Sicherheitsmanagement und FM – Die Integration schreitet voran

FACILITY MANAGEMENT-Special „FM-Software“

Immer wieder flammen die Diskussionen zu Begriffen rund um die Integration technischer Systeme in Gebäuden und Liegenschaften erneut auf: Was unterscheidet Sicherheitsmanagement von Gebäudemanagement? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Gebäudetechnik und Gebäudeleittechnik? Was hat Sicherheit mit Facility Management zu tun? Warum herstellerneutral? Und wie können IT-Systeme bzw. eine FM-Software hierbei unterstützten?

Zunächst kann die Zuordnung der Begriffe anhand der Bau- oder Betriebsphase unterschieden werden: Während Planung und Bau eines Gebäudes werden die grundlegenden technischen Systeme gemäß Gesetzen, Normen (EN/DIN), technischen Vorschriften (z.B. VDE/VDI) oder Richtlinien (z.B. HOAI) unterschieden und benannt. Im laufen­den Betrieb werden die Systeme eher aufgrund des Einflusses auf den tägli­chen Betrieb aus Sicherheits-, Kosten- oder Komfortsicht unterteilt. Für die ­Betriebsphase fehlen klare normative Vorgaben weitgehend, was einen Großteil der begrifflichen Unsicherheit ausmacht. Insbesondere der Begriff „Management“ wird hier in vielen Kontexten beinahe inflationär verwendet.

 

Technische Systeme in der Planungs- und Bauphase

Die Begriffe „Technische Gebäudeausrüstung“ bzw. „Versorgungstechnik“ ­haben sich als Oberbegriff für sämtliche technischen Systeme, von HKL (Heizung/ Klima/Lüftung) über Elektrotechnik (Stromversorgung, Nachrichtentechnik, Sicherheitstechnik) bis zu Aufzugs- und Fördertechnik etabliert. Ein entsprechen­des Klassifizierung bietet etwa die HOAI (Honorarordnung für Architek­ten und Ingenieure).

Gebäudeautomation und Gebäudeleittechnik (GLT) stehen hier für alle Systeme, die eine Steuerung oder Regelung, z B. von Licht oder Temperaturen, beinhalten. Sicherheitstechnik umfasst die klassischen sicherheitstechnischen ­Gewerke wie Brand- oder Einbruchmeldetechnik, Zutrittskontrolle und Videosysteme.

 

Laufender Betrieb

Im laufenden Betrieb wird die eigentliche Zuordnung der technischen Systeme zunehmend vom Betriebskonzept und von Kosten- und Komfortfaktoren bestimmt.

Nach wie vor kann man das Facility Management als den Oberbegriff ansehen, in dem gemäß DIN/EN 15221-1 Rahmenbedingungen für die gesamte Bewirtschaftung und Instandhaltung von Gebäuden und Liegenschaften definiert sind. Die Themen Sicherheit und Gebäude­technik sind zwar im Definitionsumfang des FM enthalten, der Definitionsschwer­punkt des FM konzentriert sich allerdings immer mehr auf Organisation und Prozess­orientierung bis hinunter auf den einzelnen Arbeitsplatz. Die Technik wird somit als Mittel zum Zweck gesehen, zum Beispiel zur Gewährleistung der ­Sicherheit, Verbesserung des Komforts oder zur Nutzung von Einsparmög­lichkeiten im Gebäude und für die ­Nutzer bzw. ­Betreiber.

Gemäß DIN 32736 sind technisches, ­infrastrukturelles und kaufmännisches Gebäudemanagement sowie das Flächen­management Bereiche des FM.

In der brancheninternen Diskussion stehen sich die beiden Normen gegenseitig etwas im Weg, weil es konkurrierende Betrachtungsweisen, z.B. hinsichtlich des so genannten Lebenszyklusansatzes und der Einbeziehung der technischen Komponenten gibt.

In den meisten Fällen werden Gebäudeleittechnik, Elektrotechnik, IT-Infrastruk­tur und Sicherheitstechnik im laufenden Betrieb zu einem gemeinsamen Betriebs­konzept zusammengefasst. Die organisatorische Zuordnung im Unternehmen ist jedoch oft umstritten: aufgrund der Relevanz und der potenziellen Gefahren gewinnen die IT-Abteilungen immer mehr Einfluss – jedoch fehlt hier oft Know-how bezüglich der klassischen Sicherheits­gewerke, was zu Lücken im gesamten ­Sicherheitskonzept führen kann.

 

Was gehört nun in ein Sicherheits- oder Gefahrenmanagementsystem (SMS/GMS)?

Ob ein technisches System oder organisa­torische Abläufe eine sicherheitstechni­sche Relevanz haben, entscheidet sich – außer für Brandmeldesysteme – eigentlich erst in Abhängigkeit vom Betriebskonzept und der Nutzung des Gebäudes: Im Gegensatz zu einem Büro ist die korrekte Temperatur in einem Rechenzentrum naturgemäß eher sicherheitsrelevant, denn eine Überschreitung kann zu existenzbedrohenden Ausfällen oder Schäden führen. Sicherheitsmanagement bezeichnet nicht nur die Entgegennahme und Bearbeitung von Meldungen, sondern vielmehr die Organisation der ­gesamten Sicherheit in einem Unternehmen. Dazu zählen neben den klassischen sicherheitstechnischen Gewerken auch immer mehr technische Systeme aus Gebäude- bzw. Versorgungstechnik (siehe oben) und IT. Die Grenze, was in ein SMS gehört, verschiebt sich demnach immer in Richtung der Integration aller technischen Systeme und aller Abläufe in einem Unternehmen. Selbst der im angelsächsischen Raum verbreitete Begriff PSIM (Physical Security Informa­tion Management) trägt dieser Situation nicht ganz ausreichend Rechnung, obwohl er sich auch zunehmend im deutschsprachigen Raum verbreitet.


Sicherheitsmanagement und FM

Übergeordnete Systeme, die diese Techni­ken „managen“, also Meldungen erfassen und zur Bearbeitung bereitstellen und mit organisatorischen Abläufen verknüp­fen, bringen alle Sub-Systeme jeweils selbst mit. Dabei sind Managementsysteme aus dem Bereich GLT als eigenständig anzusehen, weil sie eher für den Techniker gemacht sind und nicht für die Bearbeitung durch Wachleute oder Pförtner in einem Leitstand. Sie erfüllen auch eher Funktionen aus den Bereichen „Komfort“ oder „Energieeffizienz“.

Die mitgelieferten Systeme aus den Sicher­heitssystemen Zutrittskontrolle und Video bieten hoch spezialisierte Funktio­nen aus den jeweiligen Teilbereichen. Allerdings  können sie eine herstellerneutrale, zentrale Lösung nicht ersetzen.

Ein zentrales, hoch integriertes Sicherheitsmanagementsystem (wie etwa „WinGuard“), ist die optimale Voraussetzung, um die zentrale Managementaufgabe „Sicherheit“ technisch und organisatorisch nachhaltig und an­forderungsgerecht ­umzusetzen.

Alle sicherheitsrelevanten Vorgänge ­zentral zu erfassen, zu bearbeiten, auszuwerten und zu dokumentieren ist mit einem herstellerneutralen Sicherheitsmanagementsystem aus mehreren Gründen am besten zu realisieren:

 freie Auswahl der optimalen Subsysteme

 uneingeschränkte Integrationsfähigkeit über alle Schnittstellenebenen

 unabhängige Instanz zur Dokumentation nachweispflichtiger Vorgänge

 offene Systemstrukturen zur Verarbeitung von Systeminformationen verschiedenster Herkunft (CAD, Melderlisten, etc.)

 langfristige Investitionssicherheit.

Insbesondere die weiter zunehmenden Integrationsanforderungen mit Gebäudetechnik und IT-Systemen sowie umfassende Anforderungen an organisa­torische Fähigkeiten für Abläufe des täglichen Betriebes erfordern zudem flexible Lösungen, die sich den wechselnden Gegebenheiten des Marktes schnell anpassen können. Ergänzend stellen eini­ge Systeme mit Facility Management-Modu­len auch die Hilfsmittel für ein optimiertes Service- und Wartungsmanagement zur Verfügung. Durch die Anbindung an die technische Infrastruktur wie beispielsweise beim System „Winguard“ stehen aus allen Systemen online Zustandsinformationen zur Verfügung, mit deren Hilfe neben der unverzüglichen Meldung und Bearbeitung technischer Störungen insbesondere auch die vorbeugende Wartung realisiert werden kann. Zustände, Zählwerte, Messwerte und weitere ­Online-Informationen können für die Auswertung technischer wie betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge herangezogen werden und in Ablaufschemata und Workflows zur Dokumentation und Optimierung der Systeme und des Betrie­bes genutzt werden. So wachsen Sicherheit und Facility Management optimal zusammen und die Investition in die Technik kommt beiden elementaren unternehmerischen Ansprüchen zugute.



Jan Meiswinkel; Lars Waldow;

Michael Klitsch, Advancis Software & Services GmbH

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6. bis 9. März 2012 MIPIM
14. und 15. März 2012 Anwenderforum für Führungskräfte der Immobilienwirtschaft
28. und 29.März 2012 RealFM Day 2012
29. bis 31. März 2012 Clean Energy & Passivehouse 2012
30. und 31. März 2012 Fachwirt FM (GEFMA) – Vertiefung Krankenhausmanagement
5. bis 20. April 2012 Light+Building
23. bis 27. April.2012 Hannover Messe  
 

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