Bilfinger Berger: Auf nach Österreich

Nachdem der österreichische Baukonzern Strabag in den zurückliegenden Jahren kräftig in Deutschland eingekauft hat – und zuletzt mit der Übernahme der Telekom-Tochter DeTeImmobilien kräftig gewachsen ist, macht sich der deutsche Rivale Bilfinger Berger auf in der Alpenregion „zu wildern“: Gestern, am 6. Oktober 2009 teilte der Mannheimer Baudienstleister mit, dass einen seiner wichtigsten Wettbewerber, die österreichische MCE mit Sitz in Linz, von der Deutschen Beteiligungs AG erworben hat.

Gut 350 Mio. € lassen sich die Mannheimer die Übernahmen kosten. Zwar ist das mit dieser Summe kein Schnäppchen, doch mit der Neuerwerbung lässt Bilfinger Berger der Ankündigung, das Servicegeschäft zu stärken und das klassische Baugeschäft zu überprüfen, weitere Taten folgen. Bereits Ende September hatte der im MDAX notierte Konzern die Mehrheit an dem französischen Industriedienstleister LTM übernommen. Bilfinger Berger-Vorstandsvorsitzende Herbert Bodner dazu:

„MCE passt hervorragend zu unseren vorhandenen Serviceeinheiten. Wir erweitern unsere Leistungspalette und unseren Kundenkreis. Durch den Erwerb wird die führende Position von Bilfinger Berger als Anbieter für Industrie- und Kraftwerksdienstleistungen weiter gestärkt".

Das Dienstleistungsgeschäft sei seit Jahren das margenstarke Wachstumsfeld von Bilfinger Berger. Die Sparten Industrial Services und Power Services zeigen sich in der Wirtschaftskrise "erfreulich robust", wie es weiter hieß. Auch für die Zukunft sieht Bilfinger gute Perspektiven im Dienstleistungssegment.

MCE soll zunächst eigenständig bleiben und dann auf die Bilfinger-Segmente aufgeteilt werden. Linz bleibe jedoch ein wichtiger Standort, so der Vorstandsvorsitzende. Einschneidende Personalmaßnahmen erwartet Bodner nicht. Der Zukauf sei nicht aus Synergiegründen getätigt worden, die Geschäfte würden sich nur geringfügig überschneiden. Den Kauf will man überwiegend über eine Kapitalerhöhung finanzieren.

 

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