Innovationsradar – Top 10 Erkenntnisse für die Immobilienwirtschaft
Viele Innovationsvorhaben in der Bau- und Immobilienbranche verpuffen finanziell: Laut PMRE Monitor 2026 fließen im Schnitt 5,9 % des Umsatzes in Innovationsprojekte – rechnerisch rund 41,3 Mrd. Euro pro Jahr. Gleichzeitig scheitern nach Einschätzung der Studienteilnehmer 44 % der Projekte, was kalkulatorisch Fehlinvestitionen von etwa 18,1 Mrd. Euro bedeutet.
Erfolgreiche Innovation ist dabei weniger eine Budgetfrage als Organisations- und Prozessarbeit: Den größten positiven Einfluss hat ein sauber aufgesetzter Innovationsprozess (Wirkungsgrad 78 %). Als wichtigste Bremsen werden fehlendes Management-Commitment und eine beharrende Unternehmenskultur genannt. Auch die Arbeitsumgebung rückt in den Fokus: Für Innovationserfolg, Produktivität und Kultur ist die Gestaltung der Bürofläche wichtiger als Lagefaktoren wie Stadt oder Quartier.
Spannend für Betreiber und Nutzer: Verpasste Innovationen kosten Wert – Erneuerungen schaffen Potenziale. Für Immobilien werden Wertsteigerungschancen von 11,6 % genannt; zudem sehen die Teilnehmer einen Effizienzhebel von 21 % (mehr als ein Arbeitstag pro Woche), vor allem durch Digitalisierung, KI und optimierte Abläufe. Gleichzeitig verliert Nachhaltigkeit als Megatrend an Dynamik – obwohl die GenZ laut Studie weiterhin klare Erwartungen hat.
KI gilt als Innovationsmotor, bringt aber harte Konsequenzen: Bis 2029 erwarten die Befragten eine Reduktion des Personalbedarfs um 25 % und des Büroflächenbedarfs um 24 %. Damit steigen die Anforderungen an Personalentwicklung – insbesondere, weil ein „Age Gap“ entsteht: Jüngere nutzen generative KI deutlich intensiver, während ältere Beschäftigte häufiger skeptisch reagieren.
Auch auf der Investmentseite verschieben sich die Gewichte: Infrastruktur, Rechenzentren, Erneuerbare-Energie-Anlagen sowie Fürsorge & Gesundheit gelten als neue „Stars“, während Wohnen an Dynamik verliert und Büro- sowie Handelsimmobilien im „Abstiegskampf“ stecken. Als Erfolgsrezept empfiehlt die Studie zudem eine offenere Fehlerkultur: Experimentieren, Scheitern und Lernen steigern langfristig die Innovationsquote.
