Erste DGNB-Zertifikate vergeben

An 28 Büro- und Verwaltungsgebäuden wurde das neue Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ( www.dgnb.de ) auf Herz und Nieren geprüft: Bewährt sich die Kriterien­auswahl, sind die Abläufe handhabbar, liegen die Mess­­latten für Gold, Silber und Bronze auf der rich­ti­gen Höhe? Die beteiligten Bauherren und Planer haben viel Arbeit geleistet, um das Zertifizierungs­system rund zu machen.

Entstanden ist ein transpa­rentes und praktikables System zur Gebäudebewertung, das seine Stärken in der Planung ausspielt: Der Probelauf zeigte, dass sich noch in Planung be­find­liche Gebäude schlüssig opti­mie­ren ließen, etwa hinsichtlich Betriebskosten oder ökologischer Per­formance. Am Start waren sehr unter­schiedliche Objekte von pri­va­ten und öffent­lichen Bauherren in ganz Deutsch­land. Die Brutto­grund­flächen vari­ier­ten von 600 m² bis 130000 m², es waren niedri­ge Gebäude und Hochhäuser dabei – und auch die Band­breite von typischen Bürogebäuden bis Hightech war vertreten. Eine guter Querschnitt also, um das System zu erproben. 16 Objekte er­hielten in der Systemvariante „Neubau Büro und Verwal­tung“ erstmals das Gütesiegel, davon 6 in Gold, 7 in Silber und 3 in Bronze. Vorzertifikate für Gebäude, die sich noch in der Planung befinden, werden insgesamt 12 vergeben. Weitere Projekte befinden sich im Zertifizierungsprozess, eines davon steht kurz vor der Zertifikatserteilung.

Mit der Verleihung der Gütesiegel auf der Messe BAU im Januar 2009 in München geht die Erprobung in die zweite Phase: Die Anregungen aus dem Praxis­test werden nun in das Zertifizierungssystem ein­ge­arbeitet. Parallel läuft in den nächsten Monaten ein systematischer Kommentierungs­prozess in der Bau- und Immobilienbranche. „Wir haben sehr viel Unterstützung von Fachleuten aus allen Disziplinen. Unser System wird immer runder und bekommt seine Stärke gerade durch die Bereitschaft aller Branchen, an einem Strang zu ziehen. Alle sehen Nachhaltigkeit als zentrales Thema an“, fasst DGNB-Geschäftsführer Christian Donath zusammen.

Dem international erfahrenen Bauingenieur liegt eine angemessene Höhe der Messlatten für das Gütesiegel am Herzen. „Mit dem aktuellen Stand der Technik und einem integralen Planungsansatz ist man bereits nah an einer Auszeichnung. Erforderlich ist nur, früh­zeitig die zentralen Ziele des nachhaltigen Bauens im Planungsprozess zu definieren.“ Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: Neben den Pluspunkten von „green buildings“ wie geringem Energieverbrauch und niedrigen Emissionen sorgt die so erreichte Qualität des Gebäudes vor allem für höhere Wertstabilität und bessere Marktchancen von Gebäuden – ein Faktor von großer Bedeutung angesichts der aktuellen Turbulenzen in der internationalen Immobilien­wirtschaft. „Ein fundiertes und transparen­tes Qualitäts­zeichen schafft mehr Sicher­heit für Bauherren, Betreiber und Nutzer“, so Christian Donath.

Der Fahrplan für die weitere Entwicklung des Systems ist klar abgesteckt. Das auf Basis der Erprobungs­phase entwickelte Gütesiegel „Neubau Büro und Ver­waltung, Version 2008“ wird in den kommenden Monaten überarbeitet und im Laufe des Jahres als aktuali­sierte Version 2009 auf den Markt gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt können bei der DGNB eingereichte Objekte nach dem jetzt bestehenden System zerti­fi­ziert werden.

Ein weiterer Meilenstein für das Gütesiegel Nachhal­ti­ges Bauen ist die Entwicklung neuer System­varian­ten für andere Bauwerkstypen und Bestandsbauten. Der Start­schuss für diese Arbeit fällt im Frühjahr 2009. Unter der Federführung der DGNB entstehen dazu wei­tere Arbeitsgruppen. In die Entwicklung und den Entscheidungsprozess werden wie bisher Experten aus der Praxis einbezogen. Dabei wird darauf geachtet, dass neben architektonischem und technischem Know-how auch immobilienwirtschaftliche und politische Kompetenz einfließt, etwa über Spitzenverbände der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Was wäre ein Gütesiegel ohne gut ausgebildete Auditoren. Das Ausbildungsprogramm für die Auditoren wird aktuell von der DGNB entwickelt und ab der zweiten Jahreshälfte deutsch­land­weit angeboten. Dazu wird mit anerkannten Ausbil­dungs­­einrichtungen der Branche kooperiert. Die Weichen für das Gütesiegel Nachhaltiges Bauen sind gestellt.

Die ersten ausgezeichneten Objekte:

1. Bereits erstellte Gebäude mit Zertifikat

a) Gold

- etrium Köln – Bürogebäude im Passivhausstandard

- Neues Regionshaus Hannover

- OWP 11 Obere Waldplätze, Stuttgart

- Paul-Wunderlich-Haus, Eberswalde

- Umweltbundesamt Dessau

- Volkswagen Financial Services AG -Energieeffizientes Bürogebäude mit Betriebsrestaurant

b) Silber

- ATMOS München

- Bürogebäude in Meerbusch

- Institutsgebäude des FB Bauingenieurwesen und Geodäsie, Darmstadt

- Laim 290, München

- VILEDA, Hauptverwaltung Weinheim

- ZUB Kassel – Zentrum für Umweltbewusstes Bauen

- Z-zwo – Bürogebäude Stuttgart-Möhringen

c) Bronze

- Justizzentrum Chemnitz

- Saegeling Medizintechnik

- Super C

2. Geplante Gebäude mit Vorzertifikat

a) Gold

- Europe-Plaza

- Skyline Tower München

- Smarthouse München

- Zentrum für Virtuelles Engineering - ZVE

b) Silber

- CC01 CommercialCenter HafenCity Hamburg

- EMPORIO Hamburg

- Erweiterung Gobazentrum Bielefeld

- Johannstrasse Düsseldorf

- Oeconomicum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

- Riem Büro West München

- Tower 185 Frankfurt am Main

c) Bronze:

- dependance M.

3. Projekt in Bearbeitung

- DEG Köln

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