Disruptive Gedanken

Es ist an der Zeit, aus unserer Routine auszubrechen! Weg mit alten Gewohnheiten und Raum schaffen für Neues! Quasi ein gedanklicher Frühjahrsputz. Also raus aus dem ewig gleichen Tun…

„Genau das tun wir doch schon seit Beginn der Pandemie“, werden jetzt viele denken, denn seit einem Jahr sind wir digitaler denn je und schwelgen in der Idee der New Work. Aber sind wir dabei auch wirklich bereit für radikale Innovationen? Denn New Work bedeutet auch immer Work! Und die Bereitschaft, auch wirklich zu einem New Worker zu werden, der (oder die) nicht nur für sich selbst Verantwortung übernimmt, sondern bis hin zum unternehmerischen Handeln innerhalb des Unternehmens. Also weg von starren Richtlinien hin zum Teamspirit. Der Geschäftsauftrag ergibt dabei auch das flexible Arbeitskonzept. Doch dies setzt in vielen Unternehmen auch einen völlig neuen Führungsstil voraus. Führungskräfte müssen coachen und haben gleichzeitig Vorbildfunktion. So hat die Digitalisierung durchaus etwas disruptives in viele Unternehmen gebracht, was sie aber nicht per se disruptiv macht. Sie merken schon, auch wir verlassen in dieser Ausgabe den ein oder anderen ausgetretenen Pfad und haben uns für dieses Management-Thema entschieden. Prof. Dr. Dennis Lotter erläutert in seinem ­Artikel (ab Seite 10) u.a. wann digital auch disruptiv ist.

Weniger disruptiv, aber dafür ebenso digital ist die Diskussion bei Bauherren und Planern, wie überhaupt der Weg von den reinen Planungsmodellen hin zum FM-Gebäudemodell beschritten werden kann. Diese strategische Entscheidung sollte bereits früh in einem Projekt getroffen werden und insbesondere Eingang in die Auftraggeber-Informationsanforderung (AIA) finden. Dr. Till Kemper und Dr. Florian Schrammel befassen sich in ihrem Artikel (ab Seite 20) genau mit diesen Problemen – aber auch Lösungen – bei der Datenbeschaffung während der Bau- und Inbetriebnahmephase.

Sind die Daten aber beschafft – oder ­besser gesagt „getaggt“ und digital übergeben, so gewährleisten sie die stete Aktualisierung zwischen den Systemen. Und dem „digitalen Luxus“ (für einige auch „BIM im Betrieb“) steht nichts mehr im Wege! Mit der Implementierung der betreiberrelevanten Informa­tionen und ­Dokumente in ein BIM-­Model wird die Lücke zwischen Realisierung und Betrieb geschlossen. Miguel Ebbers blickt in seinem Artikel (ab Seite 18) darum auf die digitale ­Datenübergabe aus dem Bau an den Betrieb anhand der Praxis-Beispiele des Siemens Campus Erlangen und der Erweiterung der Debeka-Hauptverwaltung in Koblenz.

Dass die Digitalisierung zu oft inflationär als Schlagwort eingesetzt wird, weiß auch Dr. Sigrid Odin. Sie erläutert, dass gerade in Zeiten von Corona die echte digitale Entwicklung wichtiger denn je ist. Und Unternehmen, die bereits angefangen haben digital zu arbeiten, sind so gut in der Lage, ihre Arbeitsprozesse stringent an die Potenziale und Möglichkeiten anzupassen, die durch moderne digitale Werkzeuge (ab Seite 23) erzielt werden können.

Und weil alles gerade so schön digital ist …wie steht es eigentlich mit der IT-­Sicherheit in Ihrem Unternehmen? Tricks und Tipps, damit Viren, Würmer oder Hacker-Angriffe nicht die Hard- und Software schädigen oder Geschäftsabläufe komplett lahmlegen – erst recht in Zeiten von Homeoffice und Mobilem Arbeiten – finden Sie ab Seite 40.

Natürlich haben wir auch weniger digitale und vor allem auch weniger disruptive Themen in dieser Ausgabe für Sie zusammengestellt.

Ihre

Kerstin Galenza

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