis für Transparenz und fundierte Entscheidungen: Intelligente Dashboards bündeln Daten aus ERP, CAFM/IWMS und weiteren Quellen, verknüpfen Kennzahlen und machen Steuerung, Reporting sowie ESG- und Kostenmanagement effizienter.

Die Anforderungen an Wohnungs- und Immobilienunternehmen verändern sich spürbar. Steigende Kosten, wachsende regulatorische Vorgaben, ambitionierte Klimaziele und ein zunehmender Fachkräftemangel erhöhen den Druck, Bestände effizienter zu steuern und belastbare Entscheidungen zu treffen. In diesem Umfeld gewinnt der Umgang mit Daten eine zentrale strategische Bedeutung. Wie die zehnte Digitalisierungsstudie des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) in Zusammenarbeit mit EY Parthenon zeigt, hat die Branche bei der Etablierung digitaler Standards bereits spürbare Fortschritte erzielt. Dennoch bleibt der Transformationsprozess anspruchsvoll. Insbesondere ein unzureichend strukturiertes Datenmanagement verhindert vielerorts, dass vorhandene Informationen ihr volles Potenzial für Transparenz, Effizienz und fundierte Entscheidungen entfalten.

 

Datenmanagement als ­strategischer Hebel

Damit gebäudebezogene Daten zu einem langfristigen Erfolgsfaktor werden, müssen sie strukturiert erfasst, sinnvoll miteinander verknüpft und systematisch ausgewertet werden. Die aktuellen Herausforderungen der Branche verstärken dabei den Bedarf an Transparenz und Steuerungsfähigkeit. Gebäudedaten entwickeln sich dadurch zunehmend zum Rohstoff moderner Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die dabei unterstützen Klimaziele wirksam zu verfolgen, Investitionen gezielt zu steuern und Betriebskosten nachhaltig zu optimieren. Digitalisierung ist damit kein reines IT-Thema, sondern sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht ein wichtiger strategischer Hebel für den gesamten Gebäudesektor.

 

Intelligente Dashboards

In vielen Unternehmen sind relevante Gebäudedaten grundsätzlich vorhanden, oftmals jedoch auf unterschiedlichen Systemen, Excel-Listen oder Fach­anwendungen verteilt: Technische und gebäudebezogene Daten finden sich häufig im CAFM oder IWMS, kaufmännische und organisatorische Kennzahlen im ERP, ergänzt durch externe Quellen wie SQL-Datenbanken. Die eigentliche Herausforderung besteht daher weniger im Mangel an Daten, sondern in der Qualität der korrekten Aufbereitung und insbesondere der Integration der Daten. Erst wenn Daten aus den operativen Systemen zusammengeführt und in einen einheitlichen Kontext gesetzt werden, entstehen belastbare Entscheidungsgrundlagen. Hierfür braucht es Werkzeuge, die die Komplexität reduzieren und Zusammenhänge sichtbar machen. Intelligente Dashboards übernehmen genau diese Funktion, indem sie Daten direkt aus den operativen Systemen aufgreifen, verdichten und strukturiert aufbereiten. Technische, kaufmännische und energetische Kennzahlen lassen sich miteinander verknüpfen, Prioritäten klarer ableiten und unterschiedliche Szenarien fundiert bewerten. Durch diese Integration werden Prozesse nicht nur transparenter, sondern auch effizienter und stehen konsistent und in Echtzeit zur Verfügung. Für Wohnungs- und Immobilienunternehmen entsteht so eine neue Form der Übersicht und Steuerungsfähigkeit.

 

Integriertes Gebäudedaten­management mit SAP S/4HANA

In der Immobilienwirtschaft greifen intelligente Dashboards in der Regel auf Informationen aus ERP-Systemen zurück. In strukturierten Organisationen haben sich dabei Lösungen auf Basis von SAP S/4HANA als leistungsfähige Plattform etabliert, um Gebäudedaten zu erfassen und unternehmensweit nutzbar zu machen. Sie bieten die notwendige Skalierbarkeit, Prozessnähe und Governance für eine konsistente Datenintegration, Modellierung und Visualisierung.

Damit intelligente Dashboards auf Basis von SAP S/4HANA realisiert werden können, ist die SAP Business Technology Platform (BTP) als technologische Basis hilfreich. Sie stellt zentrale Plattformservices wie Konnektivität, Sicherheit und optionale App-Funktionen bereit und verbindet unterschiedliche Quellsysteme zuverlässig in der Cloud. Automatisierte Schnittstellen ermöglichen einen geringeren manuellen Aufwand, eine verbesserte Datenqualität und eine höhere Effizienz.

Die Zusammenführung der Daten aus den verschiedenen Quellen erfolgt über die SAP Datasphere. Mit ihr können die Gebäudedaten integriert und semantisch harmonisiert werden. Die SAP Analytics Cloud (SAC) bildet die Oberfläche, um Berichte, Dashboards und Visualisierungen zu erstellen. Sie ist nahtlos in die SAP-Umgebung eingebunden und wertet SAP-Daten und Daten aus anderen Quellen zuverlässig aus. Die In-Memory-Technologie der HANA-Datenbanken ermöglicht eine schnelle Auswertung der zusammengeführten Informationen. Predictive Analytics und der KI-Assistent „Just ask“ unterstützen zudem dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Zusammenhänge zu analysieren, Fragestellungen auf Basis vorhandener Daten zu beantworten und diese auch zu visualisieren.

Die Architektur ist flexibel erweiterbar und ermöglicht die Anbindung externer, auch nicht SAP-basierter Datenquellen über Schnittstellen und APIs. Der Prozess der Datenbereitstellung, -integration und -visualisierung bildet damit eine verlässliche Grundlage für darauf aufbauende Planungs- und Steuerungsprozesse. Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz intelligenter Dashboards ist jedoch nicht allein die technologische Plattform, sondern deren Ausgestaltung für die spezifischen Anforderungen und Besonderheiten der Branche.

 

ERP-Lösungen

Spezialisierte Anbieter – etwa die Ascavo AG – adressieren diesen Bedarf mit Software- und Beratungsleistungen für Wohnungs- und Immobilienunternehmen, um Gebäudedaten strukturiert zu erfassen, zu integrieren und auszuwerten. Nach Unternehmensangaben können mit der ERP-Lösung ‚Ascavo.Vesta‘ auf Basis von SAP S/4HANA zentrale Prozesse der Immobilienwirtschaft digital abgebildet und in eine einheitliche System- und Datenlandschaft eingebunden werden. Für Dashboards innerhalb einer SAP-Architektur werden unterschiedliche Automatisierungsgrade angeboten, die sich je nach Anforderungen schrittweise ausbauen lassen.

Die Dashboard-Anwendungen umfassen typischerweise verschiedene Bereiche: Portfolio- und Asset-Übersichten zur Bestands- und Kennzahlenanalyse, automatisierte Monats- und Jahresreports inklusive Freigabeprozessen sowie Auswertungen für Nachhaltigkeits- und ESG-Fragestellungen, bei denen Gebäude-, Energie- und Emissionsdaten zusammengeführt werden. Ergänzend können Benchmarking-Ansätze im Facility- und Kostenmanagement genutzt werden, um objekt- und leistungsbezogene Vergleiche auf integrierter Datenbasis zu ermöglichen.

Insgesamt zielen solche Lösungen darauf ab, eine skalierbare Datenbasis und konsistente Auswertungen bereitzustellen, um Transparenz zu erhöhen, Prozesse zu standardisieren und Entscheidungen stärker datenbasiert zu unterstützen. 

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