E-Mobilität in der Immobilienwirtschaft

E-Mobilität ist für die deutsche Immobilienwirtschaft ein Trend, auf den es sich vorzubereiten gilt. Allerdings sehen die Verwalter bislang keinen akuten Handlungsbedarf E-Mobilität in ihr Alltagsgeschäft zu integrieren. Das sind die Kernergebnisse einer aktuellen Umfrage des Energiedienstleisters goldgas unter fast 900 Kunden aus der Immobilien- und Wohnungswirtschaft.

Im Juni 2019 fragte goldgas seine Kunden, welche Relevanz das Zukunftsthema E-Mobilität für die Branche zum jetzigen Zeitpunkt hat und wie die Teilnehmer die geplanten politischen Initiativen zur Förderung der E-Mobilität bewerten. Zudem wollte goldgas wissen, ob Elektrofahrzeuge bereits durch die Teilnehmer genutzt werden.

Dass sich E-Mobilität und Elektrofahrzeuge in der Zukunft durchsetzen werden, ist für fast 70 % (68,8 %) der Umfrageteilnehmer eine ausgemachte Sache. Allerdings gehen 54 % der Deutschen Verwalter davon aus, dass eine kurzfristige Entwicklung nicht stattfinden wird. Konkret zum Zeithorizont befragt, gaben 64,8 % der Befragten an, dass die Umsetzung der Pläne der Bundesregierung, bis 2020 ein flächendeckendes Netz an Schnellladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu installieren, deutlich länger dauern werde.

E-Mobilität ist für die Immobilienwirtschaft schon heute ein relevantes Thema. Bereits 45 % der Umfrageteilnehmer bestätigen die Entwicklung, Ladestationen für Elektroautos bei neuen Immobilien direkt in die Planungen zu integrieren. Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass Ladestationen für Elektroautos Immobilien für Mieter und Käufer attraktiver machen. Davon sind 40 % der Immobilienverwalter überzeugt.

Um Anreize für eine flächendeckende private Versorgungsstruktur von Elektrofahrzeugen zu schaffen, sind jedoch ein staatlich initiiertes Förderprogramm notwendig. Darüber sind sich fast dreiviertel (74,4 %) der Teilnehmer einig. 40,8 % merken allerdings an, dass es weiterer Maßnahmen bedarf, um Ladestationen attraktiv zu machen.

Markus Scheibe, kommissarischer Leiter Geschäftskundenvertrieb bei goldgas bestätigt diese Entwicklung: „E-Mobilität ist neben der Digitalisierung eines der aktuell ganz heiß diskutierten Themen in der Branche. Jedem Verwalter ist bewusst, dass Ladestationen in der Zukunft ein fester Bestandteil von Wohn- und Gewerbeimmobilie sein werden. Wie schnell allerdings der Auf- und Ausbau einer effizienten Infrastruktur umgesetzt werden kann, das liegt an der Politik und den Automobilherstellern.“

Die Einschätzung von Markus Scheibe wird auch durch die Teilnehmer der goldgas-Umfrage bestätigt. 72,8 % der Verwalter erkennen die wichtige Rolle der Immobilienwirtschaft bei der Mobilitätswende grundsätzlich an. 48 % sind jedoch der Ansicht, die Politik und die Automobilhersteller müssten hier die Vorreiterrolle übernehmen.

Durchgesetzt haben sich Elektrofahrzeuge in der Branche allerdings noch nicht, weder in der privaten Nutzung noch für Fuhrparks größerer Verwalterunternehmen. Hybrid-Antrieb werden von 33,6 % der Verwalter selbst genutzt. Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb werden zu fast 25 % von den Verwaltern eingesetzt.

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