„Wichtige Impulse für die Entwicklung des FM“
Ulrich Pieper ist Seniorberater im Facility Management bei der Dr. Odin GmbH und langjähriger Leiter des RealFM-Arbeitskreises BIM. Im Interview gibt er Einblicke auf über zehn Jahre Verbandsmitgliedschaft.
Seit wann sind Sie Mitglied im Verband?
Seit Ende 2012. Der Einstieg war damals nicht ganz einfach – als Berater gab es eine strenge Aufnahmequote. Letztlich hat es aber geklappt, und ich habe mich zunächst bei der Personenzertifizierung engagiert. Richtig Fahrt aufgenommen hat es dann beim Strategiemeeting 2016, aus dem der Arbeitskreis BIM entstand, den ich viele Jahre zusammen mit Jörg Petri geleitet habe.
Welches Ereignis oder welche Begegnung innerhalb des Verbands ist Ihnen bis heute besonders lebendig in Erinnerung geblieben?
Das Strategiemeeting 2016 war sicher die Initialzündung für die digitalen Themen im Verband. Besonders gerne erinnere ich mich aber auch an Mitgliederversammlungen, die mit besonderen Veranstaltungen verbunden waren: der Besuch im Olympiastadion Berlin, von Stuttgart 21 und zuletzt vom SAP Garden in München.
Wenn Sie die FM-Welt von vor 20 Jahren mit der heutigen vergleichen – wie war sie damals, und was ist die positivste Veränderung, die Sie durch RealFM miterlebt haben?
Früher hieß es oft, FM sei „Hausmeister mit Krawatte“ – davon sind wir heute weit entfernt. Damals litt FM noch nicht unter einem so starkem Fachkräftemangel wie heute. Der Markt der Anbieter war weniger konsolidiert, Facility Services wurden weniger integriert vergeben. FM war eher Kostenstelle, heute ist es ein strategischer Hebel mit klarer Managementfunktion. Themen wie Energie- oder Nachhaltigkeitsmanagement waren früher Nebenkriegsschauplätze, heute stehen sie im Fokus. Auch waren wir früher deutlich weniger digital unterwegs – ich hatte selbst jede Menge Aktenordner im Büro. Durch die Arbeit des Verbands sind Aufgabenverteilung und Schnittstellen im FM deutlich geschärft worden, und RealFM hat mit Qualifizierungsmaßnahmen wie dem geprüften Facility Informationsmanager wichtige Impulse gesetzt.
RealFM wird oft als „Familie“ oder enges Netzwerk beschrieben. Gibt es eine persönliche Verbindung, die weit über das Berufliche hinaus entstanden ist?
Ja, definitiv. Jörg Petri und ich haben den Arbeitskreis BIM über viele Jahre gemeinsam geleitet, und daraus ist ein sehr freundschaftliches Verhältnis entstanden. Auch wenn wir inzwischen keine regelmäßigen Arbeitskreis-Sitzungen mehr haben, freue ich mich sehr, ihn zumindest bei Mitgliederversammlungen wiederzusehen.
Welches eine Wort beschreibt für Sie das „RealFM-Gefühl“ am besten?
Das fällt mir schwer, weil ich es nicht exklusiv auf den Verband beziehen kann – Facility Management ist für mich generell wie eine große Familie. Man läuft sich auf Messen und Veranstaltungen immer wieder über den Weg und tauscht sich gerne mit denselben, vertrauten Gesichtern aus.
Inwiefern hat die Mitgliedschaft im Verband Ihnen geholfen, Trends frühzeitig zu erkennen und im eigenen Arbeitsleben umzusetzen?
Geholfen hat es mir eher, die eigene Einschätzung mit anderen Mitgliedern zu spiegeln: zu verifizieren, ob man mit seiner Meinung richtig liegt, und Themen auch mal aus einem Blickwinkel zu sehen, den man selbst noch nicht auf dem Schirm hatte.
Wenn Sie auf das Gründungsjahr zurückblicken – was würde das Gründungsteam wohl heute am meisten am „modernen“ RealFM überraschen?
Ich glaube, sie wären positiv überrascht, dass FM heute deutlich professioneller und „managementlastiger“ ist, als es früher in den Normen beschrieben wurde – da hieß es oft noch schlicht Gebäudedienstleistung. Und vielleicht wären sie auch überrascht, dass es den Verband überhaupt noch gibt: Die Vorgängerorganisation, die IFMA Deutschland, war ja nicht ganz so langlebig.
