Verstärktes Investoreninteresse bei Betreiberimmobilien

Der Markt für Betreiberimmobilien wächst. Institutionellen Investoren dienen sie zur Diversifizierung der Nutzungsarten in Immobilienportfolios und bieten dabei planbare und stabile Cashflows. Die nutzerseitig steigende Nachfrage folgt dabei gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und Trends. So führt der demografische Wandel zu einer steigenden Nachfrage nach Angeboten des altersgerechten und betreuten Wohnens sowie Pflegedienstleistungen und Pflegeheimplätzen. Steigende Mobilität und Konnektivität führen zur Flexibilisierung bei Wohnen und Arbeiten, was wiederum die Nachfrage nach Formen des temporären Wohnens und Arbeitens, wie Serviced Apartments und Co-Working-Spaces, aber auch Rechenzentren erhöht. Angesichts der seitens der EU eingeführten Offenlegungs- und Taxonomieverordnung rücken zudem Nutzungsarten mit einem positiven Beitrag für soziale Nachhaltigkeit in den Fokus von Investoren. Dazu zählen Kindertagesstätten oder Azubi- und Studentenwohnhäuser. Die Betreiberwahl und Expertenwissen zu den Besonderheiten der jeweiligen Nutzungsart sind dabei immer Voraussetzung für eine erfolgreiche Investition. Dies war der Tenor einer von Rueckerconsult veranstalteten Pressekonferenz Mitte Juni zum Thema „Real Estate as a Service – sind Betreiberimmobilien die neuen Renditebringer?“.


Demografischer Wandel erhöht Nachfrage für Gesundheitsimmobilien

Carsten Demmler, Geschäftsführer der HIH Invest Real Estate, erläuterte die Beweggründe des Investmentmanagers, verstärkt in die Nutzungsart zu investieren: „Um für unsere Kunden eine optimale Diversifikation zu erreichen, stellen wir uns seit einigen Jahren auch bei den Assetklassen breiter auf. Wegen des regelmäßigen und gut planbaren Cashflows haben wir auch Sozialimmobilien in den Fokus genommen. Den Anfang haben wir mit Kindertagesstätten gemacht. Aktuell erschließen wir uns ein weiteres Geschäftsfeld mit Gesundheitsimmobilien.“

Bei Servicewohnen für Senioren und Betreutem Wohnen geht die HIH Invest Real Estate derzeit von einer Unterversorgung von 600.000 Seniorenwohnungen aus, bei einem Bestand von nur 300.000 Einheiten – Tendenz steigend. „Denn Deutschlands Bevölkerung altert, und mit dem demographischen Wandel und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft wachsen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Arztpraxen, medizinische Versorgungszentren, Kliniken und Reha-Einrichtungen werden mit der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft noch mehr Zulauf bekommen.“

Die Nachfrage nach Betreutem Wohnen und Gesundheitsimmobilien – und damit die Vermietungssicherheit – sei im Gegensatz zu anderen Nutzungsarten kaum kurzfristigen Markt- und Konjunkturschwankungen unterworfen, sondern hinge in erster Linie von der gut prognostizierbaren demografischen Entwicklung ab. Ein großer Vorteil von Betreutem Wohnen liege in seiner Verwandtschaft zu klassischen Wohnimmobilien, was Umnutzungen problemlos ermögliche und somit das Risiko zusätzlich minimiere.

„Seit einiger Zeit sind auch institutionelle Investoren verstärkt auf dem Markt für Healthcare-Immobilien aktiv. Zunehmend wird privates Kapital benötigt, um den zusätzlichen Bedarf an Pflegekapazitäten zu decken“, resümierte Demmler.


Zunehmende Professionalisierung lockt Investoren aus dem Ausland

Dass die Attraktivität von Healthcare-Immobilien als Anlageprodukt mittlerweile auch internationale Investoren anlockt, bezeugte Rolf Engel, CFO der Capital Bay SA, und erläutert: „Deutschland gilt international nach wie vor als sicherer Hafen für Anleger. Der Markt für Pflegeheime und betreutes Wohnen in Deutschland ist jedoch sehr kleinteilig organisiert und stark reguliert. Es gibt rund 14.000 Betreiber von Pflegimmobilien oder Altersheimen und jedes Bundesland hat eigene bauliche, organisatorische und personelle Auflagen. Es braucht deshalb Knowhow und Professionalität, um Projekte zum Erfolg zu führen. Für internationale Investoren stellte dieser hohe Beratungsbedarf lange Zeit eine Eintrittsbarriere für den deutschen Markt dar. Capital Bay hat sich strukturell und operativ auf die Bedürfnisse von Investoren aus dem Ausland eingestellt und bietet alles aus einer Hand, vom Ankauf, über das Fundmanagement, Reporting, die Betreiberorganisation bis hin zum Property- und Facility Management.“


Mehr Infos unter www.rueckerconsult.de

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