Kötter auf Wachstumskurs - FACILITY MANAGEMENT

Kötter auf Wachstumskurs

15.02.20178 - Die Kötter Unternehmensgruppe setzt ihren Wachstumskurs fort und verbuchte 2016 neue Rekordwerte. Der Umsatz stieg um 8,6 % auf 545 Mio. €. Dabei resultierte das Plus ausschließlich aus organischem Wachstum. Die Beschäftigtenzahl nahm um 4,4 % auf 18.900 Mitarbeiter zu, womit die Dienstleistungsgruppe 800 neue Arbeitsplätze schaffen und ihre Position unter den Top 100 der beschäftigungsstärksten Familienunternehmen in Deutschland untermauern konnte (NRW: Top 30). „Diese positive Entwicklung ist Bestätigung für unsere nachhaltige Strategie“, erklärte Friedrich P. Kötter, u. a. Verwaltungsrat von Kötter Security, heute in Essen. „Sie wird getragen von langfristigen Kundenbeziehungen, branchenbezogenen System- und Spezialdienstleistungen sowie der Dienstleistungserbringung mit eigenem Personal.“ 

 

Die Kötter Unternehmensgruppe ist mit den Sparten Security (Sicherheitsdienste und -technik, Geld- & Wertdienste), Cleaning (Unterhalts-, Glas-, Industriereinigung) und Personal Service (u. a. Zeitarbeit für gewerbliche und kaufmännische Berufe) am Markt präsent. Mit der Sparte Security ist Kötter der größte familiengeführte Sicherheitsdienstleister in Deutschland und gehört zu den Top 10 der Facility-Service-Anbieter.

 

Die Entwicklung der einzelnen Sparten in der Übersicht:

- Security: Die Sparte Security verzeichnete ein erneutes Wachstum. Entscheidende Säule sind die „Smart Security Solutions“, die von Sicherheitsdiensten und -technik über Geld- und Wertdienste bis zum Risiko- und Gesundheitsmanagement reichen. „Diese 360°-Perspektive verschafft unseren Kunden optimale Sicherheit und sorgt für die intelligente Verknüpfung der Sicherheitskomponenten“, erläuterte Friedrich P. Kötter. Dem Thema Digitalisierung und damit der immer engeren Verzahnung von Mensch und Technik kommt eine immer größere Bedeutung zu. Gleichzeitig baute das Familienunternehmen seine Position als Spezialdienstleister aus. Einen Beitrag hierzu leisteten beispielsweise Neuaufträge und Auftragserweiterungen bei der Flughafensicherheit, in deren Rahmen der Dienstleister an den Airports Düsseldorf, Dresden, Erfurt und Köln/Bonn ca. 36 Millionen Fluggäste kontrollierte (+ 8 %), oder im Bereich Veranstaltungsdienste durch den Einsatz von 450 Sicherheitskräften beim Münchner Oktoberfest. 

- Cleaning: Äußerst positiv entwickelte sich die Sparte Cleaning, wobei das Wachstum ebenfalls aus Neuaufträgen und Auftragserweiterungen bei Bestandskunden resultierte. Dabei wurde der Weg als Qualitätsdienstleister und Branchenspezialist z. B. für Kreditinstitute, das Gesundheitswesen und den Logistiksektor konsequent fortgesetzt. Das Thema Nachhaltigkeit hat zentrale Relevanz, etwa durch die Umsetzung spezieller Hygieneanforderungen in Krankenhäusern oder dem umweltschonenden Einsatz von Reinigungsmitteln und -verfahren.

- Personal Service: Die Sparte Personal Service, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, konnte sich ebenfalls am Markt behaupten. Damit bestätigte der Qualitätsdienstleister die Bedeutung der Zeitarbeit als flexibles Instrument, mit dem die Wirtschaft auf Konjunktur- und Auftragsschwankungen reagieren kann. Zudem unterstrich Kötter Personal Service seine Position als verlässlicher Partner z. B. für Industrie, Handel, Logistik, IT und Verwaltungen.

 

Für den Qualitätsdienstleister sind die Beschäftigten dabei das wichtigste Kapital. „Bei uns gilt: Wo Kötter draufsteht, ist auch Kötter drin“, betonte Friedrich P. Kötter. Dies erfordert erhebliche Investitionen in die fortlaufende Qualifizierung der Mitarbeiter. Fast 900.000 Stunden Aus- und Weiterbildung kamen 2016 in der Unternehmensgruppe zusammen; davon fast zwei Drittel durch die eigene Akademie, die ihr Standortnetz weiter ausbaute. Parallel nahm die Zahl der Auszubildenden um rd. 14 % auf 160 zu.

 

Für das laufende Jahr peilt das Familienunternehmen ein moderates Wachstum an. Dabei werden die Rahmenbedingungen aber nicht leichter. Dies resultiere u. a. aus folgenden Faktoren:

- Der prognostizierten Konjunkturabschwächung und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten

- Dem immer härter werdenden Wettbewerbsdruck in den Märkten für Sicherheits- und Gebäudedienste: Allein in der Sicherheitsbranche stieg die Anbieterzahl, u. a. im Zuge der Flüchtlingskrise, auf rd. 5500. „Weil viele die Aufträge an Subunternehmer weitergeben, bleibt die Qualität immer häufiger auf der Strecke und das Risiko steigt überproportional, wenn der Auftraggeber kaum noch nachvollziehen kann, wer tatsächlich an seinem Objekt tätig ist“, kritisiert Friedrich P. Kötter. Forciert wird die Entwicklung durch Billigstpreis-Vergaben, wie sie viele Auftraggeber speziell der öffentlichen Hand praktizieren. „Sicherheit braucht Qualität und muss ihren Preis haben“, forderte er eine prinzipielle Vergabe nach dem Bestbieterprinzip, bei der Qualität und Preis in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

- Politischen Entscheidungen wie der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG), die zu Einschränkungen im Bereich der Zeitarbeit führen, oder neuen Belastungen für die Unternehmen durch Leistungsausweitungen z. B. bei Rente und Pflege.

 

Abschließend äußerte sich Friedrich P. Kötter, der u. a. Vizepräsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) ist, zur Debatte um die innere Sicherheit. „Politik, Wirtschaft und Bürger müssen dem Wert der Sicherheit noch stärkere Bedeutung zumessen“, betonte der 50-Jährige. „Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Aber es gibt auch einen volkswirtschaftlichen Wert.“ Beispiele sind der Schutz vor Wirtschaftskriminalität oder die Prävention von Wohnungseinbrüchen. Deutschland brauche eine neue Sicherheitskultur, bei der die „Versicherungsmentalität“ durch eine Präventionskultur ergänzt werde. Gleichzeitig erforderten die immer weiter wachsenden Herausforderungen eine gezieltere Aufgabenverteilung, um insbesondere die Polizei zu entlasten. „Die Diskussion darf nicht allein auf die staatlichen Sicherheitsorgane zugeschnitten bleiben. Das politische Bekenntnis, wonach die Sicherheitswirtschaft fester Bestandteil der Sicherheitsarchitektur ist, muss auch in der Praxis gelebt werden.“