Interconnection Consulting

Facility Services-Branche wächst 2012 deutlich über dem Wirtschaftswachstum

Extern erbrachte Facility-Services, das sind alle Dienstleistungen rund um die Immobilie, können 2011 mit 6,5% Wachstum auf 48,1 Milliarden Euro deutlich zulegen. Das sind 2,9 Mrd. Euro mehr als noch 2010. Treiber für diese Entwicklung ist der anhaltende Trend zum Outsourcing von Facility Services: Von 2008 bis 2011 stieg der Anteil von extern vergeben Facility Services von 45,9% auf 48,6%. Der Markt insgesamt (intern und extern) steigt mit 4,1% geringfügig stärker als das BIP, ergibt die aktuelle Marktstudie von Interconnection Consulting.

Krisenfestes Wachstum

2012 wird trotz des mageren Wirtschaftswachstums, ein Zuwachs von 4,0% bei den externen Facility Services erwartet. Wachstumsraten über dem BIP-Wachstum sind aus mehreren Gründen möglich: Zum einen nutzen Unternehmen gerade wirtschaftliche schwierige Zeiten um sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren und somit Facility Services auszulagern, zum anderen sind Basisdienstleistungen wie Sicherheit, Reinigung und technische Wartung nur gering von der wirtschaftlichen Aktivität abhängig. Die Branche ist somit krisenfest, wenn auch die Margen leiden. Die Facility Service Anbieter klagen über immer kürzere Vertragsdauern und oftmaliges Nachverhandeln der Preise. Selbst renommierte Anbieter schaffen es kaum sich derartig zu differenzieren, dass die Preise eine untergeordnete Rolle spielen würden.


Übernahmen, Zukäufe und strategische Allianzen als ultima ratio

Der Markt für Facility Services ist extrem zersplittert. Über 40.000 Unternehmen bieten zumindest eine der breit gestreuten Facility Services an. Es verwundert kaum, dass keiner der Top 10 Unternehmen, die durch die Bank sowohl technische als auch infrastrukturelle Dienstleistungen anbieten, nicht über einen Marktanteil von 3% hinauskommen. Obwohl eine Reihe von Übernahmen und die Tendenz zu integrierten Anbietern die Konzentration mittelfristig steigern wird, ist davon derzeit nicht viel zu merken. Hinter den Top 10 haben einige Unternehmen stark zugelegt und somit ist die Marktkonzentration der Top 10 mit 78,3% 2011 sogar geringfügig geringer als 2010.


Großer Preisdruck verringert Vergabe an Subunternehmer

Seit Jahren predigt die Branche, dass integrierte Gesamtlösungen die Zukunft sei. Die aktuelle Situation spricht eine andere Sprache: Nach wie vor entfällt mit 63,3% der größte Anteil auf Einzelverträge, d. h. Reinigung, Sicherheit, Catering oder Inspektion wird jeweils einzeln ausgeschrieben. Das heißt viele Unternehmen trauen den Anbietern noch kein ganzheitliches Management zu. Auf der anderen Seite machen Komplettverträge derzeit rund 14,9% aus und wachsen auch stärker als der Markt. Dabei versuchen die Anbieter immer stärker diese Komplettverträge auch selbst auszuführen. Der Anteil, der Aufträge, die von externen Facility Service-Dienstleistern an Subunternehmen weitervergeben wurde, ging von 2010 auf 2011 um 13,2% zurück. Die Branche teilt sich somit klar in zwei Gruppen: Komplettanbieter, die durch Übernahmen bald das gesamte Spektrum der Leistungen selbst anbieten können und den Unternehmen „Rundum-Sorglos-Pakete“ anbieten, sowie viele kleine Einzelkämpfer, die um einzelne Aufträge rittern und dabei auch von großen Anbietern als Sublieferanten unter Vertrag genommen werden. „Komplettanbietern gehört die Zukunft, wenn es Ihnen gelingt ein durchgängig hohes Servicelevel zu halten, was extrem schwierig ist“, meint Andreas Erdpresser, der Autor der Studie.


Facility Service Dienstleister entdecken den Wohngebäudesektor

Bei der Summe der Segmente fallen auch 2011 ein paar besonders wachstumsträchtige Nischen auf. Bei den Kundensegmenten boomen 2011 vor allem der Transportsektor (+15,8%), der stark von der wirtschaftlichen Erholung profitiert und Wohngebäude (12,7%), die als Segment zunehmend entdeckt werden. Bis dato ist bei Wohngebäude mit „Hausmeistern“ der Anteil interner Leistungen noch sehr hoch. Sport- und Unterhaltung enttäuschten vergleichsweise mit lediglich +0,2% Zuwachs, der auf geringere Ausgaben für Speis- und Trank in diesem Segment zurückzuführen ist. In Zukunft werden immer mehr Facility Service Anbieter versuchen müssen klare Segmentlösungen anzubieten, um sich gegenüber der Anbietervielfalt zu differenzieren.

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