Kolumne

Digitales Gebäudemodell noch zu wenig geschätzt

Klassische Verfahren und dezentrale Steuerung: Was Real Estate Management betrifft, gehen Corporates und Property Companies bevorzugt zwar bewährte, aber oftmals veraltete Wege. Digitalisierung spielt für sie noch eine untergeordnete Rolle, wie eine Trendstudie des Immobilienberatungs- und Projektmanagementunternehmens Drees & Sommer zeigt.

Auch wenn Real Estate Management für viele Unternehmen bereits zum Tages-geschäft gehört, scheinen Themen wie digitale Tools, Cyber Security oder digitales Gebäudemodell noch nicht ausreichend Anklang zu finden. Die Studienergebnisse belegen zwar, dass Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung zunehmend erkennen. Allerdings ist die Handhabung der digitalen Daten in den meisten Fällen noch nicht optimal. Drei von vier REM-Verantwortlichen müssen derzeit immobilienbezogene Informationen noch aus unterschiedlichsten Quellen zusammenstellen. Nur bei 16 Prozent sind die relevanten Daten in einem System zentralisiert und auf Knopfdruck verfügbar. Vollständig digitalisierte Kernprozesse und Geschäftsmodelle werden aktuell lediglich von neun Prozent der Befragten angewendet.

Bedenkt man, dass durch die Digitalisierung die Informationsflut und die Datenmenge permanent zunehmen, so ist das sehr beunruhigend. Zudem steht fest: Je höher die Anzahl der zu bewirtschaftenden Liegenschaften ist, desto wichtiger ist ein zentrales Immobilienmanagement. Die wesentlichen Faktoren in dieser Hinsicht stellen für ein Drittel der befragten Real Estate Manager daher auch die Transparenz und einheitliche Standards dar.

Bislang werden vor jedem Kauf alle für die Immobilie relevanten Daten und Informationen mühsam, gründlich und detailliert zusammengetragen und aufbereitet – und bleiben dann vom neuen Käufer zumeist ungenutzt. Dabei wäre gerade mit Blick auf die Praxis ein digitales Gebäudemodell zielführender: Denn Asset- und Property-Management sowie Betrieb könnten davon erheblich profitieren.

Verantwortlich für die Zurückhaltung in Bezug auf die Digitalisierung dürfte auch das Thema Cyber Security sein. Jeder zweite Immobilienmanager hält diesen Aspekt für sehr wichtig. Entsprechend zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen haben die Befragten bereits geplant oder sogar umgesetzt. Ein Drittel stufte den Schutz der IT-Systeme als relevant ein und hat hierfür erste Schritte vorgesehen oder schon auf den Weg gebracht.

All das zeigt, dass der Weg zur Digitalisierung zwar steinig ist, er ist aber auch lohnenswert. Unternehmen und Organisationen, die sich rechtzeitig aufstellen, können professionell und flexibel auf Anforderungen und Wünsche ihrer Kunden und anderer Stakeholder reagieren und werden nicht von agileren Wettbewerbern überrundet.

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