Lünendonk-Liste 2017 unterstreicht: Der Facility Manager ist heute gefragter denn je

„Big Five“ dominieren Millardenmarkt

Wenn es um den Umsatz geht, sind Apleona, Spie, Wisag, Strabag und Dussmann die „Big Five“ der FM-Branche. Laut aktueller Lünendonk-Liste beherrschen die fünf Unternehmen den Markt und setzen sich von ihren Konkurrenten immer schneller ab.

Mit dem Rückgang der Flüchtlingszahlen sowie der nahezu abgeschlossenen Vergabe der Bewachung militärischer Anlagen schwächt sich die Sonderkonjunktur für den Facility-Management-Markt in Deutschland allerdings ab. Somit kommen die 25 führenden Facility-Service-Anbieter (FS) nicht an das Wachstum des Jahres 2015 (plus 8 %) heran.

Dennoch setzen sie ihr stabiles Wachstum der vergangenen Jahre fort und übertreffen mit einem durchschnittlichen Anstieg der Inlandsumsätze um 5,2 % die eigene Prognose für 2016 um 0,8 Prozentpunkte (bereinigt um Ausreißer). Auffallend im Markt sind das überproportionale Wachstum von Apleona, Klüh, Stölting und Wisag sowie die Übernahmen von Spie (u.a. SAG) und Gegenbauer (RGM).

Die Top 10 erwirtschafteten in 2016 zusammen einen Rekordumsatz von 8,6 Mrd. €. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,3 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr  (2015: 7,5 Mrd. €). Die Top 25 überschritten zudem in 2016 erstmals die Marke von 12 Mrd. € und beschäftigten 267.000 Mitarbeiter. „Der überdurchschnittliche Anstieg ist sowohl organischer als auch anorganischer Natur“, erläuterte Thomas Ball, Senior Consultant der Lünendonk & Hossenfelder GmbH. „Die Marktkonsolidierung setzt sich fort – auch bei den führenden FS-Anbietern. In Zukunft werden vermutlich weitere Listenunternehmen ihre Selbstständigkeit verlieren.“

Aber nicht nur die Top 25 sind in Deutschland gewachsen. „Externe Vergabe sowie Outsourcing sorgten volkswirtschaftlich für einen Anstieg der gesamten externen Facility-Services-Leistungen“, sagte Ball beim traditionellen Round-Table-Gespräch mit Vertretern erfolgreicher FM-Unternehmen in Frankfurt am Main.

Die Leistungstiefe der FS-Anbieter nimmt unterdessen weiter zu. Neben der viel diskutierten Verzahnung von Services durch die Digitalisierung steigt besonders die Nachfrage nach FM-nahen Zusatzdienstleistungen. Dazu zählen beispielsweise die Übernahme von Telefonzentralen, die Parkplatzverwaltung oder die Organisation von Mitarbeiter-Umzügen. Solche Dienstleistungen werden nach Expertenmeinung künftig eine gewichtigere Rolle bei den Bemühungen der Auftraggeber spielen, als Arbeitgeber attraktiv im Kampf um qualifizierten Nachwuchs zu sein.

Fachkräftemangel und Digitalisierung – das wurde einmal mehr deutlich – bleiben die beherrschenden Themen bei den FM-Anbietern. Laut den Erkenntnissen der Marktforscher ist das Volumen für externe Facility Services in Deutschland von 2015 auf 2016 um 4,1 % auf 52,6 Mrd. € gestiegen. Die Top 25 haben daran einen Marktanteil von 23 % (Top 10: 16,5 %).

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