Automatisierte Reinigung als Bestandteil der Betriebsorganisation

Effiziente Reinigung mit Cobotic

Mit dem Stadtforum Dresden ist in der sächsischen Landeshauptstadt ein neues Verwaltungsgebäude entstanden, in dem digitale Betriebsprozesse von Beginn an mitgedacht wurden. Die Kommunalen Immobilien Dresden (KID) setzen dort in der Unterhaltsreinigung auf eine Flotte autonomer Saugroboter: Seit der Eröffnung übernehmen nun 25 Geräte die nächtliche Teppichreinigung auf über fünf Etagen. Die Implementierung wurde durch die Dr. Butze GmbH, Fachhändler für professionelle Reinigungs- und Hy­gienesysteme, begleitet.

Im Stadtforum Dresden wurde der Einsatz autonomer Reinigungsroboter bereits in der Planungs- und Umsetzungsphase berücksichtigt. Dazu zählen u. a. die Positionierung von Stromanschlüssen und Ladepunkten sowie die Definition geeigneter Reinigungsbereiche und -routen. Aus Betreibersicht kann eine solche vorausschauende Einbindung den späteren Aufwand im laufenden Betrieb reduzieren, etwa wenn Flächenzuschnitte, Schwellen oder Möblierung die Navigation beeinflussen.

Betrieblich ist der Ansatz als Aufgabenaufteilung zwischen Technik und Personal angelegt: Die Roboter übernehmen nachts die Grundreinigung, während das Reinigungsteam am Morgen ergänzende Tätigkeiten wie Sichtreinigung, Detailarbeiten und Sonderaufgaben durchführt. In der Praxis hängt der Nutzen dabei wesentlich davon ab, ob Prozesse, Verantwortlichkeiten und Qualitätskriterien klar definiert sind – etwa über Reinigungspläne, Kontrollgänge und dokumentierte Nachsteuerungen.

„Die Roboter laufen nachts, wenn niemand im Haus ist und am Morgen finden alle Mitarbeitenden ein sauberes Gebäude vor“, sagt Julius Butze, Vertriebsassistent bei der Dr. Butze GmbH, die das Projekt begleitet hat. Die automatisierte Lösung folgt dem Cobotic-Ansatz von Nexaro: Während die Roboter in der Nacht die Grundreinigung übernehmen, konzentriert sich das Reinigungspersonal morgens auf die Abschlussarbeiten. Diese gezielte Aufgabenverteilung führt zu messbaren Effizienzgewinnen und einer deutlichen Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch die frühzeitige Integration des Cobotic-Ansatzes konnte im Stadtforum Dresden bereits während der Bauphase ein effizienterer Reinigungsprozess etabliert werden, der Reinigungskräfte gezielt entlastet, ihre Arbeit aufwertet und gleichzeitig eine konstant hohe Reinigungsqualität sicherstellt. 

 

Leistungsdaten im Einsatz: Flächen, Laufzeiten, Verbrauchsmaterial

Im Stadtforum Dresden reinigen die 25 Geräte laut Projektbeschreibung täglich insgesamt rund 5.000 m² Teppichfläche. Für den Dauerbetrieb in professionellen Umgebungen sind bei solchen Systemen vor allem Laufzeit, Behältervolumen und Filterkonzept relevant – sowohl für die Reinigungsqualität als auch für den Betreuungsaufwand. Genannt werden eine Akkulaufzeit von bis zu 250 Minuten, ein 1,4-Liter-Schmutzbehälter sowie ein abwaschbarer HEPA-Filter. Für Betreiber kann sich daraus ein Anhaltspunkt ableiten, wie häufig Leerung, Filterreinigung bzw. -wechsel und Funktionskontrollen organisatorisch einzuplanen sind.

Flottensteuerung und Betriebs­monitoring

Die Koordination mehrerer Geräte erfolgt über eine zentrale Software-Plattform, mit der sich Einsätze planen und der Status der Geräte überwachen lässt. Solche Systeme können im FM-Kontext insbesondere dann Mehrwert schaffen, wenn sie nachvollziehbare Betriebsdaten liefern (z. B. gereinigte Flächen, Einsatzzeiten, Fehlermeldungen) und damit eine Grundlage für Qualitätskontrolle, Störungsmanagement und Leistungsnachweise bieten. Wichtig ist, dass Zuständigkeiten für Monitoring, Störungsbehebung und regelmäßige Wartungsfenster festgelegt sind – vor allem bei mehrgeschossigen Gebäuden und wechselnder Flächennutzung.

Datenschutz: Sensorik statt Kamera

Gerade in Verwaltungsgebäuden spielt Datenschutz eine zentrale Rolle. Im Stadtforum Dresden wurden nach Angaben der Beteiligten Geräte gewählt, die ohne Kameras arbeiten und keine personenbezogenen Bilddaten erfassen. Stattdessen kommt eine Kombination aus Sensorik und KI-gestützter Kartierung zur Orientierung zum Einsatz. Für den Betrieb relevant ist dabei weniger das Marketingversprechen als die praktische Umsetzung: Welche Daten werden verarbeitet, wo werden sie gespeichert, wer hat Zugriff – und wie wird dies dokumentiert (z. B. im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, über TOMs/IT-Sicherheitskonzepte und Auftragsverarbeitungsverträge, falls externe Dienste eingebunden sind).

Normen und Nachweise für den Einsatz im öffentlichen Bereich

Für den Einsatz technischer Systeme in öffentlich zugänglichen Gebäuden sind Prüf- und Sicherheitsnachweise ein wesentlicher Bestandteil der Betreiberverantwortung. Genannt werden eine Prüfung durch TÜV SÜD sowie die Erfüllung einschlägiger Anforderungen (u. a. Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und IEC 63327 für gewerbliche Reinigungsroboter) sowie das GS-Zeichen gemäß Produktsicherheitsgesetz. Aus Sicht von FM-Verantwortlichen ist entscheidend, dass diese Nachweise verfügbar sind und in die Betreiber- und Dokumentationsprozesse integriert werden – inklusive Unterweisungen, Wartungsplänen und klaren Regeln für den Betrieb außerhalb der Reinigungszeiten.

Was Betreiber aus dem Projekt ­ableiten können

Das Beispiel Stadtforum Dresden zeigt, wie sich Robotik in der Unterhaltsreinigung in einem Neubau vergleichsweise reibungsarm integrieren lässt – vor allem dann, wenn Infrastruktur (Ladepunkte, Stromversorgung), Flächenlogik und Betriebsprozesse frühzeitig abgestimmt werden. Ob sich daraus Effizienz- oder Qualitätsvorteile ergeben, hängt im Alltag maßgeblich von Rahmenbedingungen wie Flächenstandard, Möblierungsdichte, Servicezeiten, Betreuungsaufwand und Qualitätssicherung ab.

Für kommunale und öffentliche Betreiber kann insbesondere die Kombination aus planungsseitiger Vorbereitung, klarer Aufgabenverteilung zwischen Technik und Personal sowie dokumentierter Sicherheits- und Datenschutzanforderungen als Blaupause dienen – unabhängig davon, welcher Hersteller oder welches System konkret eingesetzt wird.

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