Lünendonk-Studie

Großes Wachstumspotenzial im Industrieservice-Markt

2017 war ein positives Jahr für den Industrieservice in Deutschland. Die 38 von der Lünendonk & Hossenfelder GmbH in der neuen Studie „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“ analysierten Unternehmen konnten ihre Umsätze um 4,3 % steigern – ein Wachstum, wie es seit 2012 nicht mehr erzielt wurde. Die Steigerung geht wie bereits im Jahr davor vor allem auf mittelgroße Dienstleister zurück, die 20 führenden Unternehmen der bereits seit Juli verfügbaren Lünendonk-Liste wuchsen mit 3,5 % etwas geringer.

Auch 2018 erwarten die Dienstleister
eine weitere Verstärkung der positiven Trends. Die dur
chschnittliche Umsatzprognose steigt auf 5,5 %. Gründe hierfür sind die gute Konjunktur, der auf­gelaufene Investitionsstau in der Instandhaltung von Produktionsanlagen sowie die steigende Nachfrage nach Standortdienstleistungen. Das sind
Kernergebnisse der Lünendonk-Studie
„Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“, die 2018 zum nunmehr zehnten Mal erscheint.

Die gute Konjunktur ist nur einer von mehreren Treibern der positiven Umsatzentwicklung. Viele Auftraggeber haben 2017 auf Investitionsstaus reagiert, die in den letzten Jahren durch Einsparungen und zurückgestellte Investitionen entstanden sind. Diese werden nun teilweise nachgeholt. „Im Energiesektor steigt zudem die Nachfrage sowohl in der Instandsetzung und Wartung für die Produktion von erneuerbaren Energien als auch beim Rückbau von Atommeilern und konventionellen Kraftwerken“, analysiert Jörg Hossenfelder, Studienautor und geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk & Hossenfelder GmbH.

Den großen Anbietern im Markt kommt auch die demografische Entwicklung zugute. „Zum einen greifen Auftraggeber aufgrund des Personalmangels verstärkt auf externe Dienstleister zurück. Zum anderen verfügen die IS-Unternehmen mit ihrer Professionalität über einen Mehrwert gegenüber kleinen Handwerksbetrieben im Wettbewerb um qualifiziertes Personal“, erläutert Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk und Co-Autor der Studie.

Der noch junge Markt des Industrieservice bietet durch seine hohe Dynamik ein großes Wachstumspotenzial. Bisher oft noch nicht als eigenständige Branche wahrgenommen, zeigen sich nun vermehrt Anzeichen einer Professionalisierung bei Auftraggebern und Anbietern. Herausforderungen wie die Regulierungen zur Arbeitnehmerüberlassung, die bevorstehenden Umwälzungen durch die Digitalisierung, die große Nähe zum Kerngeschäft sowie zum Teil ein geringer Reifegrad in der Auftraggeber-Organisation müssen in den kommenden Jahren bewältigt werden. Die Industrieservice-Anbieter profitieren vom starken deutschen Mittelstand und der hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Prozess- und Fertigungsindustrie.

Ein Großteil der Dienstleister sieht eine klare Tendenz zu mehr Fremdvergabe und nur vereinzeltes Insourcing. Zur stabilen Nachfrage kommt das gesteigerte Interesse der Auftraggeber an Service-Management, das die Anbieter in den letzten Jahren zunehmend in ihr Serviceportfolio aufgenommen haben. Die Entwicklungen weisen darauf hin, dass die professionelle Instandhaltung weiter an Bedeutung gewinnen und zu einem immer wichtigeren Wertschöpfungsfaktor werden wird.

Die zehnte Auflage der Lünendonk-Studie zum Industrieservice-Markt in Deutschland enthält wesentliche Marktstrukturdaten zu Umsatz- und Mitarbeiterentwicklungen, Langzeitanalysen, Leistungsspektren, Kundensektoren, Pro-Kopf-Umsätzen und zur EBIT-Lage. Diese werden ergänzt durch die Einschätzungen der führenden Anbieter zu aktuellen Themen und Trends. In Sonderkapiteln befasst sich die Studie mit dem Vergabeprozess sowie der Auswirkung der Digitalisierung auf den Industrieservice-Markt.
Bezogen auf das von TME Associates ermittelte Marktvolumen von 30 Mrd. € generieren die 38 Studienteilnehmer ­
7,3 Mrd. € in Deutschland oder rund 24 % des gesamten Marktvolumens.

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