FACILITY MANAGEMENT im Interview mit BVB-Organisations-Chef Dr. Christian Hockenjos

Immobilienmanagement der anderen Art

Über 80.000 Zuschauer, die größte Stehtribüne Europas und laut „Times“ „das schönste und beste Stadion der Welt“. Dank BASIC Facility Management konnte der Dortmunder Signal Iduna Park Prozesse optimieren und Kosten deutlich einsparen. BVB-Organisations-Chef Dr. Christian Hockenjos sprach mit uns über die Herausforderungen von Großveranstaltungen im Facility Management.

Durch die diesjährige EM in Frankreich ist das Thema Stadionbetrieb wieder stärker im den Fokus. Als Betreiber des Signal Iduna Parks kennen Sie sich bei Fußballgroßveranstaltungen bestens aus. Wie sehen die Anforderungen an solche Megaevents an das Facility Management aus?

Hockenjos: Bei uns ist eine der Herausforderungen an den üblicherweise mit gut 80.000 Besuchern ausverkauften Spieltagen die Integration des externen Personals in unsere Betriebsabläufe. Wir haben da bis zu 3.000 zusätzliche Mitarbeiter und Servicekräfte, die wir alle koordinieren und organisieren müssen. Das ist natürlich eine große Herausforderung. Ebenfalls von großer Relevanz  für das Facility Management ist bspw. die Tatsache, dass wir das Stadion auch an den spielfreien Tagen bewirtschaften. Wir haben bei Borussia etwa 25 Spieltage im Jahr, also umgekehrt über 300 Tage an denen im Signal Iduna Park kein Fußball gespielt wird, an denen aber viele Aktivitäten wie Stadionführungen und Veranstaltungen in unseren Gastronomiebereichen stattfinden. Wenn wir uns einmal nur die Energiekosten anschauen, können wir feststellen, dass hier die spielfreien Tage, über das Jahr betrachtet, einen viel größeren Kostenblock darstellen, als der Energiebedarf an Spieltagen. Hier kann ein gut verzahntes Immobilienmanagement helfen, Kosten zu senken und Prozesse zu optimieren.

Ganz besonders wichtig ist das Thema Sicherheit. Was hat sich da geändert?

Hockenjos: Seit den Anschlägen von Paris, die ja auch im Umfeld des Stadions von St. Denis stattfanden, wurden auch bei uns die Sicherheitsanstrengungen noch einmal deutlich intensiviert. So müssen bei uns jetzt – neben einigen weiteren Maßnahmen, die man in diesem speziellen Kontext nicht detailliert aufführen sollte - auch die Mitarbeiter und die VIP-Gäste durch den Security-Check. Letzten Endes ist aber alles immer auch eine Frage der Abwägung: Wo fängt die Sicherheitszone an und wo sind die Grenzen der Kontrolle? Man kann schließlich nicht eine ganze Stadt lückenlos kontrollieren.

Sie sind seit über 20 Jahren im Immobilienmanagement bei Borussia Dortmund tätig. Wir haben sich die Herausforderungen an das FM in dieser Zeit geändert?

Hockenjos: Das Stadion und die Anforderungen an den Stadionbetrieb haben sich grundlegend geändert. Als ich bei Borussia Dortmund angefangen habe, gab es zwei bis drei Hausmeister, die sich fest um den Stadionbetrieb gekümmert haben und etwa zehn feste Dienstleister. Inzwischen umfasst das Team des Signal Iduna Park knapp 40 feste Mitarbeiter. Angefangen von den Greenkeepern, über verschiedene Handwerker und die technische Betriebsleitung bis hin zur verantwortlichen Leitung. Und die Herausforderungen wachsen Jahr für Jahr durch technischen Fortschritt und Innovationen. So haben wir gerade den neuen mit Kunststoffasern verstärkten Naturrasen eingepflegt, die neue Torlinientechnik eingeführt und müssen die Photovoltaikanlage auf dem Stadiondach in unser Energiemanagement integrieren. Insgesamt haben wir inzwischen ca. 50 externe Dienstleisterverträge.

Wie unterstützt Sie BASIC in diesem Bereich?

Hockenjos: BASIC hat uns in der Vergangenheit bei der Ausarbeitung innovativer Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskonzepte geholfen und uns dabei unterstützt, unsere Dienstleisterverträge zu optimieren. Gleichzeitig wurde ein strukturiertes Berichtswesen durch BASIC eingeführt. Insgesamt konnten wir durch die Maßnahmen ca. 15 % unserer Betriebskosten einsparen. Zurzeit berät uns BASIC dabei, wie wir diese Prozesse in ein CAFM-System integrieren können. Bei all diesen Aufgaben habe ich BASIC immer als authentisch, sympathisch und kompetent wahrgenommen.

Welche Bedeutung hat ein CAFM-System in Stadien?

Hockenjos: Bei Stadien gibt es natürlich ganz unterschiedliche Bereiche, die sich durch IT optimieren lassen. Von der Dokumentation der Betreiberpflichten über die Steuerung der elektronischen Einlasskontrollen und das Videoüberwachungssystem, bis hin zur Koordination der Wartungsarbeiten und der Steuerung eines effizienten Energiemanagements. Bei jedem diese Bereiche überlegen wir uns einzeln, ob sich die Investition in ein CAFM Systems durch ein verbessertes Kosten-Nutzen-Verhältnis auszahlt. Grundsätzlich gilt dabei: Je komplexer die organisatorische Herausforderung, umso mehr kann uns eine gute Software unterstützen. Bei der Evaluierung der unterschiedlichen CAFM-Anbieter hat sich BASIC dabei als guter Berater erwiesen.

Abschließend noch eine Fußballfrage: Sie kommen ursprünglich aus der Nähe von Freiburg. Dank dem Aufstieg der Freiburger wird es in der nächsten Saison auch wieder die Bundesligabegegnung SC Freiburg – BVB geben. Wem drücken Sie die Daumen?

Hockenjos: Ganz klar dem BVB. Das ist ganz lustig: Kurz bevor ich angefangen habe, bei Borussia Dortmund zu arbeiten, habe ich meinen Freiburger Freunden, als wir diese Partie zusammen im Freiburger Dreisamstadion gesehen haben, noch gesagt: Heute schlagen zwei Herzen in meiner Brust, die meines Heimatvereins und die meines zukünftigen Arbeitgebers. Es war das Achtelfinale im DFB-Pokal 1995/96. Dortmund hat recht glücklich durch ein 1:0 in der Verlängerung gewonnen. Tor von Heiko Herrlich in der 109. Minute. Da war ich noch hin und hergerissen, denn eigentlich haben die Freiburger das bessere Spiel gemacht. Gut zwei Monate später gab es dieselbe Partie dann erneut in der Bundesliga. Wieder in Freiburg. Und wieder gewann Dortmund 1:0. Diesmal traf Lars Ricken, es war wieder ein eher glücklicher Sieg. Doch die wenigen Wochen, die ich inzwischen bei Borussia Dortmund tätig war, hatten ausgereicht, um mich komplett mit dem schwarz-gelben Fieber zu infizieren.

Hat sich daran bis heute viel geändert?

Hockenjos: Nein, das Drumherum hat sich im Fußball zwar komplett verändert. Aber die Fußballbegeisterung im Verein ist heute noch genau dieselbe wie vor 20 Jahren.

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Ausgabe 2012-4

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