FACILITY MANAGEMENT-Special „FM-Software“
Immer wieder flammen die Diskussionen zu Begriffen rund um die Integration technischer Systeme in Gebäuden und Liegenschaften erneut auf: Was unterscheidet Sicherheitsmanagement von Gebäudemanagement? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Gebäudetechnik und Gebäudeleittechnik? Was hat Sicherheit mit Facility Management zu tun? Warum herstellerneutral? Und wie können IT-Systeme bzw. eine FM-Software hierbei unterstützten?
Technische Systeme in der Planungs- und Bauphase
Die Begriffe „Technische Gebäudeausrüstung“ bzw. „Versorgungstechnik“ haben sich als Oberbegriff für sämtliche technischen Systeme, von HKL (Heizung/ Klima/Lüftung) über Elektrotechnik (Stromversorgung, Nachrichtentechnik, Sicherheitstechnik) bis zu Aufzugs- und Fördertechnik etabliert. Ein entsprechendes Klassifizierung bietet etwa die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure).
Gebäudeautomation und Gebäudeleittechnik (GLT) stehen hier für alle Systeme, die eine Steuerung oder Regelung, z B. von Licht oder Temperaturen, beinhalten. Sicherheitstechnik umfasst die klassischen sicherheitstechnischen Gewerke wie Brand- oder Einbruchmeldetechnik, Zutrittskontrolle und Videosysteme.
Laufender Betrieb
Im laufenden Betrieb wird die eigentliche Zuordnung der technischen Systeme zunehmend vom Betriebskonzept und von Kosten- und Komfortfaktoren bestimmt.
Nach wie vor kann man das Facility Management als den Oberbegriff ansehen, in dem gemäß DIN/EN 15221-1 Rahmenbedingungen für die gesamte Bewirtschaftung und Instandhaltung von Gebäuden und Liegenschaften definiert sind. Die Themen Sicherheit und Gebäudetechnik sind zwar im Definitionsumfang des FM enthalten, der Definitionsschwerpunkt des FM konzentriert sich allerdings immer mehr auf Organisation und Prozessorientierung bis hinunter auf den einzelnen Arbeitsplatz. Die Technik wird somit als Mittel zum Zweck gesehen, zum Beispiel zur Gewährleistung der Sicherheit, Verbesserung des Komforts oder zur Nutzung von Einsparmöglichkeiten im Gebäude und für die Nutzer bzw. Betreiber.
Gemäß DIN 32736 sind technisches, infrastrukturelles und kaufmännisches Gebäudemanagement sowie das Flächenmanagement Bereiche des FM.
In der brancheninternen Diskussion stehen sich die beiden Normen gegenseitig etwas im Weg, weil es konkurrierende Betrachtungsweisen, z.B. hinsichtlich des so genannten Lebenszyklusansatzes und der Einbeziehung der technischen Komponenten gibt.
In den meisten Fällen werden Gebäudeleittechnik, Elektrotechnik, IT-Infrastruktur und Sicherheitstechnik im laufenden Betrieb zu einem gemeinsamen Betriebskonzept zusammengefasst. Die organisatorische Zuordnung im Unternehmen ist jedoch oft umstritten: aufgrund der Relevanz und der potenziellen Gefahren gewinnen die IT-Abteilungen immer mehr Einfluss – jedoch fehlt hier oft Know-how bezüglich der klassischen Sicherheitsgewerke, was zu Lücken im gesamten Sicherheitskonzept führen kann.
Ob ein technisches System oder organisatorische Abläufe eine sicherheitstechnische Relevanz haben, entscheidet sich – außer für Brandmeldesysteme – eigentlich erst in Abhängigkeit vom Betriebskonzept und der Nutzung des Gebäudes: Im Gegensatz zu einem Büro ist die korrekte Temperatur in einem Rechenzentrum naturgemäß eher sicherheitsrelevant, denn eine Überschreitung kann zu existenzbedrohenden Ausfällen oder Schäden führen. Sicherheitsmanagement bezeichnet nicht nur die Entgegennahme und Bearbeitung von Meldungen, sondern vielmehr die Organisation der gesamten Sicherheit in einem Unternehmen. Dazu zählen neben den klassischen sicherheitstechnischen Gewerken auch immer mehr technische Systeme aus Gebäude- bzw. Versorgungstechnik (siehe oben) und IT. Die Grenze, was in ein SMS gehört, verschiebt sich demnach immer in Richtung der Integration aller technischen Systeme und aller Abläufe in einem Unternehmen. Selbst der im angelsächsischen Raum verbreitete Begriff PSIM (Physical Security Information Management) trägt dieser Situation nicht ganz ausreichend Rechnung, obwohl er sich auch zunehmend im deutschsprachigen Raum verbreitet.
Sicherheitsmanagement und FM
Übergeordnete Systeme, die diese Techniken „managen“, also Meldungen erfassen und zur Bearbeitung bereitstellen und mit organisatorischen Abläufen verknüpfen, bringen alle Sub-Systeme jeweils selbst mit. Dabei sind Managementsysteme aus dem Bereich GLT als eigenständig anzusehen, weil sie eher für den Techniker gemacht sind und nicht für die Bearbeitung durch Wachleute oder Pförtner in einem Leitstand. Sie erfüllen auch eher Funktionen aus den Bereichen „Komfort“ oder „Energieeffizienz“.
Die mitgelieferten Systeme aus den Sicherheitssystemen Zutrittskontrolle und Video bieten hoch spezialisierte Funktionen aus den jeweiligen Teilbereichen. Allerdings können sie eine herstellerneutrale, zentrale Lösung nicht ersetzen.
Ein zentrales, hoch integriertes Sicherheitsmanagementsystem (wie etwa „WinGuard“), ist die optimale Voraussetzung, um die zentrale Managementaufgabe „Sicherheit“ technisch und organisatorisch nachhaltig und anforderungsgerecht umzusetzen.
Alle sicherheitsrelevanten Vorgänge zentral zu erfassen, zu bearbeiten, auszuwerten und zu dokumentieren ist mit einem herstellerneutralen Sicherheitsmanagementsystem aus mehreren Gründen am besten zu realisieren:
freie Auswahl der optimalen Subsysteme
uneingeschränkte Integrationsfähigkeit über alle Schnittstellenebenen
unabhängige Instanz zur Dokumentation nachweispflichtiger Vorgänge
offene Systemstrukturen zur Verarbeitung von Systeminformationen verschiedenster Herkunft (CAD, Melderlisten, etc.)
langfristige Investitionssicherheit.
Insbesondere die weiter zunehmenden Integrationsanforderungen mit Gebäudetechnik und IT-Systemen sowie umfassende Anforderungen an organisatorische Fähigkeiten für Abläufe des täglichen Betriebes erfordern zudem flexible Lösungen, die sich den wechselnden Gegebenheiten des Marktes schnell anpassen können. Ergänzend stellen einige Systeme mit Facility Management-Modulen auch die Hilfsmittel für ein optimiertes Service- und Wartungsmanagement zur Verfügung. Durch die Anbindung an die technische Infrastruktur wie beispielsweise beim System „Winguard“ stehen aus allen Systemen online Zustandsinformationen zur Verfügung, mit deren Hilfe neben der unverzüglichen Meldung und Bearbeitung technischer Störungen insbesondere auch die vorbeugende Wartung realisiert werden kann. Zustände, Zählwerte, Messwerte und weitere Online-Informationen können für die Auswertung technischer wie betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge herangezogen werden und in Ablaufschemata und Workflows zur Dokumentation und Optimierung der Systeme und des Betriebes genutzt werden. So wachsen Sicherheit und Facility Management optimal zusammen und die Investition in die Technik kommt beiden elementaren unternehmerischen Ansprüchen zugute.
Jan Meiswinkel; Lars Waldow;
Michael Klitsch, Advancis Software & Services GmbH

Sicherheitsrelevante Vorgänge müssen zentral... 



