Nachhaltiges Wohnen:Eine Chance für FM

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim hat jetzt eine Studie zum nachhaltigen Wohnen veröffentlicht.
In Zusammenarbeit mit dem Verband RealFM sind dabei auch wichtige ­Erkenntnisse für die FM-Branche ­zusammengekommen.

1. Facility Management muss digital werden

Um Facility Management künftig ökologisch zu gestalten, muss es IT-basiert sein. Die Zeit der Karteikästen ist vorbei. Intelligente Haustechnik ist erforderlich. Die Digitalisierung ist eine Voraussetzung des innovativen und nachhaltigen Betriebs einer Immobilie. Optimierungen erfolgen auch im Verwaltungsbereich durch die Digitalisierung der ­Betriebskostenabrechnung und der Buchhaltung.

2. Digitalisierung und Smart Buildings fordern andere Qualifikation von Facility Managern

Die Organisationsstruktur ist ein entscheidender Bestandteil für nachhaltiges Facility Management. Basierend hierfür müssen Prozesse definiert und Optimierungswege untersucht werden. Durch die zunehmende Komplexität eines Wohnungsgebäudes durch Digitalisierung und hausinterne Technologie ist Personal mit besonderen Qualifikationen erforderlich.

3. Gebäude benötigen eine Ökologie-Kennzahl für den optimalen Betrieb

Insbesondere Bestandsgebäude können sehr unterschiedlich sein. Die Gebäudestruktur selbst sollte eine Rolle spielen, aber natürlich auch das Betreibermodell. Um den nachhaltigen Betrieb der ­Immobilie zu gewährleisten, müssen Immobilien individuell anhand einer Ökologie-Kennzahl, die den optimalen Betrieb darstellt, bewertet werden.

4. Zur Förderung ökologischer Innovation muss das System der Betriebskostenabrechnung überarbeitet werden

Ein nachhaltiger Betrieb einer Immobilie bei gleichbleibendem Komfort resultiert grundsätzlich in steigenden Betriebskosten. Das System der Betriebskostenabrechnung im Wohnungsbereich muss überarbeitet werden, um für Eigentümer und Betreiber einen Anreiz an der Minimierung der Betriebskosten zu schaffen. Verbunden mit Nachhaltigkeitsvorgaben fördert dies ökologische Innovation.

5. Erst mit Standardisierung werden nachhaltige Betreibermodelle skalierbar

Weniger als 20 % aller Immobilien in Deutschland werden innovativ und nachhaltig betrieben. Um einen wirklichen Mehrwert für die Umwelt zu erreichen, müssen große Immobilien-Bestandshalter und Entwickler einen Standard für nachhaltige Betreibermodelle setzen. Hierzu müssen Systeme und Prozesse entwickelt werden, die sowohl bei existierenden Gebäuden als auch bei Neuentwicklungen eingesetzt werden können.

Für BayernHeim-Geschäftsführer Ralph Büchele sind die Studienergebnisse „eine große Chance für Facility Manager, zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen“. Sie zeigten, dass der nachhaltige Betrieb von Wohnungsimmobilien mit der richtigen Organisationsstruktur, digitalen Prozessen und datenbasierten Optimierungswegen möglich sei.

In das gleiche Horn stößt auch Dirk Otto, RealFM-Präsident und Geschäftsführer der RGM Facility Management: „Das Thema Nachhaltigkeit ist als leitender Begriff in der Immobilienwirtschaft nicht neu. Wir haben jetzt nicht nur die Chance, sondern auch die Verpflichtung, von Greenwashing und plakativen Maßnahmen wegzukommen, und die Weichen für ein wirklich nachhaltiges Leben, Wohnen und Arbeiten zu stellen.“

Jedoch sei die Hemmschwelle groß. ­Otto: „Wir müssen entweder investieren oder wir müssen verzichten.“ Die Digitalisierung helfe, aber Nachhaltigkeit
im Immobilienbereich koste entweder Komfort oder Geld. Beides miteinander in optimalen Einklang zu bringen, werde die Herausforderung der nächsten Jahre sein.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Ihr
FACILITY MANAGEMENT-Team

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