Mit cloudbasierten Plattformen zum autonomen Gebäude
Für die Digitalisierung des Gebäudebetriebs gilt künstliche Intelligenz inzwischen als Schlüsseltechnologie. Und sie ebnet den Weg zum autonomen Gebäude.
Gebäude enthalten und erzeugen große Mengen an Betriebsdaten – von Temperatur- und Verbrauchswerten über Wartungszyklen bis hin zu den technischen Spezifikationen einzelner Anlagenkomponenten. Diese Daten bleiben jedoch häufig in Silos gefangen. Die Folge: Wertvolles Wissen bleibt ungenutzt, Fehler werden zu spät erkannt und Optimierungspotenziale übersehen.
Eine skalierbare Plattform für alle Daten
In vielen Anlagen sind heute noch ganz unterschiedliche Software und Systeme – oft mehrerer Generationen – im Einsatz. Ein zentraler Hebel zur Überwindung solcher komplizierter Systemlandschaften sind offene Plattformen. Sie schaffen die Voraussetzung dafür, Daten über System- und Gewerkegrenzen hinweg zusammenzuführen, einheitlich zu strukturieren und intelligent zu nutzen. Im Gegensatz zu proprietären Insellösungen bieten offene Plattformansätze standardisierte Schnittstellen (APIs), herstellerübergreifende Konnektivität und die Möglichkeit, bestehende Systeme flexibel zu integrieren. Das eröffnet nicht nur technische Vorteile wie Interoperabilität, Skalierbarkeit und geringere Abhängigkeiten. Es schützt auch Investitionen, da bestehende Infrastrukturen weiterhin genutzt und mit neuen Funktionen erweitert werden können.
Enabler für Transparenz, Automatisierung und Effizienz
Offene Plattformen bilden damit die technologische Grundlage für zentrale Digitalisierungsziele im Gebäudesektor: Transparenz, Automatisierung und Effizienz. Sie erlauben es, datenbasierte Services bereitzustellen, regulatorische Anforderungen (wie ISO 50001 und GEG §71a) zu erfüllen und neue Geschäftsmodelle zu erschließen, etwa im Energiemanagement oder der vorausschauenden Instandhaltung. Dieser Kontext ist es, in dem der Einsatz von KI an Bedeutung gewinnt: Denn erst wenn Daten aus verschiedenen Quellen sinnvoll verknüpft und zugänglich sind, lassen sich Muster erkennen, Prognosen erstellen und Prozesse automatisieren.
Die konkreten positiven Effekte zeigen sich im Gebäudebetrieb auf unterschiedliche Weise:
- Digitales Fundament – Alle relevanten Daten und Informationen sind transparent verfügbar.
- Intelligent vernetzte Systeme – Eine einheitliche Quelle für alle Gebäudedaten eröffnet eine ganzheitliche Sicht auf das Gebäude.
- Proaktive Wartung – Durch vorausschauende Wartungskonzepte lassen sich Störungen in der gebäudetechnischen Ausstattung vermeiden, ehe sie auftreten.
- Maßgeschneiderte Visualisierung – Aussagekräftige, benutzerdefinierte Dashboards und Berichte erschließen alle relevanten Informationen.
- Zukunftssicher skalierbar – Durch eine offene Architektur bietet die Plattform auch im Hinblick auf spätere Anpassungen und Erweiterungen maximale Flexibilität.
- Messbare Ergebnisse und vereinfachte Dokumentation – Automatisierte Datenerfassungs- und Berichtsfunktionen lassen sich direkt in die Plattform integrieren.
Ein Beispiel für einen solchen Plattformansatz ist Building X – eine KI-basierte Suite für klimaneutrale Gebäude von Siemens Smart Infrastructure: Die Lösung für Systeme, Applikationen und Gewerke ist offen, interoperabel und wurde speziell für den ganzheitlichen Gebäudebetrieb entwickelt. Grundlage dafür ist eine Cloud-Architektur, die Daten standardisiert, speichert und über definierte Schnittstellen zugänglich macht. Darauf aufbauend kommen verschiedene KI-Methoden zum Einsatz, die datengetriebene Entscheidungen im Gebäudebetrieb unterstützen.
Welchen Nutzen diese Funktionen in der Praxis bedeuten, zeigt ein aktuelles Beispiel: Das Krankenhaus San Juan de Dios im südspanischen Sevilla nutzt seit einiger Zeit Building X und digitale Services von Siemens. Die Lösung integriert Energie- und Sicherheitsmanagement sowie die Automation von Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) in einem einzigen System. Die Betriebskosten der analysierten Anlagen konnten damit um 35 Prozent gesenkt werden, mit Potenzial für zusätzliche Einsparungen von 10 Prozent durch frühzeitige Fehlererkennung und optimierte Gerätenutzung.
Die Zukunft im Blick
Perspektivisch ermöglichen cloudbasierte Plattformen wie Building X autonome Gebäude: ein System, das sich selbst optimiert, Fehler frühzeitig erkennt, Maßnahmen einleitet und nur dann menschliches Eingreifen erfordert, wenn es wirklich notwendig ist. Künstliche Intelligenz ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Gebäude wirtschaftlicher, komfortabler und resilienter zu betreiben.
Weitere Information liefert das aktuelle Whitepaper von Siemens.
