Modernisierung des ehemaligen Staatlichen Umweltamts in Münster

Neue (Büro-)Strukturen für flexible Bedingungen

Um dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen optimale Bedingungen für die Arzneimitteluntersuchung zu bieten, erfolgte die Sanierung und Neuordnung der Räumlichkeiten des ehemaligen Staatlichen Umweltamts in Münster. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Münster (BLB NRW) hatte bereits 2017 entschieden, die Räumlichkeiten herrichten zu lassen, um die Büro- und Laborarbeitsplätze an moderne Standards und die erhöhten Brandschutzanforderungen anzupassen.

Das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen, kurz LZG, mit Sitz in Bochum und Münster berät und unterstützt die Landesregierung und die Kommunen in Fragen der Gesundheit und Gesundheitspolitik. Für die Arbeit im Fachbereich Arzneimittelsicherheit, der Arzneimitteluntersuchungsstelle des Landes NRW, sind Laborräume, ausgerüstet nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik, unerlässlich. Einerseits müssen die Labormitarbeitenden vor den Gefahren beim Umgang mit gesundheitsgefährdenden, teils krebserzeugenden Arbeitsmaterialien geschützt werden. Andererseits sind empfindlichste Analysensysteme und temperaturempfindliche Arzneimittel vor ungeeigneten Raum- und Umweltbedingungen zu schützen. Für die oft unter enormen Zeitdruck zu erbringenden analytischen Höchstleistungen sind optimale Arbeitsbedingungen notwendig. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Münster (BLB NRW) hatte bereits im Jahr 2017 entschieden, die Räumlichkeiten des ehemaligen Staatlichen Umweltamts in Münster zur Nutzung durch die Arzneimitteluntersuchungsstelle des LZG herrichten zu lassen, um die Büro- und Laborarbeitsplätze an moderne Standards und die erhöhten Brandschutzanforderungen anzupassen.

 

Flexible Arbeitssituationen

Um möglichst flexible Arbeitssituationen zu entwickeln, erfolgte eine Optimierung der Raumgrößen der Labor­bereiche sowie die Unterteilung der bestehenden Büroarbeitsflächen in zwei Nutzungseinheiten. Zugunsten der neuen Raumaufteilung galt es, Raumzwischenwände im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss zurückzubauen, bestehende Türöffnungen zu verschließen und Schachtwände zum Flur abzubrechen, um gemäß der neuen Raumordnung Innenwände aus Mauerwerk in F90-Qualität inklusive neuer Brandschutztüren neu zu errichten. Während im Bereich der Büroarbeitsplätze die bestehenden Decken durch neue Abhangdecken ersetzt wurden, blieben nach Abbruch der Rasterdecken in den Laborbereichen die Rohdecken inklusive Installation bewusst in Sicht. Unterschiedliche akustische Maßnahmen gewährleisten hier trotz offener Deckenkonstruktion eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Um eine größtmögliche Flexibilität bei wirtschaftlicher Fertigung sicherzustellen, basiert die neue Einrichtung der ­Laborbereiche auf dem Normraster für Laboreinrichtung. Neue Abzüge ermöglichen nach der Sanierungsmaßnahme Sicherheit bei Arbeiten mit Gasen, Aerosolen oder Dämpfen in gefährlicher Konzentration. Abzüge für offene Aufschlüsse wurden mit zentralen Abluftwäschern ausgestattet. Unter den Abzügen integriert wurden Sicherheitsschränke für Chemikalien. Neue Laborarbeitstische und -spülen bieten Platz für nasschemische, aber auch analytische Arbeiten. Energiezellen, als Vorwandinstallationselemente ausgeführte Bauteile mit Elektrokanal, dienen der medientechnischen Ver- und Entsorgung der Arbeitseinheiten.

 

Ganzjährig konstante Temperatur

Im Kellergeschoss und im dritten Obergeschoss sowie im Bereich des Dachs wurden Maßnahmen zur Umrüstung der neuen Technik vorgenommen. Eine Lüftungsanlage wurde oberhalb des zweiten Obergeschosses und im Kellergeschoss angeordnet. Zur Auslegung der neuen Anlagen erfolgte die Unterteilung der Laborflächen bezüglich Raumluftzustand und Temperaturkonstanz in zwei Kategorien: Solltemperatur bei 22 Grad, Überschreitung von 25 Grad unkritisch; Solltemperatur bei 22 Grad, unbedingte Vermeidung einer Überschreitung von 25 Grad. Die Zu- und Abluftanlagen wurden mit Hochleistungs-Kreislaufverbundsystemen sowie mit Kühl- und Heizregistern ausgestattet, um die Zuluft bei bestimmen Witterungsbedingungen zu klimatisieren und den Eintrag zusätzlicher Kühl- und Wärmelasten in die Räume zu kompensieren. Die Zu- und Abluftströme der einzelnen Labore werden über variable Volumenstromregler bedarfsabhängig gesteuert. Für die Luftmengenregelung der Laborräume bestehen die unterschiedlichen Betriebszustände „Betrieb“ und „Nacht“, die über die Laborregelungstechnik sichergestellt werden.

 

Gerichtete Luftströmung

Die Laborräume werden in einem geringen Unterdruck gefahren, so dass keine flüchtigen Stoffe vom Labor in den Flur gelangen können. Dazu wird im Labor die Raumbilanz so über Volumenstromregler und die übergeordnete Regelung beeinflusst, dass immer mehr Abluft aus dem Labor gesaugt wird als Zuluft zugeführt wird. Es entsteht eine gerichtete Luftströmung in das Labor. Die Nachströmung aus dem Flurbereich erfolgt über die nicht dichten Türen zum Flur. Damit die Regelung optimal funktioniert, müssen Türen und Fenster geschlossen sein. Wird dennoch eine Tür geöffnet, wird mittels der Gebäudeautomation das Einfrieren des Betriebssystems im letzten Betriebszustand gewährleistet bis die Tür wieder geschlossen ist. Um die komplexe Verarbeitungstiefe aller Mess-, Steuer-, Regelungs-, Überwachungs- und Optimierungsfunktionen zu gewährleisten, wurde eine Automations- und Feldebene realisiert. Diese sorgt schließlich dafür, dass alle neuen Einrichtungen der technischen Gebäudeausrüstung ökonomisch und optimal geregelt werden, zentrale Schaltvorgänge ausgelöst werden, Grenzwerte überwacht werden und ein zentrales Energiemanagement zur anlagenübergreifenden Energieoptimierung durchgeführt wird.

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