Im Gespräch mit Gunther Gamst

Mehr Effizienz in die Hoteltechnik bringen

Daikin plant, ein Hotel kostenlos mit Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik auszustatten. Mit der einmaligen deutschlandweiten Ausschreibung „For F.R.E.E. – Förderprojekt Regenerative Energie-Effizienz“ will das Unternehmen zeigen, dass niedrige Lebenszykluskosten und hohe Energieeffizienz auch im Hotel­bereich möglich sind. Wir sprachen darüber mit Gunther Gamst, Geschäftsführer von Daikin Aircon­ditioning Germany.

Herr Gamst, wie kam es zu der Idee, ein Hotel kostenlos mit Ihrer Technik auszustatten?

Gunther Gamst: Lassen Sie mich dazu kurz die übliche Situation schildern. Unser Problem ist, dass wir als Hersteller eigentlich immer zu spät in Projekte einbezogen werden: Es gibt einen Hotelinvestor, es gibt einen Architekten. Dann kommt es zu Ideen. Es kommt ein Planungsbüro hinzu. Wenn wir Glück haben, sind wir dann am Projekt dran, wenn wir Pech haben, ist es dann aber schon zu spät. Das Projekt wird ausgeschrieben, es wird über Preise diskutiert und die Energieeffizienz der Technik spielt keine Rolle mehr. Wir wollen das anders machen. Wir wollen Hotelbetreibern und -investoren zeigen, dass wir, wenn sie sich mit uns an einen Tisch setzen, Lösungen aufzeigen können. Das führt dazu, dass der Investor keine großen Investitionen aufbringen muss, und der Betreiber dennoch von geringen Energiekosten profitiert.

Zudem hat der Investor einen Wettbewerbsvorteil, wenn er dem künftigen Betreiber mitteilen kann: „Lieber Betreiber, ich baue Dir ein Hotel, für das ich garantiere, dass die Energiekosten auf einem bestimmten Niveau liegen.“

Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren festgestellt, dass wir mit dem Endkunden, sprich dem Betreiber, mehr reden müssen. Sonst bleiben wir letztendlich in der Diskussion stecken, dass schlussendlich ein Generalunternehmer kommt und die billigsten Lösungen einsetzt. Und diesen anderen Weg verdeutlichen wir dadurch, dass wir die Technik für ein Hotel bis maximal 300 Zimmer verschenken. Dabei haben wir die Zielsetzung: „Du, lieber Kunde, bekommst die Auslegung und die Installation, dafür wollen wir von Anfang an dabei sein“. Das betrifft die Lösungen für das gesamte Daikin-Produktportfolio.

Welche Zielsetzungen sind damit verbunden, außer zu zeigen, dass Hotels mit besserer Technik effizienter betrieben werden können?

Gunther Gamst: Wir wollen letztlich beweisen, dass die Kosten eines solchen Projekts nicht nur die Projektkosten sind. Das Projekt findet auch vor dem Hintergrund der politischen Ziele einer CO2-Reduzierung um 20 % statt. Dies ist mit heutigen Ansätzen nicht machbar. Aber die Technologien für die Umsetzung der politischen Ziele sind serienmäßig verfügbar. Sie werden nur noch nicht in ausreichendem Maß eingesetzt. Letztlich handelt es sich bei „For F.R.E.E.“ um ein Leuchtturmprojekt, dass zeigen soll: Es funktioniert, und die gesetzten Ziele sind erreichbar.

Sie haben mit Fraunhofer Umsicht einen Partner für das Monitoring an Bord. Welche Ziele streben Sie an, an denen Sie sich messen lassen wollen? Wird auch eine Zertifizierung angestrebt?

Gunther Gamst: Wir wollen zeigen, dass Hotels mit einer systemübergreifenden Planung der Gebäudetechnik viel sparen können. So solle eine Energieeinsparung von 50 % gegenüber vergleichbaren bestehenden Hotels realisiert werden. Wir werden mit der DGNB noch sprechen. Wenn der Hotelinvestor/-betreiber eine Zertifizierung will, werden wir uns natürlich auch damit befassen.

Gibt es eine Größenordnung, in der das Hotel liegen sollte?

Gunther Gamst: Die Mindestgröße liegt bei 50 Zimmern, die Maximalgröße wie gesagt, bei 300. Und es sollte sich um einen Neubau handeln.

Der Bewerbungszeitraum reicht noch bis zum 15. Februar 2015. Bis wann soll das Projekt abgeschlossen werden?

Gunther Gamst: Das ist noch offen. Das liegt an der Projektlaufzeit. Die Inbetriebnahme wird wohl zwischen 2015 und 2016 liegen. Danach wollen wir das Projekt noch mindestens ein Jahr mit dem Monitoring begleiten, um verläss­liche Daten vorliegen zu haben. Es handelt sich für uns um ein mittelfristiges Projekt.

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg und viele inte­res­sante Bewerbungen. Wir freuen uns, wenn wir darüber regelmäßig berichten dürfen.

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