Rekordumsatz bei Bosch Thermotechnik

Auf der ISH stellt das Unternehmen zahlreiche Zukunftstechnologien vor

Im zurückliegenden Jahr hat Bosch Thermotechnik einen Rekordumsatz von 3,5 Mrd. € erzielt. Das Unternehmen ist in einem schwie­rigen konjunkturellen Umfeld um 2,3 % im Vergleich zum Vorjahr ge­wachsen, wechselkurs­bereinigt um 4,6 %. Regional hat sich der Umsatz in der Türkei sehr positiv ent­wickelt, aber auch in den Haupt­märkten Deutschland und Großbritannien war das Wachstum gut. Produkt­seitig zeigte sich erneut der Bereich Residential Heat­ing als Wachs­tumstreiber, hier hat vor allem das Geschäft mit Wärme­pumpen zum Erfolg bei­getragen.


Auf der Messe ISH Energy in Frankfurt präsentiert Bosch Thermotech­nik sich auf rund 4000 m² in der neuen Messehalle 12 mit den erstmals direkt neben­einanderliegenden Ständen der Marken Bosch und Buderus. „Wir sind mit starken Marken und innovativen Produk­ten für Digitalisie­rung, Dezentrali­sierung und Elektrifizierung – die drei Mega­trends der Branche – gut aufgestellt. In der immer komplexer wer­denden Ther­mo­­technik­welt sind wir auch zukünftig der beste Partner für unsere Fachkunden.“, sagte Uwe Glock, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch Thermotechnik. Unter dem Motto „Gemeinsam die Zukunft gestalten“ veranschaulicht Bude­rus, wie seine Fachpartner bei Auswahl, Inbetriebnahme, Wartung und Repa­­ratur von Heizungssystemen auf die Unter­stützung und Berat­ungskompe­tenz zählen können.


In der Heiz- und Klima­technik gewinnt die Elektrifizierung zunehmend an Bedeutung, elektrische Lö­sungen stehen heute gleichberechtigt neben Gas- und Öl-Geräten. „Wir werden unser Angebot mit Wärmepumpen, elektrischen Warmwasserlösungen und Klima­geräten aus­bauen. Daneben wollen wir auch neue Marktsegmente wie das Ener­giemanage­ment und brennstoffzellenbasierte Ener­gielösungen für uns erschlie­ßen“, so Glock. Bosch Thermotechnik investiert in den kommenden Jahren rund 100 Mio. € in sein Wärmepumpengeschäft. Dabei liegt der Fokus auf ein­fach zu installierenden Systemlösun­gen mit digi­taler Unterstützung. 2018 gab es bereits drei neue Produktan­läufe auf drei neuen Fer­tigungs­linien am schwedischen Standort Tranas. Für den europäischen Markt für Hei­zungswärmepumpen, der 95 % des Weltmarktes aus­macht, ist Bosch Ther­motechnik mit Entwicklungszentren in Tranas für Nordeu­ropa und Aveiro, Portugal, für Südeuropa sowie dem neuen Entwick­lungs­team in Wernau, Deutsch­­land, für Mitteleuropa gut aufgestellt. Die Erfolge des regional ange­pass­ten Portfolios sind bereits deutlich zu sehen: „In Schweden konnten wir seit der Produkt­einführung unserer neuen Abluftwärmepumpen unseren Markt­anteil mehr als verdoppeln, indem wir uns auf Einfachheit durch Standar­disierung sowie ein­fache Installation und Bedienbarkeit konzen­triert haben“, erklärte Glock.


Weiterentwicklung der Brennstoffzellentechnologie

Bosch treibt die Entwicklung der Brennstoffzelle für potenzielle neue Energiesysteme weiter voran. Gemeinsam mit dem Technologie-Spezialisten Ceres Power, Hors­ham, Großbritannien, will das Unternehmen die Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie (SOFC) voranbringen. Die 2018 geschlossene strategische Koope­ration umfasst auch eine Beteili­gung von vier Prozent an Ceres Power. Ziel ist es, die SOFC-Technologie durch Volumenfertigung zu industrialisieren und sie für die vernetzte und dezen­trale Energieerzeugung einzusetzen. SOFC-Systeme sollen in Städ­ten, Fabriken, Rechenzentren oder Ladesäulen für Elektrofahr­zeuge zum Einsatz kommen. „Die hocheffiziente Brennstoffzellen­technologie ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, da sie zu Versorgungs­sicherheit und Flexibilität des Energie­systems beiträgt“, ist Uwe Glock überzeugt. Vor allem in einer immer stärker ur­ba­­nisierten Welt ist die Brennstoffzellen-Tech­nologie für die Versorgungssicher­heit entscheidend: 2050 werden voraussichtlich mehr als sechs Milliarden Men­schen und damit 70 % der Weltbevölkerung in Städ­ten wohnen. Schon heute schlucken Metropolen 75 % der weltweit ver­brauchten Energie. Bis 2035 wird der Energieverbrauch weltweit um 30 % steigen. Dieser erhöhte Strombedarf kann in Zukunft nicht mehr nur mit großen, zentralen Kraftwerken abgedeckt werden. Ziel der Kooperation von Bosch und Ceres Power ist es deshalb, einen neuen Industriestandard bei der SOFC-Tech­nologie für die Nutzung in der dezentralen Energieversorgung zu etablieren.


Sektorkopplung in Gebäuden

Die Software des Energiemana­gers bringt die unter­schiedlichen Komponenten intelligent zusammen und ermöglicht Eigenstromnutzung und effiziente Wärmeerzeugung. Der Energiema­na­ger ist in das Bosch Smart-Home-System integriert: Mithilfe der App haben Nutzer alle Daten im Blick und können Hausgeräte problemlos einbinden. Smart-Home-Bewohner können dank effizienter digitaler Steuerung und regene­rativer Solar­energie in Verbindung mit einem Batteriespeicher bis zu 70 Prozent ihrer Strom­kosten sparen.


Sektorkopplung in Quartieren

Die in­telligente Sektorkopplung ist ein wichtiger Schlüssel, um künf­tig die Anforde­­rungen der Menschen an die Energieversor­gung in ihren Wohnge­bieten zu erfüllen. Glock betonte, wie wichtig es sei, sich hier strategisch als star­ker Anbieter ganz­heitlicher Systemlösungen und Services zu positionieren: „Wenn man die Ener­gie­wende schaffen will, muss man Effizien­zen in allen Sektoren heben, und das nicht nacheinander, sondern gemeinsam und gleichzeitig. Dafür braucht man in allen Sektoren effiziente Anlagen und möglichst erneuerbare Energien“, erklärte er auf der Bosch Thermotechnik-Presse­kon­fe­renz anlässlich der ISH.  Die einzelnen Bausteine – Elektrospeicher, Schnellladestatio­nen, die Festoxid-Brennstoffzellen-Tech­nologie und ergänzende Energiemanagementsoftware – müssen in einem cleveren Gesamtsystem zusammenbracht werden. Hier ist Bosch auf einem guten Weg: Mit einer 39-prozentigen Beteiligung an der ads-tec Energy GmbH im Oktober 2018 hat das Unternehmen seine Aktivitäten im Be­reich elektrischer Spei­chersysteme und deren Management ge­stärkt. „Gemein­sam mit ads-tec Energy können wir umfas­sende Systeme für das de­zentrale Energiemanage­ment in Gebäuden und Wohnquartieren anbieten und so einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Unsere Beteiligung an ads-tec Energy passt strategisch perfekt zu unserer Zu­kunfts­ausrichtung als digitales Klima- und Energieunter­nehmen“, so Glock. Das Management dezentraler elek­tri­scher Energiesysteme etabliert sich derzeit immer stärker in Städten und Quar­tieren.



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