Die Energiewende fordert und fördert das Facility Management

Expo Real 2012

Die Expo Real 2012 wurde ihrem Ruf als internationale Networking Plattform erneut gerecht, denn in diesem Jahr wurden rund 38.000 Teilnehmer gezählt. „Das Wichtigste an der Messe sind die Kontakte, besonders zu unseren Kunden aber auch zu unseren Dienstleistern und nicht zuletzt ist die Veranstaltung ein großartiger Ort, um sich intensiv mit unseren europäischen Kollegen auszutauschen”, so Mike Sales, Managing Director & CIO, Global Property at Henderson Global Investors aus England.

Für Rezzo Schlauch, den ehemaligen Spitzenpolitiker von Bündnis 90/Die Grünen und parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium spielen die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz von Immobilien eine wesentliche Rolle. Er trat beim FM-Tag auf der Expo Real als Gastredner auf. Die Energiewende sieht er als einen „Korb voll Chancen“, doch gebe es noch viele Hindernisse zu bewältigen.

Die Energiewende wird ohne die Immobilienwirtschaft und insbesondere das ­Facility Management nicht gelingen, so lautet auch das Fazit einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde mit Unternehmenslenkern führender Bau- und FM-Dienstleistungskonzerne. Gerade die dezentrale Energieversorgung sei ein wichtiges Thema der Zukunft, wo die Branche des Facility Managements bei Beratungs- und Managementleistungen gute Marktchancen ­habe. Über die Energiewende als Treiber für Dienstleistungen diskutierten Dr. Frank Stieler, Vorstandsvorsitzender der Hochtief AG, Dr. Thomas Birtel, Vorstand der Strabag SE, Klaus Raps, Vorstand von Bilfinger SE und Karl-Heinz Strauss, Vorstandsvorsitzender Allgemeine Baugesellschaft A. Porr AG. Moderator war Dr. Torsten Henzelmann, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants.

 

FM muss Effizienzgewinne

deutlich machen

Einig waren sich die Unternehmenslenker darin, dass es für FM-Dienstleister wichtig ist, sich immer stärker in die Kundenwelt hineinzubegeben und mit ihnen ­sowie den Energieversorgern Partnerschaften einzugehen. Eine weitere wichtige Aufgabe des FM ist es aus Sicht des Hochtief-Vorstandsvorsitzenden, bei den Kunden das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu wecken: „Energieeffizienz ist kein Selbstzweck“, so Stieler. „Sie soll dazu dienen, den Wert der Immobilien zu steigern und sie in der ‚zweiten Miete’ –also den Nebenkosten – wettbewerbsfähig zu ­machen.“ FM-Leistungen die über den Preis an Dienstleister vergeben werden, könnten Kundenerwartungen an Qualität und ­Kosteneinsparungen nicht erfüllen. Gerade bei Ausschreibungen der „öffentlichen Hand“ muss nach Ansicht von Porr-Chef Strauss ein Wandel stattfinden, „weg vom Billigstbieter- hin zum Bestanbieterprinzip“.

Strabag-Vorstand Birtel betonte die Notwendigkeit, alle Leistungen rund um die Immobilie integral und langfristig zu betrachten und entsprechende Vertragsformen für die Kunden verständlich und transparent zu machen. „Wir sind in der Lage, attraktive Angebote zu schnüren, die die Chancen auf Effizienzgewinne deutlich machen – das schafft Vertrauen und baut Unsicherheiten ab. Integrierte Full-Service Anbieter sind hier im Vorteil – Stichwort Schnittstellenminimierung.“

Klaus Raps von Bilfinger wies auf den Bedarf des Facility Managements an qualifizierten Fachkräften hin, der gerade durch die steigende Nachfrage nach Energie-Dienstleistungen und Beratung noch wachse: „Die größte Investition der Branche ist die, sich die notwendige Fachkompetenz anzueignen.“

Langfristig angelegtes ­Konzept nötig

Aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie wird die Energiewende auch im Immobiliensektor nur „als großes gemeinschaftliches Projekt gelingen, das jedem Nutzen bringt“, erklärte Holger Lösch, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Innovationen und Marktmechanismen sollten seiner Ansicht nach die Entwicklung bestimmen, nicht Regulierungen. Die aktuellen Vorgaben der Politik reichen für Lösch nicht aus. Er fordert ein klares und langfristig angelegtes Konzept zur Energiewende: Die deutsche Wirtschaft brauche „Versorgungssicherheit, Umweltfreundlichkeit und Bezahlbarkeit“.

Er wies aber auch auf Vorteile hin: „Die Steigerung der Energieeffizienz schafft neue Arbeitsplätze und verringert die Abhängigkeit von Energieimporten.“

Zum Facility-Management-Tag auf der Expo Real hatten die Branchenverbände Gefma und RealFM e.V. eingeladen.

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