Leitplanken für das Facility Management von morgen
Die Immobilienwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, ESG-Anforderungen, Fachkräftemangel, steigender Kostendruck und neue regulatorische Vorgaben verändern nicht nur einzelne Prozesse, sondern die gesamte Wertschöpfung rund um Immobilien. Während Planung, Finanzierung und Bau ihre künftige Rolle bereits seit Jahren intensiv diskutieren, wird der Gebäudebetrieb vielfach noch als nachgelagerte Dienstleistung verstanden. Dabei entscheidet gerade die Betriebsphase maßgeblich über den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg, die Nachhaltigkeit und die Nutzungsqualität einer Immobilie.
Vor diesem Hintergrund hat gefma die Zukunftswerkstatt Facility Management ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Facility Management, Corporate Real Estate Management, Nutzung, Beratung und Wissenschaft belastbare Zukunftsbilder für die Branche zu entwickeln. Dabei geht es nicht um klassische Prognosen, sondern um strategische Leitplanken, die Unternehmen Orientierung für Entscheidungen bis 2035 und darüber hinaus geben sollen.
Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Facility Management künftig innerhalb der Immobilienwirtschaft einnimmt. Nach Ansicht von gefma muss FM stärker als bisher als zentraler Steuerungs- und Wertschöpfungsfaktor im Lebenszyklus von Immobilien verstanden werden. Denn der Wert einer Immobilie wird zunehmend nicht allein durch Lage, Bauqualität oder Flächeneffizienz bestimmt, sondern auch durch ihre Betriebsperformance: durch Energieeffizienz, Nutzerzufriedenheit, Verfügbarkeit, Datenqualität, ESG-Konformität und Anpassungsfähigkeit.
Bereits der Auftakt der Zukunftswerkstatt zeigt zentrale Entwicklungslinien. Das FM wird seinen wirtschaftlichen Beitrag künftig deutlicher über messbare Ergebnisse kommunizieren müssen – und weniger über einzelne Leistungen. Entscheidend ist nicht mehr nur, welche Services erbracht werden, sondern welchen Beitrag sie zur Performance des Gebäudes leisten. Damit verändert sich auch das Selbstverständnis der Branche: FM entwickelt sich vom operativen Ausführer zum integrierten Steuerungs- und Wertschöpfungspartner.
Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Digitalisierung. Sie bedeutet weit mehr als den Einsatz neuer Technologien. Entscheidend wird die Fähigkeit sein, Daten entlang des gesamten Immobilienlebenszyklus verfügbar, auswertbar und nutzbar zu machen. Sensorik, Smart-Building-Technologien, Datenräume und KI-gestützte Prozesse können dazu beitragen, Betrieb, Nachhaltigkeit, Komfort und Wirtschaftlichkeit besser zu steuern. Gleichzeitig wird Automatisierung viele standardisierte Tätigkeiten übernehmen. Die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte nimmt dadurch jedoch nicht ab – im Gegenteil: Gefragt sind Menschen, die komplexe Situationen bewerten, Verantwortung übernehmen und digitale Systeme sinnvoll steuern können.
Die Zukunftswerkstatt verfolgt dabei einen doppelten Arbeitsansatz: So ist gefma Teil der übergreifenden Future Real Estate Initiative (FREI), in der zentrale Zukunftsthemen der Immobilienwirtschaft gemeinsam mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen bearbeitet werden. Dazu gehören unter anderem Operational Excellence, Energietransformation, Leadership und Skills, urbane Entwicklung, Bauen und Sanieren sowie Investment und Wertentwicklung. Die gefma-Zukunftswerkstatt bringt in diese Themenfelder die Perspektive des Facility Managements ein.
Andererseits nutzt gefma die Impulse aus FREI für eigene, auf das Facility Management fokussierte Workshops. Dort werden die Themen aus Sicht der Branche vertieft und auf ihre Bedeutung für Gebäudebetrieb, Dienstleistungsmodelle, Qualifikationen, Datenstrukturen und Investitionsentscheidungen überprüft. Ergänzend betrachtet die Zukunftswerkstatt Querschnittsfragen wie künftige Technologien, notwendige Investitionen, Kommunikation sowie mögliche Pilotierungen.
Die Ergebnisse der einzelnen Workshops sollen anschließend zusammengeführt und zu übergreifenden Zukunftsbildern, Handlungsempfehlungen und strategischen Leitplanken verdichtet werden. Damit will der Verband nicht nur die Diskussion innerhalb der FM-Branche stärken, sondern auch die Rolle des Facility Managements in der gesamten Immobilienwirtschaft sichtbarer machen.
Der Anspruch der Initiative ist klar: Facility Management soll künftig früher, strategischer und wirksamer in Entscheidungen rund um Immobilien eingebunden werden.
das Immobilienmanagement?
der Energiewende?
die Branche künftig?
resilienter Städte beitragen?
und intelligenter gestalten?
