Perimeterüberwachung für das Betriebsgelände eines Chemiekonzerns

Security-Konzepte für große Flächen

Nach der Störfallverordnung (§ 4, Absatz 4) stehen Betreiber von Chemieparks und Raffinerien in der Pflicht, sicherheitsrelevante Teile des Betriebsbereichs vor Eingriffen Unbefugter zu schützen. Dabei dient die Perimetersicherung vor allem der Früherkennung potenzieller Angreifer. Je zeitiger der Täter entdeckt und lokalisiert wird, desto eher und gezielter können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Um die Vorschriften einzuhalten und eine sichere und kontinuierliche Produktion zu gewährleisten, hat sich der Betreiber eines chemischen Indus­trieunternehmens im Rheinland für den „PerimeterLocator“ entschieden. Geplant und installiert wurde das bewährte kabellose Überwachungssystem für Zäune und Toranlagen von dem unabhängigen Dienstleister für Sicherheitslösungen, der Novatec Sicherheit und Logistik GmbH aus Ratingen. Das Rheinland zählt zu den führenden Chemie-Standorten Europas. Etwa 250 Unternehmen der Branche mit insgesamt über 70.000 Beschäftigten haben sich hier angesiedelt. Sicherheit wird dabei von je her großgeschrieben. Denn bei Entwicklung, Produktion, Transport oder Lagerung können schon kleinste Lücken im Security-Konzept größten Schaden für Mensch und Umwelt verursachen. Die chemische Industrie steht zudem in Folge der Globalisierung unter stetig wachsendem Wettbewerbsdruck, sie muss ressourcenschonend produzieren und dabei die Kosten im Griff behalten.


Kein konventioneller Perimeterschutz

Ein Beispiel für die effiziente Betriebsführung ist der Perimeterschutz des weitläufigen Areals eines im Rheinland ansässigen Chemieunternehmens. Der Betreiber war auf der Suche nach einer verlässlichen Zaun- und Torsicherung. Sie sollte maximalen Schutz vor Durchschneide- oder Überkletterversuchen, Vandalismus und Zaunbeseitigung bieten, aber auch ohne größeren Aufwand nachrüstbar sein.
„Der Kontakt entstand durch die langjährige Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus der Sicherheitstechnik, das auch für das Chemieunternehmen tätig ist“, erinnert sich ­Michael Grau, Projektleiter PerimeterLocator bei der Novatec Sicherheit & Logistik GmbH. Hinzu kam, dass das Sicherheitsspezialisten bereits die benachbarten Gelände weiterer chemischer Betriebe mit dem Perimeter­Locator abgesichert hat.
Nach ersten Gesprächen sowie einer umfassenden Vor-Ort-Analyse und Beratung standen die Anforderungen fest: Abgesichert werden sollte das komplette Firmengelände, einschließlich Kabellager, 17 Toren sowie Zugangsstraßen, insgesamt eine Strecke von über 13 km. Dazu Michael Grau: „Eine der Herausforderungen war, dass wir es mit sehr unterschiedlichen Zauntypen zu tun hatten: mal Drahtgeflecht, Metallplatten oder Stege, mal die klassischen Industriezäune. Kritische Punkte wie Zaununterbrechungen mussten umgangen oder abgegrenzt werden. Auch die Implementierung einer neuen IT-Infrastruktur zur Systemverwaltung und -überwachung war Bestandteil des Auftrags. „Wichtig ist hier ein intelligentes, schnittstellenorientiertes System, das die Verbindung der Steuerungs-Software mit dem firmeninternen Alarmmanagement gewährleistet“, erklärt Grau weiter. „Dabei sollen das Systemmanagement und die Kontrolle in 3D vom Monitor aus abgewickelt werden.“
Zum Einsatz kommt bei diesem Projekt das Überwachungssystem Perimeter­Locator. Das flexible, kabellose Zaun­sicherungskonzept ist konsequent auf niedrige Installations- und Betriebs­kosten bei dennoch höchster Sicherheit ausgelegt: Es arbeitet RFID-basiert, mit Beschleunigungssensoren, die jede Bewegung am Zaun und an den Toren registrieren.
Dadurch kann das System – wie in dem Falle des Chemieareals – selbst kilometerlange Anlagen unterschiedlichster Art und weit verstreut liegende Sachwerte absichern, und das ohne aufwendige Verkabelung, da die Kommunikation ausschließlich per Funk geschieht. Die langlebigen Sensoren sind nach IP68 staub- und wasserdicht.
Dank einer energiesparend ausgelegten Elektronik brauchen sie keine externe Stromversorgung, und ein Batteriewechsel wird erst nach zehn Jahren erforderlich. Michael Grau: „Die Umfeld-Bedingungen in der chemischen Industrie erfordern im Außenbereich robuste Systemkomponenten, auch daher eignen sich unsere Sensoren sehr gut für diesen Anwendungsbereich.“


Durchgängige Sicherheit

Das System ist vernetzt mit einer speziellen Auswerte- und Zentraleinheit. Die Einzelglieder der Sensorkette melden alle drei Sekunden ihre Mess-Ergebnisse an ein Überwachungsgerät, das wiederum mit der Zentraleinheit ­
in Verbindung steht. Aus den Schwingungsbildern der Sensoren erkennt das System fehlalarmsicher, ob der Zaun durch einen Sturm oder Windstoß bewegt wurde, oder ob ein Durchschneide- oder Überkletterversuch vorliegt. Da jeder Zaunsensor über eine individuelle ID verfügt, lässt sich aus der Alarmmeldung sofort die genaue Position der Sicherheitsverletzung ableiten. Sollte ein einzelner Sensor ausfallen, bleibt das System dennoch voll funktionsfähig. „Innerhalb von sechs Wochen installierten wir rund 4000 FLA-Sensoren, teilweise ergänzt durch Videoüberwachung“, erklärt Michael Grau, und fügt hinzu: „Weil das Gelände durch mehrere Zugangsstraßen geteilt ist, wurden mehrere offene Perimeter mit jeweils einer eigenen Überwachungseinheit ausgestattet. Die installierten Sensoren sind anschließend auf ein neu errichtetes Managementsystem aufgeschaltet worden.“


Sicher und nachhaltig

In puncto Kosten und Rentabilität erwies sich die Entscheidung für das gewählte System schnell als die richtige. Dazu Michael Grau: „Das neue System erfüllt alle Anforderungen des Auftraggebers – und ist auch kostengünstiger als eine herkömmliche kabelgebundene Anlage. Die Total Cost of Ownership ist mit bis zu 30 % niedriger, da teure Erdarbeiten entfallen. Angesichts des immer schärferen Wettbewerbs wird heute in nahezu allen Unternehmensbereichen professionelles Management, auch von Sicherheit, zum Erfolgsfaktor“, weiß Grau. „Als herstellerneutraler Anbieter bieten wir unseren langfristig ausgerichteten und sicherheitsbedachten Kunden nicht nur branchenspezifische Beratung. Wir wählen gezielt die jeweils optimalen Technologien und bündeln sie zu maßgeschneiderten Lösungen, die auch in Zukunft sicher und rentabel sind – und das jeweils beste Ergebnis für die zu bewältigende Aufgabe liefern.“ 

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