Stölting: Drohneneinsatz in der Fassadenreinigung
13.05.2026Die Stölting Service Group konnte zum ersten Mal eine Fassadenreinigung mit Spezialdrohnen durchführen. Der operative Ersteinsatz markiert einen technologischen Meilenstein für die Gebäudereinigung und Facility-Management-Branche.
Drohnenreinigung in Dortmund
Foto: © Stölting Service Group
Entstanden ist dieses Konzept während eines Routine-Einsatzes im Tagesgeschäft: Selbst mit klassischer Klettertechnik konnte die Glasfläche an der Außenfassade eines Kunden nur schwer erreicht werden. Stölting nahm sich dieser Thematik an und entwickelte seit Herbst 2024 ein eigenes Drohnenkonzept für die professionelle Reinigung von Fassaden, Glasflächen und Industrieanlagen.
Bis zum ersten offiziellen Einsatz im Mai 2026 investierte das Unternehmen rund 700.000 Euro in Drohnentechnik, Spezialausrüstung, Fahrzeuge, Schulungen und die Entwicklung eigener Reinigungssysteme. Parallel entstand eine interne Drohnenabteilung, in der Mitarbeitende zu zertifizierten Piloten ausgebildet, Sicherheitskonzepte entwickelt und behördliche Genehmigungen eingeholt wurden. Von Herbst 2024 bis Mai 2026 waren folgende Schritte erforderlich, um den ersten Einsatz erfolgreich abzuschließen:
- Aufbau einer internenDrohnenabteilung,
- Ausbildung und Zertifizierung von bestehenden Mitarbeitenden
- Erlangung derDrohnenführerscheineA1/A3, A2 und STS
- Erstellung von Sicherheits- und Einsatzkonzepten sowie umfangreiche Risikoanalysen
- Abstimmungen mit Behörden und Auftraggebern
- Konzipierung geeigneter Reinigungsverfahren
- Auswahl von geeigneter Drohnentechnik, Wasser- und Drucksystemen
- Durchführung von Test- und Trainingsflügen
Zum Einsatz kommen unter anderem speziell angepasste Systeme auf Basis von DJI-Enterprise-Drohnen, darunter Hochdruck- und Reinigungslösungen für schwer zugängliche Gebäudebereiche. Das Unternehmen zählt aktuell verschiedene Drohnen des Herstellers DJI zu seinem Bestand. Im Einsatz sind Matrice 350 RTK mit spezieller Reinigungslanze, die DJI Matrice 4E-, 4T- und 400 sowie mehrere DJI Mini 4 Pro Trainingsdrohnen.
Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern aus den Niederlanden und Belgien. Mittlerweile arbeitet Stölting autark und kann Flüge, Genehmigungen und Einsatzsteuerungen vollständig inhouse umsetzen. Das Unternehmen besitzt die erforderliche STS-Genehmigung (Standard Scenario) sowie eine SORA-2.5-Bewertung für professionelle Drohneneinsätze. Langfristig wird die europäische LUC-Lizenz (Light UAS Operator Certificate) angestrebt, um in Zukunft auch europaweit mit Drohnen zu reinigen.
Der Einsatz von Drohnentechnik überzeugt mit eindeutigen Vorteilen:
- kostenoptimierter Einsatz
- Gerüst- und Steigerkosten entfallen vollständig
- maximale Sicherheit für Mitarbeitende
- effiziente Abläufe
- reduzierte Sperrflächen
Patrick Engel, Geschäftsführer der Stölting GmbH Reinigung und Service: „Der erste offizielle Einsatz war für uns ein wichtiger Meilenstein. Entscheidend für den Erfolg war nicht nur die technische Entwicklung, sondern vor allem der sichere, wirtschaftliche und rechtskonforme Betrieb im Alltag.“
Für Stölting ist dieser Schritt erst der Anfang. In Zukunft plant das Unternehmen den Bereich der Drohnentechnologie künftig weiter auszubauen – unter anderem für Inspektionen, Thermografie und Anwendungen im Facility Management sowie perspektivisch im BOS- und Katastrophenschutzbereich.
