Lünendonk

Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland

Die führenden Industrieservice-Unternehmen in Deutschland verzeichneten im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs von durchschnittlich 1,2 %. Dies ist ein besserer Wert als in den Jahren 2013 und 2014, als die Steigerungsraten jeweils weniger als 1 % gegenüber dem Vorjahr betrugen. Die Lünendonk-Liste enthalt ab diesem Jahr 20 führende Dienstleister. Diese Erweiterung wurde möglich, da sich mehr Unternehmen an der diesjährigen Befragung beteiligten.  Die Umsatzentwicklungen der Top 10 fallen unterschiedlich aus. Drei Unternehmen steigerten die Umsätze, zwei Dienstleister verharrten auf Vorjahres­niveau und fünf Anbieter verbuchten Umsatzrückgänge. Somit besteht das ­heterogene Marktbild auch nach der ­Erweiterung der Lünendonk-Liste fort. Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Liste und -Studie 2017 „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“. Das Ranking steht unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download zur Verfügung. Die Studie wird traditionell durch ein Ranking der nach Inlandsumsatz führenden Anbieter ergänzt. Für die Aufnahme in die Liste gelten folgende Kriterien: Mehr als 50 % des Inlandsumsatzes müssen mit klassischen Industrieservices, wie Diagnose, Inspektion, Instandsetzung oder Wartung, erbracht und mindestens zwei Drittel des Umsatzes mit externen Auftragen generiert werden.

Bilfinger bleibt – wie in den Vorjahren – auf Platz eins des Lünendonk-Rankings mit 1.004,0 Mio.€ Umsatz im Inland und 4.219,0 Mio. € Gesamtumsatz. Nach dem Verkauf der Sparte Facility Service generiert Bilfinger mehr als 50 % des Umsatzes im Industrieservice und berichtet daher den Gesamtumsatz. In den Vorjahren meldete Bilfinger Zahlen nur für die Division Industrial Service.

Neu auf Rang 2 ist die Wisag Industrie Service...

, die sich um 60 Mio. € auf nun 740 Mio. € verbesserte. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt tauscht die Range mit Remondis Maintenance & Service, die mit nun 670 Mio. € Jahresumsatz auf Rang 3 platziert sind. Am Markt ist das Unternehmen mit Sitz in Köln mit den Marken Buchen und Xervon aktiv. Auf Rang 4 folgt die Leadec Gruppe – vormals Voith Industrial Service – mit 438 Mio.€ Umsatz (2015: 450 Mio. €). Nach dem Verkauf an Triton Partners ist das Unternehmen nun mit einem neuen Auftritt am Markt. Unter dem Dach der Leadec Gruppe bündelt das Unternehmen die beiden Marken Leadec Services, die im Schwerpunkt für die Automobilindustrie tätig ist, und Veltec Services für die Prozessindustrie und Kraftwerksservices. Kaefer mit Sitz in Bremen komplettiert die Top 5 mit einem unveränderten Jahresumsatz von 335 Mio. €.

Babcock steigt neu auf Rang 9 in Lünendonk-Liste ein Ebenfalls mit unverandertem Inlandsumsatz von 262 Mio. € nimmt die Weber Unternehmensgruppe mit Sitz in Pulheim bei Koln Rang 6 ein. Das Unternehmen konnte das Auslandsgeschäft um 4 Mio. € steigern.

Neu auf Rang 7 (2016: Rang 8) folgt die Hertel Industrie Service GmbH, die nun die Umsätze mehrerer Tochtergesellschaften konsolidiert und auf eine geschätzte Jahresleistung von 260 Millionen Euro kommt. Das Unternehmen mit früherem Sitz in Leipzig ist nun in Lingen beheimatet. In 2015 übernahm die französische Altrad-‐Gruppe das niederländische Unternehmen mit insgesamt rund 10.000 Mitarbeitern. Hiervon waren 987 Mitarbeiter in 2016 in Deutschland beschäftigt. Das um rund 20 % niedrigere Umsatzvolumen ist unter anderem auf den Abschluss eines Großprojekts zurückzuführen.

Kiel Industrial Service gelang als einem von drei Unternehmen der Top 10 ein Umsatzanstieg. Dennoch verlor das Unternehmen aufgrund der neuen Berichtsstruktur von Hertel einen Rang. Mit nun 185,7 Mio. € (﴾2015: 183,2 Mio. €)﴿ ist das Unternehmen auf Rang 8 gelistet. Erster Neueinsteiger in der Lünendonk‐Liste 2017 ist auf Rang 9 Babcock Industry and Power mit Sitz in Oberhausen. Babcock bildet zusammen mit den rechtlich unabhängigen Unternehmen Rittergruppe und Bachtrup GmbH eine Allianz von nicht im Wettbewerb stehenden Industrieservice-Unternehmen und wird daher – wie bisher schon bei Unternehmensgruppen üblich – als ein Anbieter betrachtet. Der kumulierte Inlandsumsatz lag in 2016 bei 155,8 Millionen Euro und wurde von 1124 Mitarbeitern erwirtschaftet.

InfraServ Knapsack komplettiert die Liste der Top-‐10-‐Unternehmen mit Umsatzanstieg. 2016 schloss das Unternehmen mit einem Plus von 6,5 Mio.€ auf nun 113,5 Mio.€. Der Dienstleister mit Sitz in Hürth setzt damit seinen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort.

Robur, InfraServ Wiesbaden Technik und InfraServ Gendorf Technik sind ebenfalls Neueinsteiger in der Lünendonk-Liste Lobbe auf Rang 11 entwickelt sich stabil mit einem minimalen Umsatzruckgang von 600.000 € gegenüber dem Vorjahr. Ebert Hera Esser mit Sitz in Baden-‐Baden konnte den deutlichen Umsatzanstieg in 2015 (﴾+15 Mio. €)﴿ nicht komplett behaupten und rangiert nun mit 89,8 Mio. € auf Platz 12.

Mit einem Abstand von rund 35 Mio. € folgt die GMR – ein Teil der Griesemann‐Gruppe – auf Rang 13. Robur auf Rang 14 ist ebenfalls das erste Mal auf der Lünendonk‐Liste enthalten. Das Unternehmen besteht – wie Babcock – aus einer Allianz eigenständiger Unternehmen und generierte in 2015 52 Mio.€. „Ab diesem Jahr bezieht Lünendonk Instandhaltungsgesellschaften von Industrieparkbetreibern für die Lünendonk‐Liste ein, sofern mehr als 66 % des Umsatzes im Wettbewerb erwirtschaftet werden. Diese Änderung in der Listensystematik berücksichtigt die gestiegene Bedeutung der Instandhaltungsgesellschaften der Industrieparkbetreiber für den externen Markt“, kommentiert Thomas Ball, Senior Consultant und Studienautor bei Lünendonk. „Die Lünendonk‐Liste verfolgt seit jeher das Ziel, den Drittmarkt für Industrieservice akkurat und vollständig abzubilden.“

Komplettiert wird die Lünendonk‐Liste von Baumuller mit Sitz in Nürnberg, die nun unter anderem aufgrund der Neueinsteiger mit aktuell 34 Mio.€ Inlandsumsatz (﴾2015: 38 Mio. €)﴿ auf Rang 19 geführt sind, und Etabo mit Sitz in Bochum, die den prozentual stärksten Anstieg (﴾+22,2%)﴿ aller Unternehmen der Lünendonk‐Liste generierten.

Personalmangel ist Herausforderung für die Branche Die Stimmung unter den Industrieservice-‐Unternehmen ist gut: Sie erwarten steigende Umsatze und die Energiewende wird weniger als in den vergangenen Jahren als Erfolgshindernis wahrgenommen. Zudem sehen die befragten Dienstleister ein zunehmendes Outsourcing von Instandhaltungsleistungen. Für Herausforderungen sorgt indes der Bedarf an qualifizierten Fach- und Service-Kräften, der in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Die gute Konjunktur in Deutschland sowie der bereits spürbare demografische Wandel wirken sich merklich aus. Thomas Ball kommentiert: „Der Mangel an qualifizierten Technikern für die Instandhaltung ist ein Risiko für den Industriestandort Deutschland. Die Fremdvergabe von Industrieservices an externe Dienstleister tragt zur Abschwächung dieses Effekts bei und ermöglicht eine flexiblere und professionelle Instandhaltung. Dies wird insbesondere im Zuge der Digitalisierung sichtbar, von der die Branche spürbar profitieren wird.“

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