Corona-Krise

Herausforderungen und Systemrelevanz

Noch am Mittwoch vergangener Woche, sah es so aus als könnten wir mit Besonnenheit und Solidarität der massiven Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland Einhalt gebieten. Nach abgesagten Messen und anderen Großveranstaltungen, Geisterspielen im Fußball und verschobenen Konzerten, mussten wir am Freitag feststellen, dass dies allein nicht ausreicht. Dass sich die Ereignisse seitdem quasi überschlagen. Mittlerweile sind Grenzen teilweise abgeriegelt, als erstes Bundesland ruft Bayern im Laufe des Tages den Notstand aus und das öffentliche Leben kommt mehr und mehr zum Erliegen. (Zeitnahe Updates dazu finden Sie zum Beispiel unter tagesschau.de.)

Was gestern noch aktuell war, ist heute schon überholt: diese Erkenntnis haben wir in den zurückliegenden 72 Stunden machen müssen – ungewöhnlich für uns in einer Fachredaktion! Eigentlich hatten wir an dieser Stelle ein Interview mit Johannes Bungart über Gebäudereinigung in Zeiten von Corona vorgesehen. Dies war allerdings nach Fertigstellung bereits „überholt“. Denn nun, hat das Virus bereits viel weitreichendere Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Also haben wir ein wenig umgestellt – und die noch immer relevanten Aspekte herausgegriffen:

 

Es geht nicht um die Desinfektion bzw. Reinigung von Arbeitsplätzen, Sanitärräumen oder Hotels. Hier werden mittlerweile keine zusätzlichen Reinigungsintervalle verhandelt, sondern weniger. Denn wo niemand mehr arbeitet muss nicht gereinigt werden. Natürlich gibt es noch immer wichtige Bereich wie die Krankenhausreinigung, denn ohne entsprechende Reinigung und Desinfektion keine OP und dergleichen.

 

Diese Systemrelevanz der Gebäudereinigung wie Johannes Bungart, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger Handwerks, es nennt, bedeutet für die Dienstleister allerdings auch, dass sie Notfallpläne für die Fälle von an Corona erkrankten Mitarbeitern erarbeiten müssen. Denn sind etwa in einer Klinik Mitarbeiter der Gebäudereinigung mit dem Coronavirus infiziert, bedeutet das, dass in der Regel die gesamte Reinigungsabteilung (zwischen 30 bis 150 Mitarbeitern) untersucht und Quarantäne muss. Dies hat extrem Auswirkungen auf den Betrieb der Klinik.

Zu den Notfallmaßnahmen gehören die Verlegung ganzer Reinigungskolonne aus nicht infizierten Bereichen in den entsprechenden Kliniken. Das ist natürlich nicht nur logistisch, sondern auch arbeitsrechtlich und wirtschaftlich ein ernstes Problem, da die Krankenhausreinigung keine einfache Unterhaltsreinigung darstellt, die schnell austauschbar ist.

 

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