„Hot Stuff“

Ja, es ist heiß – nicht nur in Büros ohne Klimaanlagen auf der Südseite. Und nach bereits drei Hitzewellen in diesem Sommer fragen wir uns, wie heiß und trocken wird es noch werden? Dabei stellt der Klimawandel Betreiber, Kommunen und Facility Manager jetzt schon vor sehr konkrete Fragen: Wie schützen wir Gebäude und Außenanlagen vor Hitze und Trockenheit? Oder wie gehen wir mit Starkregen um? Heißt konkret, wie sorgen wir dafür, dass unsere Infrastruktur auch unter veränderten Bedingungen zuverlässig funktioniert?

In dieser Ausgabe zeigen wir, dass Klimaresilienz eben längst auch Aufgabe des Facility Managements geworden ist. Kommunale IoT-Netzwerke liefern beispielsweise Daten zu Bodenfeuchte, Straßentemperaturen, Wasserständen, Energieverbräuchen oder Verkehrsflüssen und schaffen damit eine Grundlage für bessere Entscheidungen im laufenden Betrieb. Aus einzelnen Sensoren werden so Werkzeuge für mehr Resilienz, Effizienz und Sicherheit.

Und auch das Thema Wasser rückt stärker in den Fokus: Die sogenannte Schwammstadt zeigt, warum Regenwasser nicht länger möglichst schnell abgeleitet, sondern vor Ort gespeichert, genutzt und kontrolliert wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden sollte. Daraus ergeben sich nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch betriebliche und wirtschaftliche Mehrwerte – von der Entlastung der Kanalisation über die Bewässerung von Außenanlagen bis hin zur Stabilisierung des Mikroklimas.

Aber wie überall geht auch das nicht ohne entsprechende Digitalisierung der Prozesse: So können Sensorik, KI und digitale Zwillinge helfen, Hitzebelastungen sichtbar zu machen, Maßnahmen gezielter zu planen und deren Wirkung messbar zu machen. Wer also Gebäude hitzefester macht, Wasser intelligent bewirtschaftet, Energieflüsse transparent steuert und Außenanlagen als Teil der technischen Infrastruktur versteht, stärkt nicht nur den Werterhalt von Immobilien, sondern auch ihre Nutzbarkeit im Alltag. Und schafft so resiliente Immobilien! Die sind nicht nur an die Klimafolgen angepasst, sondern bieten auch Schutz vor Ausfällen, Störungen und Angriffen. Dies ist gerade mit Blick auf Kritische Infrastrukturen ein neuer Verantwortungsbereich für Betreiber und Dienstleister. Denn Energieversorgung, Wasser, Gebäudeautomation, Zutritt, Brandschutz, IT-Schnittstellen und Notfallprozesse greifen immer stärker ineinander. Und gerade die Betriebsphase entscheidet maßgeblich über Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Nutzungsqualität und Anpassungsfähigkeit einer Immobilie. Der Wert eines Gebäudes bemisst sich zunehmend auch an seiner Betriebsperformance: an Energieeffizienz, Verfügbarkeit, Datenqualität, ESG-Konformität und Resilienz.

Diese Fragen greift auch die gefma mit ihrer Zukunftswerkstatt Facility Management auf. Ziel ist es, gemeinsam mit Vertretern aus FM, Corporate Real Estate Management, Nutzung, Beratung und Wissenschaft belastbare Zukunftsbilder für die Branche zu entwickeln. Dabei geht es nicht um klassische Prognosen, sondern um strategische Leitplanken für Entscheidungen bis 2035 und darüber hinaus. Themen wie Operational Excellence, Energietransformation, urbane Entwicklung oder Bauen und Sanieren zeigen: Die Zukunft des FM wird nicht an einzelnen Services entschieden, sondern an seinem Beitrag zur Gesamt­performance von Immobilien.

Wenn Sie mich fragen: Das ist „Hot Stuff“ – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn!

Ihre

Kerstin Galenza

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