Facility Management heute und morgen
Nach dem Krisenjahr 2009 prognostizieren Wirtschaftsexperten für 2010 wieder ein leichtes Wachstum. Doch was bedeutet das für die FM-Branche? Wie stark kann sie davon profitieren und wohin entwickelt sie sich? Eine Einschätzung von Ralf Hempel, Geschäftsführer der WISAG Service Holding aus Frankfurt.
Diese Entwicklung wird durch den wirtschaftlichen Einbruch des vergangenen Jahres beschleunigt. Vielen Unternehmen wurde klar, wie wichtig es ist, die Flexibilität – und damit die Fähigkeit rasch auf Marktveränderungen reagieren zu können – zu erhöhen. Um diese Anpassungsfähigkeit zu erreichen, werden künftig zunehmend komplette Serviceketten extern vergeben. Dabei wird die Frage nach Primär- und Sekundärprozessen neu gestellt: Auftraggeber prüfen künftig mit einem viel kritischeren Blick als bisher, welche Aufgaben zum Kerngeschäft gehören und daher weiterhin in Eigenleistung erbracht werden. Tätigkeiten, die als Sekundärprozesse eingeordnet werden, lagern die Kunden hingegen aus. Sich auf diese neuen Anforderungen einzulassen, sich frühzeitig und mit dem nötigen Know-how am Markt aufzustellen, ist eine der großen Herausforderungen für Facility Management-Dienstleister. Denn das Leistungsportfolio wird künftig zahlreiche Aufgaben umfassen, die heute noch nicht zu den klassischen Tätigkeitsfeldern gehören. Eine umfangreiche Serviceauswahl sowie die Fähigkeit komplexe Prozessabläufe und Schnittstellen zu managen, zählen vor diesen Hintergrund zu den Schlüsselqualifikationen für Unternehmen der Branche. Zum Stichwort Flexibilität gibt es eine weitere Veränderung, die auf die Facility Manager zukommt. Die heute gängigen Vertragsmodelle werden anpassungsfähigeren und variableren Lösungen weichen. Der Leistungserbringer muss dafür Sorge tragen, dass er kurzfristig auf Anfragen und Anforderungen reagieren kann. Mit dem hohen Eigenleistungsanteil und dem dadurch im Unternehmen vorhandenen Know-how hat die WISAG hier eine komfortable Position. Auftragebern können Tätigkeiten so rasch und auf einem hohen Niveau angeboten werden – die Suche nach Subunternehmern und aufwändige Abstimmungen entfallen. Neben der Reaktionsschnelligkeit bietet unser Unternehmen einen weiteren großen Vorteil: Die Erbringung von Leistungen aus einer Hand und mit der eigenen Mannschaft sichert die Qualität der Services und Arbeitsabläufe ohne Brüche – für die Tätigkeit als Prozessdienstleister eine wesentliche Voraussetzung.
Damit ist auch schon eine andere große Herausforderung der Branche angesprochen: das Thema Fachkräfte. Angesichts der demografischen Veränderung und des erwarteten Mangels an qualifizierten Personal gilt es, das Profil des Facility Managements zu stärken, um sich beim branchenübergreifenden Wettbewerb um Fachkräfte besser zu positionieren. Die Initiative „Die Möglichmacher“, zu der sich die führenden FM-Anbieter zusammengeschlossen haben, ist ein wichtiger Schritt. Denn um potentielle Arbeitnehmer für den Wirtschaftszweig zu begeistern, ist es nötig die Aufgaben, Vielfalt und Perspektiven deutlicher aufzuzeigen.
Ein bestimmender Faktor für die Facility Management-Branche wird auch die weiterhin ungebremst stattfindende Konsolidierung des Markts und die daraus resultierende Veränderung der Anbieterstruktur sein. Perspektivisch werden zwei Gruppen dominieren: Auf der einen Seite große Dienstleistungskonzerne, die eine umfassende Bandbreite an Services anbieten. Auf der anderen Seite können sich jedoch auch kleine hoch spezialisierte Unternehmen etablieren. Dienstleister mittlerer Größe, die weder alle FM-Services anbieten noch flächendeckend aufgestellt sind, werden es hingegen schwer haben, sich zu behaupten.“
Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie weitere Trends und Unternehmensneuigkeiten aus der FM-Branche zusammengestellt.





