Praxisnahe und wirksame ESG-Berichterstattung im Facility Management gefordert
Die drei etablierten Facility-Management-Verbände im DACH-Raum – RealFM e. V. Deutschland, Facility Management Austria FMA und SVIT FM Schweiz – veröffentlichen ein gemeinsames Positionspapier zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Verbände betonen die zentrale Rolle des Facility Managements für die Umsetzung betrieblicher Nachhaltigkeitsziele und fordern eine klare Fokussierung auf relevante, wirkungsvolle und praktikable Anforderungen an die ESG-Berichterstattung.
FM als Schlüssel für nachhaltige Wirkung
Energieeffizienz, CO₂-Reduktion, Kreislaufwirtschaft und sichere Arbeitsumgebungen im Sinne der Social Responsibility: Viele der für ESG-Berichte entscheidenden Daten kommen aus dem Verantwortungsbereich des Facility Managements. Die FM3-Verbände erkennen den Nutzen strukturierter Nachhaltigkeitsberichterstattung an, warnen jedoch vor Überregulierung und einer überhöhten Bürokratie, die weder Unternehmen noch Nachhaltigkeitszielen dient.
Kernforderungen der FM3-Verbände
- Relevanz vor Vollständigkeit: Berichtspflichten müssen sich auf Themen konzentrieren, die für die Unternehmen eine messbare Wirkung entfalten.
- Pragmatische Datenerhebung: Maximale Nutzung vorhandener Datenquellen und Vermeidung redundanter Prozesse.
- Standardisierung und Digitalisierung: Einheitliche Schnittstellen und automatisierte Datenbereitstellung aus CAFM-, Gebäudeautomations- und Energiesystemen.
- Wirkungsorientierung: ESG-Berichte sollen echte Steuerungsimpulse liefern – nicht administrativen Ballast.
Appell an Politik und Regulatoren
Die Verbände fordern, die FM-Praxis frühzeitig in regulatorische Entwicklungen einzubinden und Anforderungen so zu gestalten, dass sie ökonomisch umsetzbar und fachlich sinnvoll sind. Eine Ausweitung der Berichtspflichten ohne klare Relevanz lehnen sie ab. Denn für Dirk Otto (RealFM) ist „Nachhaltigkeit ist eine Haltung – keine Formularpflicht. Wir wollen Wirkung statt Bürokratie.“ Und auch Doris Bele (FMA) weiß, dass "Nachhaltigkeitsberichte Struktur, Augenmaß und praktische Umsetzbarkeit brauchen.“ Martina Reinholz (SVIT FM Schweiz) fasst die Forderungen zusammen: „FM ist ein zentraler Hebel für messbare ESG-Wirkung – nicht für administrativen Aufwand.“
Ausblick
FM3 kündigt die Entwicklung eines Leitfadens an, der Unternehmen bei der Identifikation relevanter ESG-Themen und einer effizienten Datenerfassung unterstützt. Zudem betonen die Verbände, dass neben „Environmental“ auch die Aspekte „Social“ und „Governance“ stärker berücksichtigt werden müssen, um eine ganzheitliche und werteorientierte Nachhaltigkeitskultur zu fördern.
Das „FM3-Positionspapier Nachhaltigkeitsberichterstattung im DACH-Raum“ steht zum Download unter www.realfm.de(Publikationen & Produkte / Positionspapiere) zur Verfügung.
