REG-IS Tage 2017: Appell zur Betreiberverantwortung

24.07.2017 - Die Vorgaben des Gesetzgebers auf der europäischen, nationalen und regionalen Ebene zur Einhaltung der Betreiberverantwortung sind komplex und streng. Unglücke, wie der Brand in einem Londoner Hochhaus, bringen die dringende Notwendigkeit zur Einhaltung dieser Vorgaben für kurze Zeit ins Bewusstsein der Verantwortlichen, doch dann wird nicht selten weiter gemacht wie zuvor. Das aber liegt weniger an der operativen Ebene in den Unternehmen, die Verantwortung für Immobilien und Facility Management tragen. Vielmehr haben Vorstände und Geschäftsführer oftmals zu wenig für das Thema übrig. Dabei zeigten die von Rödl & Partner und Ambrosia Consulting & Services GmbH gemeinsam ausgerichteten REG-IS Tage 2017: Um den Überblick zu den relevanten Regelwerken zu behalten und die Compliance herbeizuführen, stehen die passenden IT-Werkzeuge, Prozessstrukturen und Standardformate längst bereit.

Wer die Vielzahl der für sein Unternehmen relevanten gesetzlichen Vorgaben, Richtlinien und Regelwerke überblicken möchte, kann das ohne geeignete IT-Unterstützung und ohne fachlich versierte Beratung kaum bewältigen. Zu vielfältig sind die Vorgaben, die zudem einer steten Erweiterung und Aktualisierung unterliegen. Und wer dann noch etwa bei Wartung, Prüfung und Instandsetzung nicht über Transparenz und geeignete Standardprozesse verfügt, wird in seinem Verantwortungsbereich nur schwer die erforderliche Compliance herbeiführen können. Insbesondere aber gefährdet er damit die Gesundheit und leider auch das Leben von Menschen. Es verwundert daher nicht, das entsprechende Fach- und Informationsveranstaltungen schon seit Jahren großes Interesse auslösen. Dazu gehört etwa auch die Bundesfachtagung Betreiberverantwortung anlässlich der INservFM, der Frankfurter Fachmesse für Facility Management, mit mehr als zweihundert Besuchern. Initiator und Leiter der Bundesfachtagung ist Ulrich Glauche. Er ist es auch, der mit „REG-IS“ ein Online-Regelwerks-Informationssystem zu den über 2000 relevanten und verbindlichen Regelwerken geschaffen hat.

Wolfgang Schäffer, Ulrich Glauche (beide Rödl & Partner), Thomas Schade und Dennis Diekmann
(beide Ambrosia). Quelle: Ambrosia FM Consulting & Services GmbH
Wolfgang Schäffer, Ulrich Glauche (beide Rödl & Partner), Thomas Schade und Dennis Diekmann
(beide Ambrosia). Quelle: Ambrosia FM Consulting & Services GmbH

Auf den diesjährigen REG-IS Tagen 2017 in vier deutschen Städten ging es daher vor allem um die Frage: Was ist zu tun, um die im eigenen Verantwortungsbereich liegenden Vorgaben besser in den Griff zu bekommen und zu halten? „Wir sehen bei unseren Veranstaltungen, wie groß das Interesse der Immobilien- und Facility Management Branche ist. Aber wir hören immer wieder auch von unseren Teilnehmern, wie schwierig es ist, ihre Vorgesetzten von den Notwendigkeiten und den richtigen Möglichkeiten zur Einhaltung der Regeltreue bzw. Compliance zu überzeugen“, so Ulrich Glauche von der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Rödl & Partner. Es sei riskant, aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen und anzunehmen, dass alles gut bleibe. Und das in vielen Chefetagen offenbar vorherrschende Motto, „Es ist schon immer gut gegangen“, sei für den Bereich Compliance sehr trügerisch.

Dabei werden die dazu erforderlichen Aufwände paradoxerweise oft überschätzt. Dennis Diekmann, Leiter der Geschäftsbereiche Compliance sowie Services beim Mitveranstalter der REG-IS Tage 2017, Ambrosia FM Consulting & Services GmbH: „CAFM-Connect als Stammdatenmodell und GEFMA-Richtlinien dienen in synchronisierter Weise als Grundlage einer strukturierten Vorgehensweise in der Umsetzung von Betreiberverantwortung. Unsere Überzeugung ist: Das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden. Standards und Kataloge sind die Basis für das relevante Datenmanagement. Und die liegen bereits heute vor.“ So wurden im Zuge der REG-IS Tage 2017 den Teilnehmern etwa Varianten zur Erstellung von Leistungsverzeichnissen, von Verträgen und Gefährdungsbeurteilungen vorgestellt.