Zwischen Digitalisierung und ESG: Erfolgreicher gefma Tag NRW

In diesem Jahr fand der „gefma Tag NRW“ erstmals in Ostwestfalen statt: Am 6. November hatten die Goldbeck Facility Services und die Junior Lounge und Lounge NRW nach Bielefeld eingeladen. Unter dem Motto „Wir betreiben Deutschland – technologisch, nachhaltig und zukunftsweisend“ richtete sich die Veranstaltung an Interessierte aus den Bereichen Facility Management, Immobilienmanagement, Planung und Dienstleistungen und natürlich auch Studierende.

Am Bielefelder Hauptsitz des europaweit tätigen Bau- und Immobilienunternehmens Goldbeck drehte es sich am Montag dieser Woche dabei nicht um den technologischen Wandel im Facility Management und das sich erweiternde Aufgabenspektrum des Facility Managers - auch die Herausforderungen bei der Fachkräftesuche standen auf der Agenda. Die fast 100 Teilnehmer bekamen hier nicht nur Einblicke in aktuelle Entwicklung der Bau- und Immobilienbranche. Neben den zahlreichen Vorträgen gab es natürlich auch genügend Zeit zum Netzwerken.

Den Anfang machten, nach der Begrüßung der Teilnehmer von Christian Ziemer, Geschäftsführer der Goldbeck Facility Services, Dennis Diekmann (Mondrian Real Estate) und Dr. Christian Schlicht (Beyond Tech) mit ihrem Vortrag „Über KI & KA in der Immobilienwirtschaft – Eine leidenschaftliche Umarmung der Ignoranz“. Sie stellten die Frage wie die TNT-Potenziale im FM gehoben werden können. Dabei steht TNT für die Bereiche Technologie, Nachhaltigkeit und Talente. Für Dr. Schlicht und Diekmann heißt das, „dass sich die Immobilienwirtschaft und das FM zunächst mit einer Frage auseinander setzten muss: Was will der Kunde eigentlich? Es geht auch um die jeweilige Lösungsfindung (Design Thinking) und Lösungsvalidierung (Data Thinking). In der Immobilienwirtschaft hört die Intelligenz oft an der Grundstücksgrenze auf – das ist zu kurz gedacht.“

Welche Chancen und Risiken die KI in der Immobilienwirtschaft birgt, darauf ging Rainer Dierks, Goldbeck Service in seinem Vortrag ein. Auch er beleuchtete die Möglichkeiten, die die KI in der Immobilienwirtschaft bietet. So etwa die Erstellung und Nutzung von BIM-basierten 3D-Modellen, die seiner Ansicht nach, zukünftig durch die KI unterstützt werden wird.

In der sich anschließenden Paneldiskussion „Künstliche Intelligenz – Impacts auf die Immobilienwirtschaft“ waren die sich die Teilnehmer einig: Es noch viel zu tun gibt.

Neben Dr. Christian Schlicht, Dennis Diekmann, Rainer Dierks waren auch Frank Schröder (Phoenix Contact) und Dr. Florian Gauer (Goldbeck) dabei. „Noch braucht es mehr Grundlagen bis die KI quasi alleine arbeitet“, so etwa Dr. Florian Gauder. Zwischen KI und Kerngeschäft gilt also noch einige Innovationen zu heben. Wichtig für die Panelisten war jedoch, dass die KI als Werkzeug begriffen werden muss. „KI wird nicht den Arbeitsplatz übernehmen, sondern der- oder diejenige, der die KI anwenden kann!“, so das Schlusswort.

Das die fortschreitende Digitalisierung, ESG und KI für die Ausbildung im FM ebenfalls herausfordern sind, stellte Prof. Dr. Torben Bernold von der FH Münster eindrücklich vor. „Der Facility Manager ist eigentlich Pathologe des Systems…er kann alles, aber kommt immer zu spät!“

Dabei geht es laut Prof. Bernold nicht um viele Daten, sondern um die Kombination unterschiedlicher Rahmendaten. ESG ist ja mehr als nur E. Und die Maßnahmen, die ergriffen werden, müssen auch in ihrem Impact erläutert werden können: Hier kommt der Facility Manager ins Spiel. Er muss das Kerngeschäft seiner Kunden nicht nur kennen – er muss es auch verstehen. Und jeder Kunde ist dabei anders. „KIK ist ja auch nicht Prada“, so der Münsteraner Professor.

In dem Studiengang Immobilien- und Facility Management an der FH Münster wird der FM-Nachwuchs genau darauf vorbereitet.

Daneben gaben weitere Experten und Expertinnen wie etwa Michaela Föller, die ESG in ihrem Vortrag als „Unwort des Jahres“ bezeichnete, Einblicke in die vielfältigen Themen und Entwicklungen der Branche. Einig waren sich allerdings alle: Die kommenden Jahre werden weiterhin herausfordernd. Und so werden die in Bielefeld vorgestellten Themen auch die Zukunftsthemen sein:

Neben Daten und Künstlicher Intelligenz werden auch Nachhaltigkeit und Innovationen und letztlich der Fachkräftemangel und das zu erlernende Know-how eine Rolle spielen, um Mitarbeitende und Gebäude fit für die Zukunft zu machen.

 

 

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