FACILITY MANAGEMENT-Special „Energie“

Erfolgsfaktor Energieeffizienz

Energieeffizienz-Maßnahmen sind heute Gegenstand von Veränderungsprozessen in fast allen Unternehmen. Nicht nur das Streben nach Einsparungen sind hier Prozesstreiber, sondern auch die Bereitschaft zur CO2-Reduktion einen Beitrag zu leisten, nimmt permanent zu. Auch für die Unternehmen, die umfangreich von diesem Marktumfeld profitieren, ist es ein Erfolgsfaktor.

Zunächst muss jeweils das Ziel sein, so wenig wie möglich Nutzenergie zu benötigen. Der Raumklimatisierung bei Verwaltungsgebäuden ist hier als Hauptverbraucher eine ähnliche Aufmerksamkeit zu geben, wie der Beleuchtung, der Heizung oder anderen Endgeräten. In der Industrie und anderen Branchen können die Effizienzmaßnahmen auf Produktionsprozesse ausgedehnt werden. Die reduzierte Nutzenergie gilt es dann, möglichst effizient, bereit zustellen. Hier sind BHKWs bei geeignetem Einsatz sicher ein empfehlenswerter Ansatz. Die Herausforderung besteht in der Wärme­nutzung im Sommer. Um eine möglichst hohe Leistung zu erzeugen, ist „Sommerwärme senken“  erforderlich. Häufig sind das Kälteerzeugungen zur Klimatisierung oder für Rechenzentren. Aber auch Trocknungs-, Destillations- oder Vorerhitzungsprozesse können in Einzelfällen die Wirtschaftlichkeit positiv beeinflussen. Die wärme- oder kälteseitige Einbindung in die bestehende Infrastruktur ist eine häufige Fehlerquelle, sollte jedoch qualifizierte Unternehmen nicht vor ­Probleme stellen.

Schwieriger wird das bei  der elektro- und abgasseitigen Einbindung. Hier werden die meisten Fehler gemacht und entsprechende Potentiale nicht genutzt. Gerade im Zusammenspiel der Erzeugungsanlage mit den Verbrauchskomponenten liegt einer der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit. Optional zu den Motor-BHKWs können ab einer gewissen Größe Turbinen oder gar Brennstoff­zellen eingesetzt werden. Gerade die Brennstoffzelle bietet mit einem hohen elektrischen Wirkungsgrad und den nicht vorhandenen Schwingungsproblemen interessante Einsatzmöglichkeiten.

Gleichgültig welche Technologie eingesetzt wird, wenn entsprechende Inves­titionen erforderlich sind, kommt auch den nichttechnischen Aspekten eine große Bedeutung zu. Die Wirtschaftlichkeit hängt zu einem großen Teil an den Primärenergiepreisen. Der Energiebezug muss somit optimiert werden, jedoch auch die Stromvermarktung. Die in der Regel genutzte Eigenstromverdrängung ist hier nicht zwingend die optimale ­Lösung. Weiter lässt sich die Wirtschaftlichkeit einer Investition erhöhen, wenn man die zahleichen Richtlinien im Bereich Energiesteuer und -abgaben beherrscht. Einzelne Aspekte können durchaus von ökonomischem Interesse sein.

Die oben genannten Erzeugungsanlagen werden in der Regel mit Erdgas betrieben. Wenn der CO2-Ausstoß weiter ­reduziert werden soll, bleibt nur noch der Einsatz von erneuerbaren Energien.  Allein dieses Gebiet setzt eine umfangreiche Marktkenntnis und Praxiserfahrung in der Anwendung voraus. Insbesondere der Einsatz von Biomasse erfordert zusätzlich eine Sensibilität für nachhaltigen Anbau. Auch hier schärft sich zunehmend das Bewusstsein und Anforderungsprofil der Kunden.

Zur Absicherung der Investitionen ist das Erreichen der Zielwerte unerlässlich. Nicht nur in der Planung und im Bau sind diese kritisch zu verfolgen. Auch bei der Inbetriebnahme und im Regelbetrieb ist eine permanente Überwachung erforderlich. Durch diese Erkenntnisse kann nachträglich sogar die Wirtschaftlichkeit optimiert werden. Gerade bei neuen Technologien und bei komplex vernetzten Systemen ist diese Auswertung, Optimierung und Übertragung auf neue Projekte hilfreich.

Die o. g. Ausführungen vermitteln einen groben Überblick über die Vielschichtigkeit, teilweise der Komplexität, aber auch über die Chancen. Dies stellt hohe Anforderungen an die Unternehmen, aber auch an die Kunden bei der Auswahl der richtigen Partner. Diese Auswahl muss frühzeitig erfolgen und ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur Wirtschaftlichkeit.

Grundlage eines erfolgreichen Projektes ist jedoch auch eine gewissenhafte Voruntersuchung durch den zukünftigen Partner. Bereits hier sind die Kunden gefordert, da ohne belastbare Grundlagen und Fakten keine nachhaltigen Prognosen und Ergebnisse möglich sind. Selbst wenn das Projekt später auf Erfolgsbasis oder mit einer Contractinglösung umgesetzt wird, ist eine Auswertung des Istzustands und ein Voruntersuchung vorzunehmen.

Liegen erst einmal die entsprechenden Grundlagen vor und ist der richtige Projektpartner ausgewählt, steht einem Erfolg bei Energieeffizienzmaßnahmen nichts mehr im Wege.


Arthur Dornburg,

m+p gruppe, München



Arthur Dornburg, m+p gruppe, München


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