Aktuelle Optionen der Nasspflege von Hallenböden

Produktions- und Logistikflächen effizient säubern

Mit steigendem Qualitäts- und Kostendruck der Betriebshygiene verschärft sich quer durch die Industrie der Zwang, die Produktivitätsreserven des Reinigungsdienstes zu mobilisieren. Als zumeist aufwendigstes und für den Hygienestatus relevantestes Gewerk steht typischerweise die Nasspflege stark beanspruchter Produktions- und Logistikareale im Fokus von Verbesserungsinitiativen.

Wichtigster Ansatzpunkt dabei ist die Optimierung des Equipments und der implementierten Prozessprofile. Aber welche technischen Optionen bestimmen aktuell das Entscheidungsszenario?

Je nach Bedarfsfall, wie er insbesondere durch Flächenpensum, Bodenbelag, Schmutzanhaftung sowie Zeitfenster und Anwendungsfrequenz charakterisiert ist, zeigen sich sowohl hoch mechanisierte Spezial- als auch personalintensivere Allroundverfahren strikten Effizienzkriterien gewachsen. Nicht umsonst kommt die altvertraute, unschlagbar vielseitige Hochdruckreinigung bei der Bodenpflege zum Zuge, wenn auch nur auf kleineren bis mittleren Arealen.  „In einem Abwasch“ lassen sich außer dem Fußboden auch Wandverkleidungen und Inventarstücke bzw. deren Sockelzonen säubern.

Den Schlüssel zum wirtschaftlichen Einsatzalltag bietet das prozesstechnische Fine-Tuning: Aufpralldruck, Wassermenge, Temperatur und Chemie-Input müssen im Hinblick auf die Reinigungsaufgabe präzise aufeinander abgestimmt werden. Den gravierenden Unterschied zwischen passabler und exzellenter Flächenleistung macht ein oft sträflich unterschätzter Faktor – das Endsystem, bestehend aus Strahlrohr, Spritzpistole und Sprühdüse.  Je konzentrierter und druckvoller der Strahl, desto schneller bricht er die Schmutzschicht auf, je breiter und wasserreicher, desto zügiger wird gelöster Schmutz fortgespült. Mehrfachdüsen erlauben einfaches Umschalten zwischen punktförmigem und flächigem Strahl, Rotordüsen kombinieren die Vorzüge beider Strahlarten. Einen deutlichen Zugewinn an Effizienz und Arbeitskomfort erbringt das Flächenreinigungsmodul. An die Wirtschaftlichkeitsgrenze stößt das Hochdruckverfahren bei ausgedehnten, stark verkrusteten Schmutzfilmen. Bezeichnenderweise sieht man in solchen Fällen oft Kleinkolonnen am Werk: Ein Mitarbeiter bedient die Sprühlanze, während zwei Helfer per Schrubber oder Spatel anhaftendes Material lösen. Angesichts derartiger Personalintensität muss ein kritischer Technologievergleich zeigen, ob eine Reinigungsmaschine mit mechanischer Bodenbehandlung nicht doch im Vorteil ist.

Schrubben und mehr…

Als „kleine“ maschinelle Lösung zur intensiven mechanischen Nassbehandlung empfiehlt sich die Scheuermaschine. Zwei kontrarotierende, aus dem Waschflottentank benetzte Walzenbürsten entfalten intensive Schrubbwirkung, bedingt durch massiven Anpressdruck und hohe Drehzahl. Bescheidene Grundmaße begünstigen die Agilität, dank geringer Höhe kann vielerlei Inventar unterfahren werden - entscheidende Voraussetzungen zur rationellen Reinigung dicht überstellter Funktionsflächen. Das Gerät ermöglicht sowohl geradlinige Vor- und Rückwärtsfahrt als auch kreisende Querbewegungen. „Der Bediener kann daher exakte Bahnen ziehen und entlang von Maschinengehäusen, Fördersystemen und Trennwänden randnah reinigen, oder er lässt das Gerät seitlich pendeln, um auf Leerflächen das Tempo zu forcieren“, kenzeichnet Dieter Himmel, Anwendungsfachmann für industrielle Reinigungstechnik bei Kärcher die arbeitstechnische Flexibilität. „Die eindrucksvolle Vorteilsbilanz des Problemlösers mit Walzenmechanik macht verständlich, warum der klassische Standardhelfer Einscheibenmaschine diesem Konkurrenten Platz gemacht hat und bei der Unterhaltungsreinigung von Werkhallen nur noch eine Nebenrolle spielt.“

Erst seit kurzem verfügbar ist der Saugmop, ein fahrbares Gerät, das durch ein kontinuierlich mit Waschflotte benetztes, auf den Boden gepresstes Vlies mäßig haftenden Schmutz löst und mittels Sauglippe aufnimmt. Clou: Das Thema Stromversorung stellt sich nicht, betrieben wird das Gerät ausschließlich durch die Schubkraft des Bedieners. Dabei bleibt die körperliche Beanspruchung gering, allerdings erfordert sicheres Ausbringen und Rücksaugen der Waschflotte zügige Gehgeschwindigkeit. Die maximale Flächenleistung lässt sich auf eindrucksvolle 1500 m²/h veranschlagen.

Als avanciertes Spezialequipment, das die drei Arbeitsgänge Wässern, Schrubben, Trocknen zusammenfasst und dank großzügiger Motorisierung effizient ausübt, deckt die Scheuersaugmaschine den Löwenanteil der Nassreinigung in industriellen Betriebsstätten ab. Die verfahrensspezifische Kombination aus Reinigungsqualität, Flächenleistung und Arbeitskomfort ist durch keine andere Technologie darstellbar.

Scheuersaugtechnik unter der Lupe

Das breite Kapazitätsspektrum von Scheuersaugern beginnt bei Kompaktgeräten mit einer Arbeitsbreite von 40 cm und 4 l-Flottentank. Sie bewähren sich besonders beim Reinigen eng überstellter Arbeitsinseln oder im unmittelbaren Umfeld stark schmutzgefährdeter Maschinenstationen. Für weitläufige Flurnetze sowie großflächige Montage- und Lagerareale sind die Aufsitz- und Aufstehmodelle konzipiert, die mit Arbeitsbreiten von 70 cm bis 120 cm und Flottentanks von 90 l bis 250 l aufwarten. Die Flächenleistungen in dieser Größenklasse variieren zwischen 3500 und 7000 m²/h. Bei mittleren Reinigungspensen kommen die in zahlreichen Leistungsquerschnitten verfügbaren Walk-behind-Modelle (Arbeitsbreiten zwischen 55 und 70 cm, Flottentanks bis 80 l) zum Einsatz. Den Arbeitsgang Kehren, der bei losen Verschmutzungen vielfach dem Scheuersaugen vorausgeht, erspart die integrierte Kehrlade, über die etliche Modelle verfügen. Für große Workloads empfehlen sich Scheuerfahrzeuge mit zuschaltbarem Kehrsaugmodul.

Durch Sonderausrüstungen kann der Nutzwert von Scheuersaugern im Hinblick auf den betrieblichen Bedarfsfall erheblich gesteigert werden. Weitere Features wie die Schnellbefüllung oder das automatische Ausspülen des Flottentanks zielen auf die Beschleunigung von Rüstfunktionen bzw. deren weitgehende Entkopplung von Personalzeiten, die generell das Gros der Reinigungskosten ausmachen.

Dauerhafte Top-Performance setzt unabdingbar penible Arbeitsgestaltung voraus. Im Sinne des Kostenminimums sind folgende Prozessdaten exakt auf Bodenbelag und Verschmutzung abzustimmen: Bürstenmaterial und -profil, Reinigungsmitteltyp und -dosis, Bürstendruck und -drehzahl, Waschflottenausstoß, Fahrtempo und eventuelle Verbundarbeiten (z.B. Vorsprühen von Reinigungskonzentrat). Aus der definierten Prozess-Struktur lässt sich das Zahlengerüst für maschinenplatz-, gewerk- und objektbezogene Kalkulationen ableiten: eine verlässliche Basis für effiziente Einsatzdisposition und wirtschaftliche Reinigungsprogramme.

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